Freiwilligendienst auf der anderen Erdhalbkugel

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„Ich möchte einen fernen Kontinent mit einer anderen Kultur entdecken, in ihre Realität eintauchen“, sagt  FSJlerin Nell Richter (2. v.l.)

Ungefähr 10.000 Kilometer Luftlinie trennen mich von zu Hause. Jetzt findet mein Leben zehn Monate lang hier statt. Mein Name ist Nell Richter und ich mache jetzt gerade einen Freiwilligendienst in Guayaquil, der größten Stadt Ecuadors. Dort bin ich in dem Sozialwerk „Hogar de Cristo“ – zu Deutsch „Christi Zuhause“, einer Initiative, die auf den chilenischen Jesuitenpater Alberto Hurtado zurückgeht, tätig. Es ist ein Projekt, das in vielen Bereichen agiert, aber hauptsächlich für den Bau von Bambushäusern die menschenunwürdige Wohnsituation in Armutsvierteln zu verbessern

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Haiti: Im Chaos nach dem Sturm zurechtkommen

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In der Diözese Les Cayes, die insgesamt 57 Pfarreien und über 300 Kapellengemeinden zählt, wurden durch Hurrikan Matthew drei Pfarrkirchen völlig zerstört. Viele Kirchen stehen noch, haben aber kein Dach mehr.

Gestern und heute hat es zum Glück weniger geregnet und so ist der Wasserpegel im Vergleich zu vorgestern deutlich gesunken. Die Nationalstrasse 2, die Port-au-Prince mit Les Cayes verbindet, war daher wieder recht gut befahrbar, zumal Schlammlawinen schon geräumt worden waren. Diesen Sonntag gab es auch die unsäglichen Staus nicht, die Port-au-Prince sonst so lahmlegen, dass man gut und gerne zwei bis drei Stunden braucht, um aus der Stadt raus zu kommen. So waren wir schon nach gut vier Stunden in der Stadt Les Cayes. Vor zwei Tagen waren wir ein gutes Stück vor Les Cayes zur Umkehr gezwungen worden, da die Straße überschwemmt war. Am Wochende war an vielen Stellen statt des Wassers hoher Schlamm, manche Bereiche standen aber nach wie vor unter Wasser. Das große Problem ist hier, dass das Wasser zwar schnell auch wieder abläuft, es aber nicht sehr viel Regen braucht, bis alles wieder unter Wasser steht – gerade jetzt, wo die Böden durchtränkt sind und überhaupt kein Wasser mehr absorbieren können.

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Die vielen Gesichter Asuncìons

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Im „Centro Comunitario de la Chacarita“ gestaltet Lisa Berndorfer Plakate für die Kinder aus einem der Armenviertel Asuncións.

Asunción hat viele Gesichter – Das durfte ich die letzten zwei Monate, die ich jetzt schon hier in Paraguay verbringe, feststellen. Allein die „Lapachos“ (eine gewisse Baumart), die die komplette Stadt im August in ein einziges Meer aus pinken und gelben Blüten tauchen, sind extrem atemberaubend und wunderschön. Auch die verschiedensten interkulturellen Seiten, die Paraguay zu bieten hat, beeindrucken mich immer wieder. Ich habe das Gefühl, dass viele Menschen hier sehr offen für andere Kulturen sind und offensichtlich davon profitieren. Neben dem von den Guaraní-Indianern übernommenen und sehr beliebten Getränk „Tereré“ findet man hier auch schnell einmal einen Kartoffelsalat nach deutscher Rezeptur. Asunción ist eine Stadt der Vielfalt und der Gegensätze, weswegen es viel zu entdecken gibt.

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Spaß- und Familientag in La Paz

20160814_122250neuIch bin schon fast sechs Jahre bei den Pfadfindern und doch erlebe ich immer wieder neue Sachen. Momentan verbringe ich mein Freiwilliges Soziales Jahr in Bolivien, in der Stadt La Paz. Dort arbeite ich in einem Pfadfinder-Projekt, der Ludoteca.

Natürlich gibt es auch hier Pfadfinderstämme. Genau wie in Deutschland finden hier wöchentlich Gruppenstunden statt. Der Pfadfinderstamm San Ignacio, den ich für das kommende Jahr als Rover begleiten werde, hat seine Gruppenstunde jeden Samstagnachmittag. Doch heute ist Sonntag und ich nehme an der Gruppenstunde des Stammes meiner Gastschwester teil – den Israelitas.

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Ein Tag im Hogar

Tische aufgestellt, Stühle angeordnet, für jeden einen Becher auf den Tisch und fertig ist das Klassenzimmer. Eine kleine Verschnaufpause und schon wird gerufen: „Primer Grado“ und alle Schülerinnen und Schüler kommen in den Raum gestürmt. „Was gibt es heute zum Essen?“ „Señor, ich hab heute ganz viele Hausaufgaben“, „Darf ich die Teller verteilen?“. Ein ganz normaler Beginn im Hogar „Nuestros Corazones“ doch jeder Tag ist wieder ein neues Abenteuer.

„El Hogar“

hogar_1Ich arbeite im Hogar „Nuestros Corazones“ in Flores, der Hauptstadt Argentiniens. Auf den ersten Blick könnte man denken, dass es eine normale Hausaufgabenbetreuung ist. Die Kinder essen, spielen und machen ihre Hausaufgaben. Dabei sind die Kinder immer nach Altersstufe auf vier Zimmer aufgeteilt. Sehr viele Kinder kommen ins Hogar, so dass immer ungefähr 20 Kinder mit einer Erzieherin im Zimmer sind. Da alle Hilfe bei den Hausaufgaben brauchen sind das ganz schön viele. Auch ich bin schon an meine Grenzen der Geduld gekommen und auch an meine Wissensgrenzen. Denn die Argentinische Geschichte hatte ich leider nicht in der Schule und immer noch fehlen mir viele Wörter. Deswegen fühle ich mich selber auch fast wie in der Schule, denn ich lerne mit den Kindern zusammen. Doch es ist mehr, als nur eine normale Hausaufgabenbetreuung. Denn die Kinder wohnen nicht in normalen Häusern unter normalen Umständen. Sie wohnen alle in der Villa. Doch was ist eine Villa?

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Winter in Paraguay – Decken, Flaschentanz und Mbeju

Decken gegen Kälte in Notunterkünften

flaschentanz_1Juni, Juli, August und September sind die Wintermonate in Paraguay. Auch wenn der Winter hier nicht mit einem Winter wie in Deutschland zu vergleichen ist, sind die Temperaturen doch spürbar gesunken. Das macht sich vor allem nachts bemerkbar.
Durch den enormen Anstieg des Flusses Paraguay sind viele der Häuser in der Nähe des Ufers seit nun mehr als zehn Monaten nicht mehr bewohnbar. Die Menschen mussten in einfache Notunterkünfte umziehen. Deren Wände bestehen aus dünnen Holzplatten oder Wellblech. Gerade die kälteren Monate sind deshalb eine harte Zeit für die Betroffenen.

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