Papstreise Bolivien: von Eiseskälte und Herzenswärme

Mittendrin beim Papstbesuch in Bolivien - Dr. Irene Tokarski. Foto: Carolin Kronenburg

Mittendrin beim Papstbesuch in Bolivien – Dr. Irene Tokarski. Foto: Carolin Kronenburg

Es herrscht immer noch Eiseskälte, aber wenigstens regnet es nicht mehr. In wenigen Minuten kommt Francisco in Santa Cruz an. Seine wenigen Stunden in La Paz waren schon ziemlich bewegend: Es gab eine herzliche Umarmung von Francisco für Evo, und der hat von der Option für die Armen gesprochen und vom Meer, und der Papst von den Erfolgen bei der Eingliederung der Armen in Bolivien und der Notwendigkeit, Konflikte im Dialog zu lösen. Viel über Beteiligung aller in der Gesellschaft, von der Verantwortung aller für das Gemeinwohl. Einer der Höhepunkte war sicher der kleine Mojeño, der am Flughafen ein Selfie mit dem Papa gemacht hat und als die Kinder am Flughafen, Francisco umringt haben und ihn nicht gehen lassen wollten …

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Papst-Fieber in Boliven

Bolivien Papst

Im wahrsten Wortsinn atemberaubend: Der Ausblick von El Alto auf La Paz. Foto: Carolin Kronenburg

Liebe Freunde und Freundinnen von „Francisco in Bolivien“ (so heißt die offizielle Website der Regierung),

jetzt bin ich auch schon fast ins Papst-Fieber eingetaucht. Im Grunde ist alles viel einfacher, als ich das auf meine deutsche Weise sehe (und was ich an Lateinamerika so schätze). Die Organisation ist ein Desaster – beispielsweise habe ich meine Akkreditierung vor Wochen beantragt und schließlich erst im 5. Anlauf bekommen … Aber eigentlich ist das alles egal, wir feiern, weil es Spaß macht und das Leben es wert ist, und das ist wahr und ich kann es spüren in diesen Tagen hier in Santa Cruz. Es ist immer noch verdammt kalt, gestern hat es mit kurzen Unterbrechungen den ganzen Tag geregnet, aber was macht’s? Gar nichts, weil heute der Papst kommt. Das ist genug Sonnenschein für diese Woche und für noch einige mehr.

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Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, Papst Franziskus!

Papst

Für die einen ist der 17. Dezember nur ein weiteres Türchen am persönlichen Adventskalender. Für die anderen schlicht nur sieben Tage vor Weihnachten.

Dennoch, es gibt auch neben der Vorfreude auf Weihnachten etwas zu feiern:

In aller Bescheidenheit und typisch für das, was wir in den vergangenen Monaten erleben durften, feiert Papst Franziskus heute seinen 78. Geburtstag. Er tut dies gemeinsam mit Obdachlosen, feierte eine Frühmesse und lud im Anschluss zu einem Frühstück ein. Und danach geht es völlig normal weiter zur Generalaudienz.

Herzlichen Glückwunsch!

Auch wir von Adveniat wünschen dem Heiligen Vater alles Gute zum Geburtstag, Gottes Segen und weiterhin viel Kraft und Mut zur Ausübung dieses besonderen Amts.
All den anderen weniger prominenten Geburtstagskindern wünschen wir ebenfalls alles Gute und nur das Beste zum neuen Lebensjahr. Es ist schon ein besonderes Glück, in der Vorweihnachtszeit Geburtstag feiern zu dürfen.

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Argentinien: Ruinen einer Utopie?

1Unsere Reise hat uns heute nach San Ignacio Mini in Missiones geführt. Hier haben 1698 die Jesuiten eine ihrer berühmten Reduktionen gegründet. Die Ruinen gehören inzwischen zum Weltkulturerbe, eine Anlage, die auch heute noch zum Staunen bringt.

3Ca. 4000 Indigene fanden damals Zuflucht vor den portugiesischen Sklavenfängern. Eine straff organisierte Gemeinschaft, in der die gewählten Katziken (Gemeinderäte) die Rechtssprechung innehatten. Zu ihren Aufgaben gehörte es auch, die Arbeit zu überwachen, die Sauberkeit zu überprüfen, Haare zu schneiden, das Essen zu probieren und die Anwesenheit der Kinder bei der Arbeit zu überprüfen. Vom nahegelegenen Parana-Fluss schleppten die Menschen die Sandsteine an, aus denen die Häuser, das Rathaus und die riesige Kirche gebaut sind. Die Jesuiten lehrten die Menschen Instrumentenbau und lernten selbst die Sprache der Guarani. Nur zwei Ordensmänner lebten in der Gemeinschaft und formten eine Sozialwesen, in dem die europäische und die einheimische Kultur gewaltfrei zusammenwirkten. Eine Utopie, die mit dem Verbot des Jesuitenordens in sich zusammenbrach – die Indigenen waren ihres Schutzes beraubt und flohen zurück in die Wälder. Die Natur holte sich das Territorium zurück. Nach vielen Jahren üppiger Vegetation sind die Ruinen seit kurzer Zeit wieder zugänglich.

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Argentinien: „Fortschritt, dass hieß für die Regierungen, uns Indigenen das Land zu rauben und uns zu töten“

1111Die Überlandstraße führt von Formosa aus ins Nirgendwo. Wenigstens für uns, die wir aus Mitteleuropa dichte Besiedelung und kleine Landschaften gewohnt sind. Ins Nirgendwo. Immer schnurstracks geradeaus, nach Nordosten, in Richtung der Provinz Chaco. Doch wir werden erwartet. Sehnlich. Sieben Kilometer vor der Provinzgrenze biegen wir nach gut zwei Stunden Geradeausfahrt ab vom Highway. Da steht ein betonierter Schuppen. Er hat keine Fenster und ist gelb angestrichen. Auf dem Gelb prangt schwarzl das Abbild von Che Guevara, einer Ikone des Gerechtigkeitskampfes längst vergangener Zeiten.

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Argentinien: Der Papst und die Frauen

Wichtige Menschen treffen wir in diesen Tagen auf unserer Reise „auf den Spuren von Papst Franziskus“ in Argentinien. Ein leibhaftiger Friedensnobelpreisträger ist dabei, Bischöfe natürlich, Professoren und meinungsbildende Journalisten. Und dann sind da zwei eher zufällige Begegnungen mit zwei Frauen, die mich besonders beeindrucken:

444Andrea Gómez arbeitet an der Pforte der UCA, der katholischen Universität in Buenos Aires. Sie soll Papst Franziskus gut kennen, höre ich. Als ich sie nach dem Heiligen Vater frage, sagt sie strahlend: „Für mich ist und bleibt er Jorge“. Einmal im Monat kam er, als er noch Erzbischof von Buenos Aires war, zu ihr und ihrem Mann zum Mittagessen. „Immer mit der U-Bahn“, betont Andrea. Zurückgebracht habe ihr Mann ihn dann im Auto. Auch heute stehen sie noch in regelmäßigem Kontakt: „Wir telefonieren alle drei bis vier Wochen“, sagt sie strahlend, ehe sie doch ein wenig wehmütig ergänzt: „Ich habe einen Freund verloren, die Welt hat einen Papst gewonnen.“

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