Das Recht auf das eigene Land: Vila Autodromo

Rammen dröhnen, Abrissbagger graben ihre große Schaufeln in den Schutt, die Kulisse wirkt wie in einem Kriegsfilm: Von den meisten Häusern des Viertels Vila Autodromo in Rio de Janeiro sind nur noch Ruinen übrig.

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„Wir wollen hier nicht weg!“ Angesichts der Bagger und Planierraupen klingt der Aufruf von Maria Penha zwar fest, aber irgendwie verloren. Denn die Türme des Olympiaparks wachsen nur hundert Meter weiter in gigantische Höhen. Keine Chance, dieser Perspektive zu entkommen. Dennoch: Die kleine Frau wirkt entschlossen.

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Kinderalltag in Rio: Maria Clara aus „Complexo 18“

Maria Clara stapft angestrengt den Hügel hoch. Zwischen Steinen, Matsch und Müll setzt sie ihre kleinen Füßchen in den bunten Flipflops. Jeden Wochentag macht die Zweijährige um kurz vor sieben an der Hand ihrer Mutter den Aufstieg.

Mittagessen in der Kinderkrippe Pintinho Dourado (Goldenes Küken): Für mache Kinder sind die Mahlzeiten das einzige Essen, das sie bekommen. Die KiTa wird vom Verein Kinder in Rio getragen, der Mitglied im Aktionsbündnis "Rio bewegt. Uns." ist.

Mittagessen in der Kinderkrippe Pintinho Dourado (Goldenes Küken): Für mache Kinder sind die Mahlzeiten das einzige Essen, das sie bekommen. Die KiTa wird vom Verein Kinder in Rio getragen, der Mitglied im Aktionsbündnis „Rio bewegt. Uns.“ ist.

Denn dann geht es in die Kita. Sie liegt nicht weit weg von ihrem Haus, aber der große Hügel ist eine enorme Hürde für die Kleine. Viele Kinder steigen zu dieser Zeit den Hügel hinauf, an der Hand ihrer Eltern oder älteren Geschwister. Die, die niemanden haben, der sie bringt, können nicht zur Kita kommen – der Aufstieg ist zu beschwerlich und zu gefährlich. Nicht nur wegen der Rutschgefahr.

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Brasilien: Beeindruckend und beängstigend

Schauspielerin Eva Habermann, die zu den 11 Freunden der Aktion „Steilpass“ gehört, ist mit der „Steilpass“-Delegation nach Brasilien gereist. Nach zwei Tagen in Rio de Janeiro hat sie ihre Eindrücke aufgeschrieben:

Schon jetzt liegen bei mir die Nerven blank. In Rio deutet nichts darauf hin, dass hier eine WM stattfinden wird. Ich sehe keine Flaggen, keine Girlanden, keine Vorfreude in den Gesichtern der Menschen. Ich hatte so etwas schon erwartet, aber ich hätte nie gedacht, dass es so schlimm sein wird. Ich freue mich auf die WM, so ist das nicht, aber Brasilien ist ein Land, das die Voraussetzungen für eine großangelegte Fußball-WM eigentlich nicht erfüllen kann.

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Brasilien: Im Schatten der WM

Christina Weise, Ana Gabriela und Maryana.

Christina Weise, Ana Gabriela und Maryana.

„Ich werd‘ mir die WM-Spiele nicht angucken“, sagt die 15-jährige Mayara. „Ich bin lieber auf der Straße, als das ich fernsehgucke.“ Was sie auf der Straße macht? „Nichts Besonderes. Nur abhängen,“ sagt sie. „Aber das ist besser als Fußball zu gucken. Das ist langweilig.“ Früher hat sie sogar selbst gespielt, aber jetzt den Spaß daran verloren. Ihre jüngere Schwester Ana Gabriela ist da ganz anderer Meinung. Sie möchte am liebsten jedes WM-Spiel sehen und freut sich besonders auf die Spiele von Brasilien. In ihrem Neymar-Shirt der brasilianischen Nationalmannschaft ist sie dafür schon richtig gekleidet. „Ich liebe Fußball und spiele selber auch“, erzählt sie. Als Tiago sagt, er glaube, das Deutschland die WM gewinnen wird, beginnt eine heiße Diskussion.

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Brasilien: Ein Steilpass nach Rio

Stephan Jentgens...

Stephan Jentgens…

... und Volker Monnerjahn bei der Ankunft in Brasilien.

… und Volker Monnerjahn bei der Ankunft in Brasilien.

In den frühen Morgenstunden tauchte am Dienstag durch die dichte Wolkendecke über São Paulo ein Flugzeug ab – mit Kurs auf den internationalen Flughafen. Darin, zwischen vielen Fußball-Fans, die Delegation der „Aktion Steilpass“: Adveniat-Geschäftsführer Stephan Jentgens, Christian Frevel, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit bei Adveniat, Heribert Kron von der KAB, Volker Monnerjahn, Präsident des DJK-Sportverbandes, Daniel Steiger, KLJB-Bundesseelsorger, Schauspielerin Eva Habermann, Fotograf Martin Steffenund Adveniat-Volontärin Christina Weise. Zur Begrüßung war für alle Passagiere der grüne Teppich ausgerollt worden. Ein erstes Bisschen WM-Feeling im Fußball-Land Brasilien.

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WJT: Geschüttelt – nicht gerührt

Nein, du steigst nicht einfach nur so in den Bus – in Rio ist das Busfahren ein ganz besonderes Vergnügen. Der Bus stoppt an der Haltestelle nur wenige Sekunden und du musst schnellst möglicht in ihn hineinspringen. Sobald die letzte Person die unterste Stufe des Einstiegs betreten hat, fährt der Bus mit noch geöffneten Türen Vollgas los. Festhalten! Das Fahrvergnügen geht weiter.

Als ob dies nicht schon riskant genug wäre, musst du während der rasanten Fahrt bei einem Kassierer dein Ticket lösen und ein Drehkreuz passieren. Dieses Drehkreuz ist ein architektonisches Wunderwerk, ganze 30 mal 30 Zentimeter entscheiden über Weiterkommen oder Blamieren. Da heißt es Taschen anheben und Bauch einziehen.

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