Haiti: Bilder eines verwundeten Landes

Armut, Hunger, Krankheiten bestimmen den Alltag in Haiti. Aber nicht nur. In Haiti gibt es auch Hilfe und Hoffnung.

Seit Jahren wird Haiti von schweren Katastophen getroffen: 2010 das Erdbeben, im Oktober 2016 Hurrikan Matthew. Als einer der ärmsten Staaten der Welt, tut sich das Land schwer, wieder auf die Beine zu kommen. Anders als nach dem schlimmen Erdbeben, kommt jetzt nur noch wenig Hilfe nach Haiti.
Fotograf Martin Steffen war für Adveniat vor Ort und hat beeindruckende Bilder eines verwundeten Landes mitgebracht: von Hurrikan Matthews Katastrophenregion, dem schlimmsten Armenviertel des westlichen Welt und von Hilfe, die ankommt.

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Haiti: Das verlorene Paradies

Haiti, die „Perle der Antillen“, hätte ein unglaubliches Potenzial – für Strandurlauber, Outdoorliebhaber und Ruhesuchende. Wenn da nur nicht…
Zwei Jungs am Strand neben ihrer einfachen Hütte

Haiti ist kein Urlaubsparadies. Und doch haben wir uns in das Land verliebt. Foto: Adveniat/Steffen

„Wo gehst Du hin? Haiti? Schön!“ Diesen Satz haben wir zuletzt vor unserer Reise häufiger gehört. Er ist beiläufig dahingesagt, ohne länger nachzudenken. Denn Haiti, das klingt ja schon auch ein wenig wie Hawaii oder Tahiti. Und auch bei nur flüchtigen Geografie-Kenntnissen wissen doch die meisten, dass Haiti in der Karibik liegt. Und die Karibik ist: Schön! Und ja, Haiti ist schön.

„Perle der Antillen“ steht auf den Autokennzeichen und was zunächst wie blanker Zynismus klingt, ist bei einer genaueren Betrachtung des Landes durchaus wahr. Port-au-Prince, was könnte das für eine interessante, blühende und pulsierende Karibikmetropole sein, wenn…
Wenn die Politik der zurückliegenden Jahrzehnte – oder muss man Jahrhunderte sagen? – nicht gewesen wäre. Und wenn dieses entsetzliche Erbeben im Jahr 2010 nicht zusätzlich zu dem Elend, das sich in dieser Stadt ohnehin aufgetürmt hat, auch noch fast alles zerstört hätte. Wie schön könnte man hier auf der Veranda eines Hotels bei einem Rumpunsch sitzen und sich überlegen, ob man am nächsten Tag vielleicht einen Ausflug nach Jacmel machen sollte. Auf einen Teller Meeresfrüchte in dieser Stadt mit den herrschaftlichen Backsteinhäusern und sich danach vielleicht noch einen Sprung ins Meer gönnen. Herrlich.
Oder doch nach Jerémie, dieser malerisch an der Nordküste gelegenen Stadt mit ihren kilometerlangen Stränden? Und dabei auf dem Weg in Richtung Les Cayes einen Stop in der Baie Anglaise machen?

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Haiti: Das Leben in Bonbon ist nicht süß

Über die haitianische Leidenschaft für ausdrucksvolle und bildhafte Namen.
Ein Junge in zerrissener Kleidung in einem Elendsviertel

Ein Junge in Bonbon, Haiti. Foto: Adveniat/Steffen.

Wir haben in Port-au Prince miterlebt, wie der neue Präsident, Jovenel Moïse, ins Amt eingeführt wurde. Die Straßen rund um den Präsidentenpalast waren geschmückt und Reinigungskolonnen zogen durch das Viertel – ein fast verstörender Anblick.
Die Partei des neuen Präsidenten nennt sich Parti Haitien Tet Kale (PHTK). Das ist Kreolisch und heißt soviel wie Haitianische Partei des Kahlkopfes. Warum? Weil Haitianer bildreiche Namen lieben. Ganz im Gegensatz zu uns. Oder können Sie sich vorstellen, dass in Deutschland im Herbst eine Partei mit dem Namen „Union der alten Zöpfe“ oder gar „Die Männer mit der gepflegten Orange-Tolle“ (die gibt es ja so ähnlich in den USA) gewählt werden würde?

