Bolivien: „Día de los niños“

Zoe Winterscheidt lebt und arbeitet als Freiwillige in La Paz. Ihr Einsatzprojekt ist der Kinderhort „Ludoteca“, wo am 12. April der Kindertag gefeiert wurde. Natürlich half Zoe bei den Vorbereitungen und der Durchführung des Festes für die Kinder.
Ein Mädchen und eine Jugendliche

Die Freiwillige Zoe Winterscheidt arbeitet in Bolivien mit Kindern aus armen Familien. Foto: privat

Wir haben beschlossen, für die Kinder aus unserem Projekt Pantoffeln zu nähen, als Geschenk zum Kindertag. Da unsere Materialien sehr begrenzt waren, mussten wir sehr kreativ werden. Nach mehreren anfänglichen Versuchen und immer wieder neuen Idee, hatten wir drei Tage vor dem Tag ein Paar fertig. Für meine Verhältnisse viel zu spät, doch alle meine Kolleginnen waren entspannt und meinten, es wäre noch genügend Zeit.

Limbo tanzen war eine der Aktivitäten am Kindertag in Bolivien. Foto: privat

Nachdem wir dann doch alle Pantoffeln bis zum Kindertag fertig bekommen hatten, kam ich am 12. April ganz entspannt zur Arbeit. Der Tag war ein großer Spaß mit Süßigkeiten, dem Spiel „Reise nach Jerusalem“, Limbo tanzen und viel zu Lachen. Manchmal tut es auch mir gut, mal wieder ganz Kind zu sein und mich um nichts sorgen zu müssen. Einfach Lachen und glücklich sein.

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Papstreise Bolivien: von Eiseskälte und Herzenswärme

Mittendrin beim Papstbesuch in Bolivien - Dr. Irene Tokarski. Foto: Carolin Kronenburg

Mittendrin beim Papstbesuch in Bolivien – Dr. Irene Tokarski. Foto: Carolin Kronenburg

Es herrscht immer noch Eiseskälte, aber wenigstens regnet es nicht mehr. In wenigen Minuten kommt Francisco in Santa Cruz an. Seine wenigen Stunden in La Paz waren schon ziemlich bewegend: Es gab eine herzliche Umarmung von Francisco für Evo, und der hat von der Option für die Armen gesprochen und vom Meer, und der Papst von den Erfolgen bei der Eingliederung der Armen in Bolivien und der Notwendigkeit, Konflikte im Dialog zu lösen. Viel über Beteiligung aller in der Gesellschaft, von der Verantwortung aller für das Gemeinwohl. Einer der Höhepunkte war sicher der kleine Mojeño, der am Flughafen ein Selfie mit dem Papa gemacht hat und als die Kinder am Flughafen, Francisco umringt haben und ihn nicht gehen lassen wollten …

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Papst-Fieber in Boliven

Bolivien Papst

Im wahrsten Wortsinn atemberaubend: Der Ausblick von El Alto auf La Paz. Foto: Carolin Kronenburg

Liebe Freunde und Freundinnen von „Francisco in Bolivien“ (so heißt die offizielle Website der Regierung),

jetzt bin ich auch schon fast ins Papst-Fieber eingetaucht. Im Grunde ist alles viel einfacher, als ich das auf meine deutsche Weise sehe (und was ich an Lateinamerika so schätze). Die Organisation ist ein Desaster – beispielsweise habe ich meine Akkreditierung vor Wochen beantragt und schließlich erst im 5. Anlauf bekommen … Aber eigentlich ist das alles egal, wir feiern, weil es Spaß macht und das Leben es wert ist, und das ist wahr und ich kann es spüren in diesen Tagen hier in Santa Cruz. Es ist immer noch verdammt kalt, gestern hat es mit kurzen Unterbrechungen den ganzen Tag geregnet, aber was macht’s? Gar nichts, weil heute der Papst kommt. Das ist genug Sonnenschein für diese Woche und für noch einige mehr.

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Bolivien: Weniger Schuhputzer – und noch größeres Elend

Für diese Kinder aus El Alto gibt es Hoffnung auf eine Zukunft jenseits bitterer Armut - ihre Eltern werden in einem Adveniat-Hilfsprojekt unterstützt, ihren Lebensunterhalt zu sichern. Oft sind besonders Kinder aus der armen Vorstadt von La Paz in Gefahr, in die Prostitution abzurutschen

Für diese Kinder aus El Alto gibt es Hoffnung auf eine Zukunft jenseits bitterer Armut – ihren Eltern hilft ein Adeniat-Projekt, ihren Lebensunterhalt zu sichern. Oft sind besonders Kinder aus der armen Vorstadt von La Paz in Gefahr, in die Prostitution abzurutschen

Straßenkinder in Bolivien: Da hat man sofort die Bilder der Schuhputzer mit Schiebermützen und Schuhputzerkasten vor Augen. Doch in den letzten Jahren sind die deutlich weniger geworden – zumindest auf den Straßen von La Paz in Bolivien.

