Argentinien: Dienst am Nächsten ganz konkret

Olga kommt manchmal zum Essen. Sie hat ihren grünen Koffer neben sich stehen – ihre ganze Habe – sie lebt auf der Straße. Und ist eine unter vielen, die in der Umgebung der Kirche San Cayetano leben und Hilfe suchen. Manchmal brauchen sie Hilfe und genauso oft helfen sie auch uns.

JRJ Matetrinken
Ich trinke einen Mate mit Olga. Sie fragt mich nach mir: Ich bin 18 Jahre alt und habe im letzten Sommer in Deutschland die Schule beendet. Um ein Stück über den Horizont zu schauen, zu lernen und einen Dienst zu leisten, bin ich jetzt für ein Jahr in Buenos Aires – und darf hier im Sozialzentrum San Cayetano und der Kirche mitarbeiten.

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Kuba: Ein Auto im Wohnzimmer

Ein Auto. Geparkt vor den Buchregalen. Und es stinkt durchdringend nach Benzin. Kein Wunder, meint Padre Jorge Luis Gil Orta und öffnet die Tür des verbeulten Autos, das wohl mal ein VW-Neuwagen, Modell obere Mittelklasse gewesen sein muss.

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Das neue alte Auto des Pfarrers wurde direkt vor den Buchregalen im Haus geparkt. Hier soll es jetzt restauriert werden. Fotos: Christian Frevel

Im Innenraum fehlen die hinteren Sitzbänke, der Teppichboden, die Abdeckung zum Kofferraum. Statt dessen steht dort ein Plastikkanister, aus dem zwei Schläuche ragen. „Der provisorische Tank“, meint Padre Jorge und hält sich andeutungsweise die Nase zu. „Nicht ganz dicht, daher der Geruch.“

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Am Rand von Havanna

In Kuba gibt es schönere Ecken als La Guinera. Kein Strand, keine Wellen, stattdessen die Straße von Havanna Richtung Osten, alte LKW und uralte Privatwagen mit defektem Auspuff dröhnen durch den Ort. Schöner wohnen sieht anders aus.

Die Ordensfrauen haben sich vor allem dem Dienst an den Armen, Kranken und Alten verschrieben.

Die Ordensfrauen in La Guinera haben sich vor allem dem Dienst an den Armen, Kranken und Alten verschrieben.

Wer hier gelandet ist, hat eigentlich anderes gesucht. „Die meisten Menschen hier stammen aus dem Landesinneren“, berichtet Schwester Lucia Mercedes Tineo. „Sie sahen dort keine Perspektive mehr und wollten ihr Glück in der Havanna versuchen.“ Jetzt sind sie hier, in La Guinera, 20 Kilometer weg von der Hauptstadt.

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Peru: „Wir können euch helfen, eure Rechte einzuklagen“

Bischof Gilberto Alfredo Vizcarra, der Ende dieses Jahres als Aktionsgast zu Adveniat nach Deutschland kommt, will uns heute „sein Dorf“ zeigen. Im Mai letzten Jahres lebte er hier für vier Wochen unter den Awajún-Indigenen. „Ich wollte wissen, wie sich ihr Alltag anfühlt“, erzählt er uns. „Denn wie kann ich ihr Bischof sein, ohne selber am eigenen Leib erfahren zu haben, was ihre Probleme sind.“

Bischof Gilberto Alfredo Vizcarra Mori wird herzlich begrüßt von einem Jäger in dem Awajún-Dorf Baja Bachacusa. Fotos: Jürgen Escher

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Peru: Das Öldrama am Amazonas

Durch unendlich viele Kurven schlängelt sich die Straße von Jaén hinab nach Santa Maria de Nieva. Wir sind mit dem Bischof von Jaén, Gilberto Alfredo Vizcarra Mori unterwegs aus den Anden hinab in den peruanischen Amazonaswald. Vor einer engen Kurve halten wir an. Die Einheimischen nennen sie „Teufelskurve“, weil hier viele Autofahrer zu Tode kamen.

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Mitarbeitern des Erdölkonzerns Petroperu säubern einen Flußlauf in der Region Chiriaco. Fotos: Jürgen Escher

Am Wegesrand stehen dutzende kleiner Holzkreuze, allerdings sind sie nicht den Verkehrstoten gewidmet. Es sind Erinnerungen an das Massaker von Bagua. Im Juni 2009 hatten Indigene die Straße hier gesperrt. Sie forderten ein Ende der Ausbeutung ihrer Region, einen Abzug von Ölfirmen und Goldsuchern. Als die Polizei am 5. Juni mit der Erstürmung der Straßensperren begann, entwickelte sich eine blutige Schlacht zwischen den Indigenen und den Sicherheitskräften. Mindestens 32 Menschen starben, 23 Indigene und neun Polizisten. Zwar waren die protestierenden Indigenen zuerst unbewaffnet, doch es gelang ihnen, einigen Polizisten die Waffen zu entwenden. Heute hat der Ort den Namen „Kurve der Hoffnung“, erklärt uns der Bischof. „Hoffnung, dass so etwas nicht noch einmal passiert.“

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Brasilien: Über Sao Paulo tobt ein Gewitter

Lediglich 1.500 Kilometer Luftlinie trennen unseren aktuellen Aufenthaltsort Porto Velho, im Westen Brasiliens, von der nordperuanischen Stadt Jaén. Mit dem Flugzeug wäre die Strecke in zwei Stunden zu schaffen – wenn es denn eine direkte Flugverbindung gäbe. Doch die gibt es nicht.

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Flug über den Titicacasee. Foto: Peter Theisen

So liegen zwei Tage Reise vor uns, als wir den Flughafen von Porto Velho ansteuern. Unser Flug führt uns zuerst nach Brasília, Brasiliens Hauptstadt, deren Flughafen der einzige ist, der mit allen Landeshauptstädten des riesigen Landes direkt verbunden ist. Nach drei Stunden Flugzeit erwartet uns hier erst einmal ein einstündiger Aufenthalt, bevor es nach São Paulo weitergeht.

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