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Haiti: Eine Heldin

Journalist Michael Gösele und Fotograf Martin Steffen begleiten für Adveniat Schwester Mirca bei ihrer Arbeit in Jerémie, dem Katastrophengebiet von Hurrikan Matthew auf Haiti.
Eine Frau im Boot schaut aufs Wasser

Schwester Mirca auf dem Weg zur Insel Anse a Maçon, Haiti. Foto: Adveniat/Steffen

Manche machen sich über Ordensschwestern lustig und belächeln sie. Ich kann mich da nicht ausschließen. Das hat sich jetzt geändert. Seit dieser Woche schäme ich mich geradezu dafür. Wir waren nun ein paar Tage mit Schwester Mirca in der Umgebung von Jerémie unterwegs. Jerémie liegt im Westen von Haiti und gehört zu den Regionen des Inselstaates, die vor vier Monaten von Hurrikan Matthew zerstört wurden. Und in diesem Schlachtfeld, hervorgerufen durch eine Naturkatastrophe, arbeitet Schwester Mirca. Sie ist 36 Jahre alt und gehört dem brasilianischen Orden Irmãs do Imaculado Coração de Maria an.

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Deutschland: Bildung für alle

Pilar Acero aus Kolumbien verbringt als Freiwillige ein Jahr in Deutschland. Sie begann ihren Einsatz bei Adveniat in Essen und ist nun bei der Deutschen Pfadfinderschaft (DPSG) in Aachen.

Kleiner Junge mit Mädchen in kolumbianischer Tracht

Zuerst habe ich bei einer sechsköpfigen Familie in Essen gewohnt. Das war schön und alle  waren sehr freundlich zu mir. Ich konnte viel Neues lernen und habe Tolles erlebt. Die Menschen, mit denen ich bei Adveniat gearbeitet habe, und die Kinder, die ich kennengelernt habe, haben ihre Spuren in mir hinterlassen.

Pilar zeigt einer Schulklasse ihren Rock

Pilar erzählt deutschen Schülern von Kolumbien. Foto: Michaela Kiepe/Bischöfliche Pressestelle Münster

Eines der ersten Dinge, die mich in Deutschland faszinierten war,dass so viele Menschen einfachen Zugang zur Bildung haben und dass die Kinder immer im Mittelpunkt stehen. Interessant sind auch die Straßenordnung und die weiten, flachen Landschaften. Außerdem finde ich die Herzlichkeit der Leute sehr gut: wenn man sich verloren fühlt, helfen sie dir, dich zurecht zu finden. Zum Beispiel in den gigantischen Bibliotheken, die es hier gibt.

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Mexiko: Gefängnispastoral unter Beobachtung

Reiner Wilhelm, Mexiko-Referent bei Adveniat trifft Fray Carlos Mauricio Jiménez, den Leiter der Gefangenenseelsorge in Veracruz. Er berichtet über seine Arbeit und die Situation der Gefangenen.
Fray Carlos Jimenéz

Fray Carlos Mauricio Jimenéz. Foto: Parroquia Nuestra Señora de la Merced.

„Die Aufgaben der Gefangenenseelsorge in Veracruz sind: Begleitung der Gefangenen und Ex-Gefangenen und ihrer Angehörigen. Der Gouverneur von Veracruz ließ wegen der Spannungen unter den Gefangenen, die den verschiedenen Kartellen angehören, das Gefängnis schließen und es gut zwei Autostunden weit weg verlegen. Veracruz, die Hafenstadt des Landes, ist ein hart umkämpftes Einflussgebiet unter den Kartellen. Dies ist der Grund für die hohe Kriminalitätsrate und die vielen Morde. Auch die Kirche ist davon betroffen.

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