Seit einem Erlebnis im letzten Jahre sehe ich beim Thema Straßenkinder sofort den knallroten, nagelneuen Pick-up an mir vorbeifahren, den ich vor einem Jahr in El Alto gesehen habe, der boomenden Zwillingsstadt von La Paz – auf 4000 Metern Höhe, mit mehr als einer Million Einwohner. Damals war ich mit zwei Sozialarbeiterinnen der Stiftung Munasim Kullakita („Schwester, liebe Dich selbst“) auf dem Kinderstrich unterwegs. Zuerst gingen wir zum Treffpunkt der Jungs und Mädchen, wo sie vor der Arbeit zusammenkommen. Die meisten waren schon total zugedröhnt durchs Kleberschnüffeln, manche konnte ich kaum noch verstehen. Das Gesprächsthema war das neue Baby aus der Runde, an diesem Tag morgens geboren. Die Mutter war 17, hatte Aids und Tuberkulose. Sie lebte im Heim, das der Stiftung gehört. Mehr als 30 Jugendliche, die meisten minderjährig, tauchten dort in einer Stunde auf. Die Sozialarbeiterinnen meinten, an diesem Abend sei nicht viel los gewesen.

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Bolivien: Schaumkämpfe mit dem Präsidenten

So zeigt sich Evo Morales gerne - volksnah. Fotos: Achim Pohl/Adveniat

So zeigt sich Evo Morales gerne – volksnah. Fotos: Achim Pohl/Adveniat

Wer an karnevalistische Städte denkt, dem fallen Rio de Janeiro, Venedig oder Köln ein. Aber auch in La Paz wird kräftig gefeiert! Seit Donnerstag gibt es hier jeden Tag kleinere oder größere „entradas“, Umzüge. Traditionelle Musik und Kostüme dürfen dabei natürlich nicht fehlen. Anders als in Deutschland sind die Zuschauer allerdings nicht verkleidet – und so fielen wir gar nicht weiter auf. Wir, das ist ein kleines Adveniat-Team auf Recherchereise in Bolivien.

Während eines Spaziergangs durch La Paz hörten wir auf einmal Musikkapellen und sahen verkleidete Leute. Wir folgten der Musik und erreichten die Plaza Murillo, wo am Regierungspalast ein Karnevalsumzug vorbeiging. Direkt vor dem Regierungssitz war eine kleine Tribüne aufgebaut, und dort saß ein gut gelaunter Präsident Evo Morales neben Vizepräsidente Álvaro García Linera.

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Bolivien: Karneval zwischen Glaube und Party

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Zum bolivianischen Karneval gehört nicht nur ausgelassenes Feiern, sondern auch eine Segnung und der Dank an Pachamama, Mutter Erde. Fotos: Achim Pohl

Wer in Bolivien Karneval feiert, darf nicht wasserscheu sein. Seit Donnerstag laufen alle Kinder und Jugendlichen mit Wasserpistolen oder Wasserbomben (kleine Luftballons mit Wasser gefüllt) bewaffnet durch die Straßen und „schießen“ jeden ab, der an ihnen vorbeikommt. Auch offene Autofenster entgehen ihnen nicht. Manche Kids sind auch mit Spraydosen voll weißem Schaum bewaffnet.

Den sprühen sie so stark auf ihr Gegenüber, dass Gesicht, Haare und Oberkörper nach wenigen Sekunden komplett weiß sind. Die Tradition ist gleichzeitig Spaß und Geschäft. Überall an den Straßenrändern werden Wasserpistolen, Schaumspray und auch mit Wasser gefüllte Luftballons angepriesen. Viele Marktfrauen schulen von Obst und Gemüse für ein paar Tage auf Wasser um. Schließlich darf einer Woche feuchtes Feiern nichts im Weg stehen. Dabei ist es in El Alto, La Paz, zur Karnevalszeit nicht warm. Ständig weht ein kühler Wind und immer wieder kommen starke Regenschauer runter. Das hindert aber niemanden daran aufzugeben. Entsprechend sehen vor allem die Kids schon nach kurzer Zeit aus: nass und klebrig.

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