Haiti: Eine Heldin

Journalist Michael Gösele und Fotograf Martin Steffen begleiten für Adveniat Schwester Mirca bei ihrer Arbeit in Jerémie, dem Katastrophengebiet von Hurrikan Matthew auf Haiti.
Eine Frau im Boot schaut aufs Wasser

Schwester Mirca auf dem Weg zur Insel Anse a Maçon, Haiti. Foto: Martin Steffen/Adveniat

Manche machen sich über Ordensschwestern lustig und belächeln sie. Ich kann mich da nicht ausschließen. Das hat sich jetzt geändert. Seit dieser Woche schäme ich mich geradezu dafür. Wir waren nun ein paar Tage mit Schwester Mirca in der Umgebung von Jerémie unterwegs. Jerémie liegt im Westen von Haiti und gehört zu den Regionen des Inselstaates, die vor vier Monaten von Hurrikan Matthew zerstört wurden. Und in diesem Schlachtfeld, hervorgerufen durch eine Naturkatastrophe, arbeitet Schwester Mirca. Sie ist 36 Jahre alt und gehört dem brasilianischen Orden Irmãs do Imaculado Coração de Maria an.

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Deutschland: Bildung für alle

Pilar Acero aus Kolumbien verbringt als Freiwillige ein Jahr in Deutschland. Sie begann ihren Einsatz bei Adveniat in Essen und ist nun bei der Deutschen Pfadfinderschaft (DPSG) in Aachen.

Kleiner Junge mit Mädchen in kolumbianischer Tracht

Zuerst habe ich bei einer sechsköpfigen Familie in Essen gewohnt. Das war schön und alle  waren sehr freundlich zu mir. Ich konnte viel Neues lernen und habe Tolles erlebt. Die Menschen, mit denen ich bei Adveniat gearbeitet habe, und die Kinder, die ich kennengelernt habe, haben ihre Spuren in mir hinterlassen.

Pilar zeigt einer Schulklasse ihren Rock

Pilar erzählt deutschen Schülern von Kolumbien. Foto: Michaela Kiepe/Bischöfliche Pressestelle Münster

Eines der ersten Dinge, die mich in Deutschland faszinierten war,dass so viele Menschen einfachen Zugang zur Bildung haben und dass die Kinder immer im Mittelpunkt stehen. Interessant sind auch die Straßenordnung und die weiten, flachen Landschaften. Außerdem finde ich die Herzlichkeit der Leute sehr gut: wenn man sich verloren fühlt, helfen sie dir, dich zurecht zu finden. Zum Beispiel in den gigantischen Bibliotheken, die es hier gibt.

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Mexiko: Gefängnispastoral unter Beobachtung

Reiner Wilhelm, Mexiko-Referent bei Adveniat trifft Fray Carlos Mauricio Jiménez, den Leiter der Gefangenenseelsorge in Veracruz. Er berichtet über seine Arbeit und die Situation der Gefangenen.
Fray Carlos Jimenéz

Fray Carlos Mauricio Jimenéz. Foto: Parroquia Nuestra Señora de la Merced.

„Die Aufgaben der Gefangenenseelsorge in Veracruz sind: Begleitung der Gefangenen und Ex-Gefangenen und ihrer Angehörigen. Der Gouverneur von Veracruz ließ wegen der Spannungen unter den Gefangenen, die den verschiedenen Kartellen angehören, das Gefängnis schließen und es gut zwei Autostunden weit weg verlegen. Veracruz, die Hafenstadt des Landes, ist ein hart umkämpftes Einflussgebiet unter den Kartellen. Dies ist der Grund für die hohe Kriminalitätsrate und die vielen Morde. Auch die Kirche ist davon betroffen.

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Mexiko: In den Fängen der Kartelle

Der Bundesstaat Veracruz wird beherrscht von Gewalt und Kriminalität. Was dagegen getan wird, erfährt Adveniat-Referent für Mexiko, Reiner Wilhelm, während seiner Projektreise.
Eine nur schwach beleuchtete Straße bei Nacht.

