(Transaktions-)Steuer gegen Armut: Den Armen geschuldet

Politiker wollen sie, auch Bundeskanzlerin Angela Merkel findet sie sinnvoll: Die Finanztransaktionssteuer. Die Steuer soll helfen, Spekulationen insbesondere im Derivathandel zu begrenzen, dadurch den Finanzmarkt zu sichern und gleichzeitig die Märkte zu stabilisieren.

2009 unterzeichneten 32 Organisationen und mehrere Einzelpersonen einen  Offenen Brief an die Bundesregierung, in dem sie forderten, die Finanztransaktionssteuer einzuführen und die Erlöse daraus zu verwenden, um die UN-Millenniums-Entwicklungsziele zu erreichen und Maßnahmen zu Entwicklung und Armutsbekämpfung finanzieren zu können. Inzwischen haben 66 Organisationen die Erklärung unterzeichnet.

Woran scheitert die Einführung der Finanztransaktionssteuer, obwohl Politiker fast aller Parteien sie gutheißen? Warum sollen die Erlöse dieser Steuer den Ärmsten dieser Welt zugute kommen? Was kann getan werden, um den Prozess zur Einführung der Steuer voranzutreiben?

Weitere Informationen zur Steuer gegen Armut auf www.steuer-gegen-armut.org

Weitere Informationen:

Irene Knoke ist Expertin für entwicklungspolitische Fragen bei beim Südwind-Institut in Siegburg.  Sie koordiniert das 2005 gegründete Entschuldungsnetzwerk Ecuador und ist Autorin einer Studie zur Begründung einer Finanztransaktionssteuer.

Oscar Kardinal Rodriguez Maradiaga ist Erzbischof von Teucigalpa/Honduras und Internationaler Präsident der Caritas. 2001 wurde der dem Salesianerorden angehörende Doktor der Theologie und diplomierte Psychologe und Psychotherapeut in das Kardinalskollegium aufgenommen.  Kardinal Rodriguez war Schirmherr der Entschuldungskampagne anlässlich des Jahres 2000 und ist ein bekannter Kritiker der Globalisierung allein unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten.
Kardinal Rodriguez ist Gast der Adveniat-Aktion 2010

P. Jörg Alt SJ ist Hochschulseelsorger in Nürnberg und Stellvertreter des Missionsprokurators der Jesuiten in Deutschland. Seit 2009 koordiniert er die Kampagne „Steuer gegen Armut“. 2004/2005 leitete der das Katholische Forum „Leben in der Illegalität“.

MISEREOR, das Hilfswerk der katholischen Kirche, hilft den Ärmsten der Armen. Gemeinsam mit einheimischen Partnern unterstützen wir Menschen jedes Glaubens, jeder Kultur, jeder Hautfarbe. Seit 1958 - in über 90.000 Projekten - in Afrika, Asien, Ozeanien und Lateinamerika. Mehr

Jesuitenmission: weltweit mit den Armen
Die Jesuitenmission ist eine Einrichtung der deutschen Jesuiten. Mit rund 20.000 Mitgliedern sind die Jesuiten der größte katholische Männerorden der Welt. Die Jesuitenmission unterstützt weltweit die soziale und pastorale Arbeit von Jesuiten, Ordensschwestern und engagierten Laien. Mehr

SÜDWIND e.V. – Institut für Ökonomie und Ökumene. Unsere Vision ist wirtschaftliche, soziale und ökologische Gerechtigkeit weltweit. Wir forschen und handeln für gerechte Wirtschaftsbeziehungen. Dabei sind die Erfahrungen der Armen und ihre Anliegen für uns richtungweisend. Wir setzen uns ein gegen die Benachteiligung von Frauen. Wir decken ungerechte Strukturen auf, machen sie bewusst und verändern sie. Mehr

Adveniat – für die Menschen in Lateinamerika. Seit 50 Jahren unterstützt Adveniat kirchliche Initiativen zugunsten der Armen und Benachteiligten in Lateinamerika und der Karibik. Mit rund 3.000 Projekten im Jahr in einem Gesamtvolumen von 40 Millionen Euro ist Adveniat die europaweit größte Hilfsaktion für Lateinamerika.