Kindermigration: In den USA

Der Bischof von Dallas, Kevin Farrell, setzt sich für die Rechte von lateinamerikanischen Migranten in den USA ein, die keine Papiere haben.

Der Bischof von Dallas, Kevin Farrell, setzt sich für die Rechte von lateinamerikanischen Migranten in den USA ein, die keine Papiere haben.

Plötzlich ist alles anders als in Mexiko: wir sind in Dallas gelandet. Die Straßen sind breit und groß und ziehen sich wie in einem Zeichentrickfilm durch grüne Wiesen. Noch größer erscheinen die Parkplätze vor den Shopping Malls und Fastfood-Restaurants, die gefüllt sind von in der Sonne glänzenden Neuwagen. Fußgänger sind nur selten zu sehen. Straßenstände, an denen Essen angeboten wird, fehlen; laute Musik, die aus Häusern und Autos schallt, ebenso.

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Kindermigration: Am Grenzzaun

An der Nordgrenze wehen die Flaggen der Vereinigten Mexikanischen Staaten und der Vereinigten Staaten von Amerika. Foto:  Øle Schmidt

An der Nordgrenze wehen die Flaggen der Vereinigten Mexikanischen Staaten und der Vereinigten Staaten von Amerika. Foto: Øle Schmidt

In den Außenbezirken von Ciudad Juárez wohnen die Menschen in unmittelbarer Nähe zum Grenzzaun. Doch nur für die mexikanischen Polkarhythmen, die aus den Häusern erklingen und die US-amerikanische Seite mitbeschallen, stellt der hohe Maschendraht kein Hindernis dar. Der Zaun ist für eine sportliche Person durchaus überwindbar, doch die Patrouillenwagen der Border Patrol erscheinen unmittelbar und im Wüstensand auf eine unheimliche Weise scheinbar lautlos neben einem, sobald man sich auf mexikanischer Seite dem Zaun nähert.

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Kindermigration: Bei den Ameisen

Yenifer besucht regelmäßig das Kinderzentrum »Las Hormigas« in einem Armenviertel in der nordmexikanischen Grenzstadt Ciudad Juárez. Foto: ole schmidt

Auch Cintia besucht regelmäßig das Kinderzentrum »Las Hormigas« in einem Armenviertel in der nordmexikanischen Grenzstadt Ciudad Juárez. Foto: ole schmidt

In der Grenzstadt Ciudad Juárez, die mit ihrer Zwillingsmetropole El Paso ein ganzes weites Tal füllt, besuchen wir die Ameisen. „Las Hormigas“, nennt sich die kleine Organisation, die zwei ehemalige Ordensschwestern in einem der ärmsten Viertel entlang des Grenzzauns gegründet haben. Hier im Nordwesten der Stadt leben die Zugezogenen aus anderen Landesteilen Mexikos, die in den Industrie­ge­bieten im Südosten der Metropole die Werkbänke der Weltmarktfabriken füllen.

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Kindermigration: Nur noch eine Tagesreise zur Grenze der USA

Der 14-jährige Andy ist aus Honduras geflohen, er träumt davon, in den USA sein Abitur zu machen. Foto: ole schmidt

Der 14-jährige Andy ist aus Honduras geflohen, er träumt davon, in den USA sein Abitur zu machen. Foto: ole schmidt

Am nächsten Morgen verlassen wir das Zentrum von Saltillo Richtung Bahnschienen. Hier liegt die Migrantenherberge Betlehem hinter Wandgemälden und Schriftzügen. Ein Mann aus Honduras macht uns das Tor auf. Angesichts von Kamera und gezücktem Schreibblock verzichtet er auf die Routinedurchsuchung am Eingang und winkt uns freundlich durch.

In dieser Herberge wird nicht Dame sondern Domino gespielt. Die vier Spieler werden von einer ganzen Gruppe von Zuschauern umringt, Männer, Frauen, Kinder und Kinder, die mit ihren Kindern reisen. Wie die 17-jährige Ingrid aus Guatemala, die mit dem einjährigen Sohn Johnny unterwegs ist. Die meisten aus der Versammlung kommen aus Mittelamerika, doch auch drei Inder sitzen mit auf den Bänken und ein Russe Anfang 60, der keine Schneidezähne hat, aber einen Waschbrettbauch und sagt, dass er vor dem KGB auf der Flucht ist.

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Kindermigration: Eindringliche Worte eines Bischofs

Raúl Vera, der Bischof von Saltillo, ist wegen seines Einsatzes für Migranten mehrfach von Mafiakartellen bedroht worden. Foto: ole schmidt

Raúl Vera, der Bischof von Saltillo, ist wegen seines Einsatzes für Migranten mehrfach von Mafiakartellen bedroht worden. Foto: ole schmidt

Als wir seine Privatresidenz in der Stadt Saltillo betreten, wirkt er alt und gebeugt. Kein Wunder mit seinen inzwischen 75 Jahren. Doch nach dem Fototermin im Hof, vor dem Relief der Jungfrau von Guadalupe, der Schutzheiligen Mexikos, als die Sprache schließlich auf die Kindern und Jugendlichen in der Migration kommt, da sprudeln die Worte nur so aus ihm heraus. Unser Gesprächspartner, Bischof Raúl Vera, gestikuliert so energisch, dass es nun kaum noch möglich ist, Fotos von ihm zu schießen.

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Kindermigration: “Hunger bis zum Umfallen, das kenne ich von Zuhause”

Zwei Kindermigranten in der Herberge von Fray Tomás in Tenosique. Foto: øle schmidt

Zwei Kindermigranten in der Herberge von Fray Tomás in Tenosique. Foto: øle schmidt

Sechzig Kilometer hinter der Grenze liegt Tenosique. Die Migranten erreichen die verschlafene Provinzstadt inmitten unendlicher Kuhweiden zu Fuß. Sie durchqueren Sümpfe und Flüsse. In der Krankenstation der Migrantenherberge „72“ waschen ihnen Freiwillige aus Mexiko und aller Welt die Füße und desinfizieren die aufgesprungenen Blasen.

Im Eingangsbereich der Herberge grüßt Monseñor Oscar Romero. Vor dem Gemälde des Befreiungstheologen aus El Salvador, der zum Auftakt des Bürgerkriegs in El Salvador erschossen wurde, stehen Blumen. Romero kann wohl zu Recht als geistiger Vater von Fray Tomás González gelten, dem Leiter der Herberge. Der Franziskaner hat sie vor vier Jahren nach den 72 Migranten benannt, die in Nordmexiko Opfer eines Massakers wurden.

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