Lebensrettende Maßnahme: Das Übersetzen

Internationaler Tag des Übersetzens

Der größte Teil der Bevölkerung Paraguays spricht Spanisch und Guarani. Foto: Identidade Diversidade, CC BY-NC 2.0

Der größte Teil der Bevölkerung Paraguays spricht Spanisch und Guarani. Foto: Identidade Diversidade, CC BY-NC 2.0

Von Shakespeare bis zum Text auf dem Joghurtbecher – nie zuvor wurde so viel übersetzt wie heute. Dass die Welt zu einem Dorf wurde, haben wir nicht zuletzt den talentierten Wortjongleuren zu verdanken: Übersetzerinnen und Übersetzer machen uns den Sprachsalat in unsren Köpfen schmackhaft und vermitteln zwischen den verschiedenen Sprachen und Kulturen. Übersetzen, das ist nicht nur die Kunst, die richtigen Worte zu finden – Übersetzer reißen die Mauern der Sprachbarrieren ab und erbauen Heimat.

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Guatemala: Neue Frisur in fünf Minuten

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Adveniat-Volontärin Christina Weise bekommt spontan die typische Kopfbedeckung der Ixil-Frauen. Fotos: Achim Pohl

Endlich angekommen! Nach einer dreistündigen Autofahrt, Berg rauf, Berg runter, haben wir endlich den Ort Chajul in der Region Ixil erreicht. Am Ortseingang machen wir eine kleine Pause und warten auf Padre Tomás, der uns zur Pfarrei geleiten soll. Froh, endlich die Beine vertreten zu können, steigen wir aus. Kaum stehe ich neben dem Wagen und beobachte das bunte Treiben auf der Straße, tippt mich ein Mädchen an. „Möchtet ihr Stoff kaufen?“, fragt die Achtjährige. Ich schaue meine Adveniat-Kollegin Stefanie Hoppe an und wir sagen gleichzeitig: „Porque no?“ – „Warum nicht?“

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Argentinien: „Fortschritt, dass hieß für die Regierungen, uns Indigenen das Land zu rauben und uns zu töten“

1111Die Überlandstraße führt von Formosa aus ins Nirgendwo. Wenigstens für uns, die wir aus Mitteleuropa dichte Besiedelung und kleine Landschaften gewohnt sind. Ins Nirgendwo. Immer schnurstracks geradeaus, nach Nordosten, in Richtung der Provinz Chaco. Doch wir werden erwartet. Sehnlich. Sieben Kilometer vor der Provinzgrenze biegen wir nach gut zwei Stunden Geradeausfahrt ab vom Highway. Da steht ein betonierter Schuppen. Er hat keine Fenster und ist gelb angestrichen. Auf dem Gelb prangt schwarzl das Abbild von Che Guevara, einer Ikone des Gerechtigkeitskampfes längst vergangener Zeiten.

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Paraguay: Die “Transchaco” und der “Bischoff Überall”

Bischof Lucio Alfert mit seinem Geländewagen unterwegs im Chaco.

Bischof Lucio Alfert mit seinem Geländewagen unterwegs im Chaco.

Der Regen kommt mit aller Macht. Endlich! Erdrückende 40 Grad hatten seit Tagen über dem paraguayischen Chaco gelegen, jeder Schritt in der grellen Sonne ist eine kleine Tortur. Doch jetzt prasseln dicke Tropfen auf die staubige Erde, die zuvor von der intensiven Sonne ausgetrocknet und hartgebacken worden war.

Die Transchaco, eine erst vor wenigen Jahren asphaltierte und trotzdem schon löchrige Piste, verwandelt sich in reinstes Aquaplaning. Nachdem er bereits in den Stunden vor dem Regen hunderten Schlaglöchern ausweichen musste, heisst es für Bischof Lucio Alfert nun, den Wagen trotz Wassermassen in der Spur zu halten. „Ich habe mal nachgerechnet, auf der Transchaco bin ich schon rund 1,5 Millionen Kilometer gefahren.” Bischof Alfert grinst und bleibt ruhig.

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Chile: Menschen der Erde in der Metropole

Mapuche Gladys Inalef. Foto: Carolin Kronenburg

Mapuche Gladys Inalef. Foto: Carolin Kronenburg

Wenn sie durch den Raum geht, klingelt es: Gladys trägt heute die traditionelle Tracht ihrer Vorfahren. Dazu gehört ein einfaches Kleid, gehalten von einem Wollgürtel in Regenbogenfarben. Und die Trarilonco, der Kopfschmuck in Silber mit den vielen kleinen Plättchen, die bei jeder Bewegung glöckchenhafte Geräusche von sich geben. Gladys gehört zum Indigenen-Volk der Mapuche – und sie ist stolz darauf.

Trotzdem würde sie hier in Santiago, hunderte Kilometer vom ursprünglichen Territorium der Mapuche in Südchile entfernt, nie in dieser Tracht auf die Straße gehen. Denn obwohl heute mehr Mapuche in der Hauptstadt leben als in ihrer alten Heimat, fühlen sie sich hier diskriminiert. Die kleinen Stadtwohnungen entsprechen nicht den Bedürfnissen der klassischen Mapuche-Großfamilie, in den Schulen werden die Kinder wegen ihrer Nachnamen ausgelacht und an den Unis sind Mapuche-Studenten nach wie vor stark unterrepräsentiert. Die Kräuter und Baumblätter, die die Mapuche-Schamaninnen, die Machis, für ihre Heilkünste brauchen, müssen aus dem Süden importiert werden.

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Delegation: Steinerne Zeugnisse der alten Freiheit

Die steinernen Zeugnisse der untergegangenen Jesuitenreduktionen sind beeindruckend. Obwohl nur noch Ruinen, zeigen sie die Größe und die kluge Planung der Arbeit der Jesuiten bei den Guaraní-Indianern, wie sie die Struktur und die Traditionen der Indígenas beibehielten, ihnen den katholischen Glauben nahe brachten und sie zudem vor den Sklavenjägern, vor allem den „Bandeirantes“ aus dem nahe gelegenen Brasilien schützten.

Von Encarnación kommend, haben wir uns die beiden Reduktionen „La Santísima Trinidad de Paraná“ (Die Allerheiligste Dreifaltigkeit zu Paraná) und „Jesús de Tavarangüe“ angesehen. Beide Orte wurden 1993 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. 1685 bzw. 1706 gegründet, gehören sie zu den jüngeren Reduktionen im Gebiet zwischen dem ehemaligen spanischen Vizekönigreich Peru und dem zu Portugal gehörenden Brasilien.

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