Semana Santa – Ostern in Guatemala

Mitten in der Nacht beginnen die Familien in Antigua Guatemala Millionen bunter Sägespäne in kunstvollen Blumenmustern zu Teppichen, sogenannten Alfombras, auf die Straßen zu legen. In die mühevoll gestalteten Bilder werden auch Bibelzitate eingearbeitet. – Die Vorbereitungen für die Semana Santa sind am Palmsonntag schon vor Sonnenaufgang in vollem Gange.

Prozession in Antigua, Guatemala. Für die Prozession werden die Strassen in Antigua mit "Blumenteppichen" aus gefärbtem Sägemehl kunstvoll geschmückt.

Für die Prozession werden die Straßen in Antigua mit „Blumenteppichen“ aus gefärbtem Sägemehl kunstvoll geschmückt. Fotos: Schmidt/Adveniat

In Lateinamerika beginnt heute mit Palmsonntag die Semana Santa, die Heilige Woche. Bis Ostersonntag finden in dieser Zeit jeden Tag Prozessionen statt. Riesige Gestelle mit Figuren der Leidensgeschichte Jesu werden von eng hintereinander hergehenden Trägern in lilafarbenen Gewändern zu einer traurigen Blasmusik rund um den Hauptplatz von Antigua über die bunten Teppiche getragen. Dazwischen gehen Jugendliche mit Weihrauchkesseln und hüllen die Szene in ein mystisches Licht.

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Rezept für „Rosca de Reyes“

Auch in Südamerika gedenken die Menschen am 6. Januar der Ankunft der Heiligen Drei Könige. Anders als bei uns ist dies allerdings der Tag der Bescherung. Eine besondere Tradition ist darüber hinaus der „Rosca de Reyes“, ein süßer Hefekuchen mit kandierten Früchten, der am Dreikönigstag gegessen wird.

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Foto: FlickR/garlandcannon CC BY-NC 2.0

El Salvador: „Romero, qué viva!“ – Jetzt erst recht!

Om Dankgottesdienst zur zur Seligsprechung Oscar Romeros tragen Schwestern und Schüler der Gemeinde Blumen und Pflanzen nach vorne zum gerade neu aufgehängten Portrait Romeros. Fotos: Achim Pohl

Im Dankgottesdienst zur Seligsprechung Oscar Romeros tragen Schwestern und Schüler der Gemeinde Blumen und Pflanzen nach vorne zum gerade neu aufgehängten Portrait Romeros. Fotos: Achim Pohl

Einsam ragen die Pressetürme in den blauen Himmel. Einzelne Romero-Fähnchen flattern noch über die Straße. Sie sind vorüber die großen Tage rund um die Seligsprechung Oscar Romeros. Es war ein wundervolles, hoch emotionales Fest von einem Ausmaß, das El Salvador noch nicht erlebt hat. Und: Es war ein friedliches Fest, eines bei dem die Salvadorenos ihren Mons. Romero mit allen emotionalen und medialen Ausdrucksmitteln feiern durften.

Die Bedeutung dessen ist mir gestern noch einmal bewusst geworden, als wir in einem benachbarten Gemeindesaal neben der Divina Providencia, der Kapelle, in der Oscar Romero erschossen wurde, ein von Jugendlichen inszeniertes Musical über das Leben Romeros gesehen haben. Mit abstraktem Tanz, Live-Gesang und Original-Filmaufnahmen aus Romeros Leben und der grausamen Militärdiktatur haben diese jungen Leute auf sehr berührende Weise nachgezeichnet, was die Geschichte Romeros, die Unterdrückung und die grausamen Morde dem salvadorianischen Volk für Wundern zugefügt haben.

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