Eine Straße bei Nacht in Veracruz. Foto: Nacho Betancourt. CC BY-NC-ND 2.0

„Veracruz ist voller Leichen“, sagte mir Padre Julián Verónica, Leiter der Sozialpastoral des mexikanischen Bundesstaates Veracruz. 15 Massengräber mit tausenden Leichen seien gefunden worden. Viele Angehörige suchen ihre vermissten Verwandten. Verantwortlich ist das organisierte Verbrechen, zu 80 Prozent aber Sicherheitskräfte wie Polizei und Militär. Die Korruption ist überbordend. Vielfach ist es gefährlich, nach den Toten zu suchen. Die Kirche ist hier engagiert, insbesondere bei der Suche und Identifikation von Verschwundenen. Dabei stehen auch die Verteidiger der Menschenrechte in Gefahr, selbst Opfer von Gewalt zu werden. Leiter von Gemeinden und Führer von Gruppen werden entführt, gefoltert und umgebracht. Ein wirksamer Schutz besteht nur darin, Öffentlichkeit zu erzeugen. Aber dieser Schutz ist nicht umfassend. Die Kirche wird immer noch respektiert, wenn auch der Blutzoll von Priestern, Ordensleuten und engagierten Laien hoch ist. Die Sozialpastoral sieht ihre Aufgabe darin, das soziale Netz wieder herzustellen und in den Konflikten zu moderieren.

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Mexiko: Im Griff des Verbrechens

Arbeitslosigkeit, Gewalt und organisiertes Verbrechen sind im Bundesstaat Veracruz bitterer Alltag. Reiner Wilhelm, Mexiko-Referent von Adveniat, besucht dort Hilfsprojekte.
Ein mit Schnee bedeckter Berg

Der Citlaltépetl oder die Spitze von Orizaba. Foto: Angélica Portales. CC BY-NC-ND 2.0

Nun bin ich in Veracruz angekommen, der Bundesstaat, der in den letzten Jahren und Monaten durch Entführungen und Morden, auch an Priestern, in die Schlagzeilen geraten ist. Als erstes besuchte ich die Diözese Coatzacoalcos, die 1984 gegründet wurde. Sie umfasst die Stadt, die von der Erdölindustrie geprägt ist, und ein weites Umland. Durch die Wirtschaftskrise sind viele Arbeitsplätze verloren gegangen. Sehr problematisch ist der starke Einfluss des organisierten Verbrechens: Morde und Entführungen sind inzwischen Alltag geworden.

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Mexiko: Mayakultur und Touristenluxus

Große Kontraste erlebt Reiner Wilhelm, Mexiko-Referent von Adveniat, jeden Tag bei seiner Projektreise. Dieses Mal zwischen der jahrhundertealten Mayakultur und des modernen Luxus-Tourismus.

Die Maya-Pyramide Ek-Balam. Foto: Adveniat/Wilhelm

Heute geht’s von Cancún aufs Land. Das Ziel: Felipe Carrillo Puerto, eine Stadt mit dem Namen eines der wichtigsten Förderer der Mayakultur. Mitte des 19. Jahrhunderts versuchten die Maya ihre Unabhängigkeit wiederzuerlangen. Das Volk lehnte sich gegen die noch junge Republik auf, auch gegen die katholische Kirche. So sprengten sie gut 20 Kirchen in die Luft. Bis heute sind die Auswirkungen der Zerstörungen sichtbar. Eine Kirche entgeht der Zerstörung – die von Felipe Carrillo Puerto. Gleichzeitig entstand eine Parallelkirche: die „katholische Kirche der Maya“, die unabhängig von Rom ist. Heute wird sie als Ausdruck der Mayakultur vom mexikanischen Staat unterhalten und seine Priester von ihm bezahlt.

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