El Salvador: Am Grab Oscar Romeros

JE_Blog_1_01_Grab_RomeroFür die Menschen in El Salvador, das ist schon nach wenigen Stunden im Land klar, ist Oscar Arnulfo Romero y Galdamez längst ein Heiliger. Überall prangen Wandbilder mit dem Konterfei des 1980 ermordeten Erzbischofs von San Salvador, stehen Büsten oder Statuen, erinnern Parolen an Teile seiner Predigten. Die offizielle Kirche tut sich schwerer. Seit den 1990er Jahren ist der Seligsprechungsprozess in Rom anhängig, mehrere Postulatoren haben bisher vergeblich versucht, den Prozess von San Salvador aus voranzubringen.

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El Salvador: Pacífico

„Die dritte Welt ist wie ein invertierter Spiegel. Wenn die erste Welt in ihn hineinschaut, erkennt sie sich in ihrer tiefsten Wahrheit.“ (J. Sobrino)

Am heutigen Morgen wurden wir von dem Rauschen der Wellen geweckt. Bereits vor dem Frühstück zog es alle Studierende an den nur wenige Meter entfernten Strand und es wurden bereits zahlreiche Strandfotos gemacht. Danach erwartete uns um 8 Uhr ein reichlich gedeckter Frühstückstisch mit Pancakes, Brötchen, Erdbeermarmelade, frischem Kaffee, Früchten und vielem mehr. Im Anschluss daran erfolgte eine erste gemeinsame Reflexion über die Erlebnisse, Eindrücke und Erfahrungen der vergangenen zwei Wochen.

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El Salvador: 1+1=1 Der zweieine Kreuzweg

Der Kreuzweg Jesu und der Kreuzweg der Menschen von Arcatao

„Es geht um eine Option für die Armen, um die Inkarnation in ihre Welt, um die Verkündigung der Frohbotschaft und darum, den Armen Hoffnung zu geben, sie zur Freiheit zu ermutigen, ihre Rechte zu verfolgen und ihre Leben zu teilen.“ (Oscar Romero)

Es bricht der letzte Tag in Arcatao für uns an. Am Morgen verabschieden wir uns von unseren Gastfamilien und besuchen dann gemeinsam um 8 Uhr die Messe. Danach zeigt Nicolas uns den Kreuzweg, den die Menschen aus Arcatao gestaltet haben.

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El Salvador: Der Exodus aus Arcatao

„Es ist besser, ein Problem zu haben, als eine schlechte Lösung.“ (Ignacio Ellacuria)

Für heute stand die Abreise aus Arcatao auf dem Programm. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge machten wir uns Richtung Costa del Sol auf. Einerseits hatten wir uns alle schon ein wenig mit dem Dorf, den Menschen und „unseren Familien“ vertraut gemacht, andererseits war die Vorfreude auf das Meer schon seit dem Hinflug riesig.

