Essen: Erfahrungen für das Leben – nicht nur für den Lebenslauf

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„Ach, du bist bald im Praktikum? Was genau machst du denn da?“ Diese Fragen sind wohl ein Klassiker, wenn man von einem bevorstehenden Praktikum berichtet. Ich muss ehrlicherweise sagen, dass mir eine Antwort eben darauf vor meiner Zeit bei Adveniat schwer gefallen ist. Was würde ich wohl für Aufgaben bekommen? Mit welchen Themen würde ich mich genau beschäftigen? Jetzt, einen Monat später, habe ich eine Antwort. Der Tätigkeitsbereich: wesentlich breiter als der einer „klassischen“ Praktikantin in einer Pressestelle. Die Themen: vielseitig, kritisch und international. Kurzum: genau mein Ding!

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Einen Monat Lateinamerika – mitten in der Essener Innenstadt

Herzlicher Empfang: Praktikantin Jana (Mitte) mit  María Acosta (links) und María Luna Barbero aus dem Länderreferat für Kolumbien und Paraguay.

Herzlicher Empfang: Praktikantin Jana (Mitte) mit María Acosta (links) und María Luna Barbero aus dem Länderreferat für Kolumbien und Paraguay.

„Hola, buenos días!“ tönt es über den Flur. Ein Stück weiter höre ich ein angeregtes Gespräch auf Spanisch. Moment, oder ist es doch Portugiesisch? Das Referat Brasilien ist ja immerhin auch auf unserem Flur, hier im 11. Stock in der Gildehofstraße in Essen. Mein Arbeitsplatz: ein Schreibtisch im Referat Medien bei Adveniat. Es fühlt sich jedoch anders an – eher als ob ich mich irgendwo in Lateinamerika befände, um mich herum Menschen aus ganz unterschiedlichen Ländern.

Als ich mein Praktikum Ende Juni bei Adveniat begonnen habe, wusste ich, dass ich es mit Lateinamerika zu tun haben würde. Wie nah dieser Kontinent hier ist, war mir vorher jedoch nicht klar. Die Mentalität, die Sprache, die Menschen – Adveniat nimmt seinen Slogan „Für die Menschen in Lateinamerika“ mehr als wörtlich. Aus elf verschiedenen Nationen kommen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Diejenigen, deren Weg sie nicht aus Südamerika oder Spanien nach Essen geführt hat, haben auch fast alle länger im Süden Amerikas gelebt.

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Freiwillige in Paraguay: Mega-Konzert der Jugend

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1.200 Jugendliche trafen sich zu einem „Mega-Konzert“ in Encarnación, initiiert von der landesweiten Musik-Initiative „Sonidos de la Tierra“ (Töne der Erde), die Adveniat untersützt. Fotos: Rebecca Kossmann

Die Jugendlichen von Semillas Musicales sind aufgeregt, denn heute konnten sie mit offizieller Entschuldigung ihres Konservatoriums eher die Schule verlassen. Warum? Weil wir heute mit vierzig Jugendlichen nach Encarnación fahren, um dort am „Mega Concierto“ teilzunehmen und unser Repertoire vorzutragen.

In der reinsten Klassenfahrtsstimmung machen wir uns mit einem klapprigen Colectivo (Reisebus) auf den Weg. Wie das so ist wenn 40 Musiker in einem Bus sitzen wird gesungen, laut und ausgelassen und Gitarre und Geige gespielt.

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Kolumbien: Vom Guerillakämpfer zum Normalbürger

Ausschnitt aus dem Denkmal für die gefallenen Soldaten in Bogota. Fotos: Jürgen Escher

Unser letzter Tag in Kolumbien. In den letzten zwei Wochen sind wir auf der Suche nach Ansätzen für eine Lösung des jahrzehntelangen Bürgerkriegs kreuz und quer durch das südamerikanische Land gereist, haben die Menschen gefragt, was für sie „Gerechtigkeit und Frieden“ bedeutet. Denn genau so heißt das Motto der diesjährigen Jahresaktion von Adveniat.

Nun sitzen wir auf den Treppenstufen der Santiago-Kirche im südkolumbianischen Pasto und warten auf unseren letzten Gesprächspartner. Er ist spät dran. Die Sonne geht unter, es wird bitter kalt. Doch wir warten.

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Kolumbien: Friedensarbeiter an der Basis

Margarita Martines und Gloria Viuda Hidalgo (Laien einer Coppas-­ Gruppe) besuchen die im Rollstuhl sitzende Luz Angelica Guevera. Fotos: Jürgen Escher

Wir sind in Pasto angekommen, der letzten Station unserer Kolumbienreise. Die auf 2.500 Metern Höhe in einem Tal der Anden gelegene Stadt war lange durch ihre Abgeschiedenheit vom Rest Kolumbiens abgetrennt. Erst seitdem die Pan-Americana-Autobahn sich auf dem Weg an die nur 90 Kilometer entfernte Grenze zu Ecuador an Pasto entlang vorbeischlängelt, fand die Region wieder den Anschluss.

Doch der vom fernen Bogotá aus gesteuerte Staat ist immer noch weit entfernt. Unter Ex-Präsident Álvaro Uribe flossen sogar über Jahre kaum öffentliche Gelder in die von der Opposition regierte Region. Die Ergebnisse der Vernachlässigung sind überall: schlechte Schulen, mangelhaft ausgestattete Hospitäler, kaum Ausbildungs- oder Arbeitsplätze, Sozialwohnungen nur für Anhänger der Regierung, dazu mit Schlaglöchern übersäte Wege.

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Kolumbien: Die Goldschürfer des Rio Quito

Goldwäscherin am Ufer des Rio Quito. Fotos: Jürgen Escher

Gemächlich fließt der Rio Atrato an Quibdó vorbei, der Hauptstadt des Departamento Chocó. Seine der Stadt zugewandte Hälfte ist schwarz, am gegenüber liegenden Ufer ist der Fluss ockerfarben. Unser Boot steuert quer durch den Atrato in Richtung der Quelle des ockerfarbenen Wassers: dem Rio Quito, der schräg gegenüber der Uferpromenade Malecon in den Atrato fließt.

Wir sind auf der Suche nach den Goldgräbern des Rio Quito, und das ockerfarbene Wasser ist ihre Spur. Schwimmende Goldbagger saugen den goldhaltigen Flusssand auf, lassen ihn über Lamellen laufen, auf denen das Gold hängenbleibt. Der Flusssand fließt zurück in den Fluss, der durch die Sedimente seine Farbe ändert. Folgen wir dem ockerfarbenen Wasser, finden wir die Goldbagger.

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