Peru: Überschwemmt

Bäche werden reißende Flüsse und überschwemmen ganze Städte, Schlammlawinen schlucken Häuser und Menschen. In Peru hat El Niño zugeschlagen. Die Region Piura im Norden des Landes ist nahezu vollständig überschwemmt. Padre Juan Goicochea, Projektpartner des Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat, hat vor Ort zwischen Elend und Trauer eine Welle der Solidarität erlebt.

Padre Juan Goicochea ist in seine Heimat Piura gereist, um sich selbst ein Bild von der Situation vor Ort zu machen. Er arbeitet seit Jahren in einer Gemeinde im Süden der Hauptstadt Lima. Regenfälle haben große Teile der Hauptstadt verwüstet, woraufhin sich die Menschen der Pfarrgemeinde von Padre Goicochea organisierten, um den Opfern in den betroffenen Stadtteilen Limas zu helfen. Sie verteilen Nahrungsmittel, Medikamente, Kleidung und Wasser – aber auch Spielzeug, um mit dem Wichtigsten auch Freude zu schenken. Dabei sind sie selbst arm und leben teilweise vom Müllsammeln. Auch in der Stadt Piura und der umliegenden Region helfen die Menschen einander.

Weiterlesen

Tag der Ausbildung: Warum Luisa Journalistin geworden ist

Luisa-Garcia_Lima_PERU_Willer

Peru hat einen guten Ruf im investigativen Journalismus. Immer wieder haben engagierte Journalisten die Raenke der Maechtigen aufgedeckt. Die wenigsten der Journalismus-Studierenden verschreiben sich dieser Königsdisziplin des Journalismus, auch in Peru. Luisa García Tellez ist eine der wenigen. Seit zwei Jahren arbeitet sie – zuerst als Praktikantin – beim Investigativ-Journalismus-Projekt „IDL-Reporteros“ und hat mit ihren 23 Jahren bereits Furore gemacht: Ihre Artikelserie über die intransparenten Regeln im peruanischen privaten Pensionskassensystem, und wie die Pensionskassen tricksen zu ungunsten der Pensionierten, haben die Menschen in Peru aufgerüttelt und mit zu einer neuen Gesetzesvorlage geführt.
Luisa García erzählt, wie sie zum Journalismus gefunden hat.

Weiterlesen

Peru: Auf Mission mit Padre Juan – Liveticker

Mission accomlished

23.45 Uhr: Das Handy auf Padre Juans Nachttisch blinkt: SMS von den deutschen Journalisten. „Juan, hast du zufällig einen Geldbeutel von uns gefunden?“

23.00 Uhr: Nach tatsächlich drei Besuchen bei Jugendgruppen und drei Einladungen zu typisch peruanischen Süßkartoffeln, Hühnchen, Obst und Chicha setzt Padre Juan die drei etwas abgekämpft aber zufrieden aussehenden deutschen Journalisten in ein Taxi zum Hotel. Er winkt ihnen noch nach. Für diesen Tag ist er sie schonmal los, die drei schrägen Vögel. Morgen früh geht es für ihn mit drei Erstkommunionsfeiern weiter.

Weiterlesen

Peru: Eingeschlossene Gesellschaft

„Keine Handys, keine Taschen – nur den Ausweis!“ So lautet die klare Ansage von Pfarrer Norbert Nikolai, bevor er mit uns durch die Tür zu Limas größtem Knast geht. 8.000 Männer sitzen in „San Juan de Lurigancho“ ein: Mörder, Vergewaltiger, Drogenhändler, Diebe, Kleinkriminelle, Unschuldige – zusammengehalten von den Scharfschützen auf den Wachtürmen. Die Männer geben neben ihren Pässen die Fingerabdrücke am Eingang ab, wir Frauen werden peinlich genau gefilzt. Nummer 0010 – die silberne Eintrittsmarke zur anderen Welt liegt kalt in meiner Hand. Als ich in die Sonne trete, richten sich Hunderte Blicke auf mich.

Weiterlesen

Besuch im Gefängnis von Lurigancho


Mit Pfarrer Norbert Nikolai fahren Bischof Franz-Josef Overbeck und ich zum Gefängnis im Stadtteil Lurigancho. Der Knast ist mit 7.500 Einsitzenden nicht nur der größe Limas, sondern in ganz Peru. „Noch vor drei Jahren war es hier weitaus schlimmer“, versucht P. Nikolai uns vorzubereiten – da lebten hier mehr als 10.000 Gefangene. Inzwischen wurden im Landesinneren weitere Gefängnisse gebaut, und so kommen nicht mehr so viele nach Lurigancho. „An der Situation der Strafverfolgung und den Haftbedingungen hat das allerdings kaum etwas verändert“, sagt P. Nikolai.

Weiterlesen

In Lima

Der Zeitunterschied zwischen São Paulo und Peru beträgt derzeit drei Stunden, so dass wir bereits vor elf Uhr morgens in Lima landen. Erzbischof Zollitsch und seine Delegation, unter ihnen Adveniat-Geschäftsführer Prälat Bernd Klaschka, wird heute Nachmittag weiterreisen nach Trujillo: Dort findet der erste Teil der Feierlichkeiten zum 25-jährigen Bestehen der Partnerschaft der Erzdiözese Freiburg mit Peru statt. Ich bleibe mit Adveniat-Bischof Franz-Josef Overbeck in Lima. Der Essener Bischof möchte Pfarrer Norbert Nikolai besuchen. Er leistet als „Fidei-Donum-Priester“ des Bistums Essen einen pastoralen Dienst in der peruanischen Hauptstadt. Vier „Fidei-Donum-Priester“ hat die Diözese Essen in Lateinamerika – sei werden wir in den nächsten Tagen besuchen und ihre Arbeit kennen lernen. „Fidei Donum“ bedeutet, dass der Bischof der Heimatdiözese einen Priester für einen befristeten Dienst im Ausland frei stellt.

Weiterlesen