Einen Zwischenstopp machten wir in Guarjila. Interessant für uns ist dieses Dorf, da hier der Priester Jon Cortina, der sich aufopfernd um die Betroffenen des Bürgerkriegs aus Guarjila kümmerte, lebte. Dessen Haus wurde in das Museum „Casa-Museo Jon Cortina“ umgewandelt. Die Bewohner aus Guarjila waren im Zuge der ansteigenden Gewalt im Bürgerkrieg über die Grenze nach Honduras geflüchtet. Hier bildete sich das Flüchtlingslager mit dem Namen Misa Grande. In jenem lebten in drei eingeteilten Zonen mehrere Tausend Menschen dicht gedrängt und sie waren ausschließlich von internationalen Hilfsgütern abhängig. Auch konnte keiner das Lager aufgrund militärischer Verfolgung verlassen. Trotz dieser widrigen Umstände erstarkte der Wunsch in die eigene Heimat zurückzukehren, auch wenn sie noch so umkämpft war. Am 12. Oktober 1987 kehrten die Flüchtlinge geschlossen in ihre Heimat zurück, nachdem sie zwei Tage an der Grenze aufgehalten wurden und einen Brief an den Erzbischof und Präsidenten von El Salvador geschickt und ihre Einreise mitgeteilt hatten. Die Freude über ihre Rückkehr in ihre Heimat wurde von dem Fehlen von existentiellen Gütern getrübt. Dies war die Wirklichkeit mit der sich Jon Cortina konfrontiert sah. Er entschied sich bewusst für die Gemeinde von Guarjila und trieb den Wiederaufbau des Dorfes, die Eingliederung der Menschen und die Aufarbeitung der geschehenen Gewalttaten des Krieges voran. Sein Wirken war breit gefächert: Von grundsätzlichen Dingen wie fließendes Wasser, über Bildungsaufgaben wie Schulen, bis hin zum Brückenbau ermöglichte sein Handeln den Menschen schrittweise wieder ein würdigeres Leben. Noch heute arbeitet eine von ihm gegründete Organisation an der Suche nach in den Wirren des Krieges verschwundenen Kindern, zum Teil mit großem Erfolg. 2005 starb schließlich Cortina eines natürlichen Todes, nachdem er sich durch das Einlenken seiner Gemeinde am Tag der Ermordung der Jesuiten nicht wie geplant in der UCA befand. Auch er stand zusammen mit Ingacio Ellacuria und den übrigen Jesuiten auf der Todesliste des Militärs. Nach der Besichtigung des Museums sollte es eigentlich noch in eine weitere Gemeinde gehen, hier hatten sich aber einen Tag zuvor zwei Todesfälle von Jugendlichen ereignet. Dieses Ereignis führte uns nochmals eindringlich die Realität von El Salvador vor Augen.

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El Salvador: Ein sanftes kikirikiiii

„Auch der Prunk dieser Welt vergeht, all die falschen Siege. Die Liebe aber vergeht nicht. Was auch nicht vergeht, ist das Bemühen, Geld, Besitztümer und das eigene Schaffen zu einem Dienst an den Anderen gemacht zu haben; das Glück, alle Menschen als Geschwister erfahren und mit ihnen geteilt zu haben.“ (Oscar Romero)

Am heutigen Tag wurden wir von einem sanften kikirikiiii um 4.30 Uhr morgens geweckt. Nach mehreren erfolglosen Versuchen wieder einzuschlafen standen wir schließlich ein wenig später auf und wurden bereits sehr herzlich von unserer Gastmutter und dem Hauspapageien begrüßt. Uns erwartete bereits ein reichhaltiges Frühstück mit frischen Früchten, Brot, gebackenen Bananen und Bohnenmus. Nachdem wir uns für den Tag gestärkt hatten machten wir uns auf den Weg, um mit den anderen Studierenden und einigen Gastgeschwistern in das nahe gelegene Freibad zu fahren. Die Fahrt dorthin war für uns alle ein großes Highlight der Reise, da wir wie die El Salvadorianer hinten auf dem Pick up standen und der Wind uns um die Nase wehte. Im Freibad angekommen zog es alle direkt ins „kühle“ Nass, da die Hitze bereits am Morgen für uns Deutsche kaum ertragbar war. Trotz ständigen Eincremens während unseres Freibadbesuches wurde niemand von der hohen Sonneneinstrahlung verschont. Am Ende des lustigen und erholsamen Tages hatten alle einen Sonnenbrand.

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El Salvador: Besuch im „Projecto museo“

„Ich bin ein Hirte, der zusammen mit seinem Volk begonnen hat, die ebenso wunderbare wie schwierige Wahrheit zu lernen, dass unser christlicher Glaube uns nicht von der Welt trennt, sondern uns im Gegenteil eng mit ihr verbindet.“ Oscar Romero

Am ersten Vormittag in Arcatao besuchten wir das kleine „Projecto museo“, das von dem „Comite memoria y cultura“ gegründet wurde und instandgehalten wird. Diese wurde 2004 gegründet und besteht aus einigen Zeitzeugen, die den Bürgerkrieg miterlebt haben. In dem Museum werden neben Fotografien auch Gegenstände und Anschauungsmaterial aus der Zeit ausgestellt, wie zum Beispiel Kleidungsstücke, Munition und medizinisches Werkzeug.

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