Bye bye Bolivia

Die Zeit ist wie im Flug vergangen. Unsere letzten Tage in Bolivien verbringen wir mit dem Erzbischof Koadjutor von Santa Cruz de la Sierra, Sergio Gualberti. Vor wenigen Tagen hatte Gualberti, der 2012 als Aktionsgast von Adveniat nach Deutschland reisen wird, die Nachricht erhalten, dass er Nachfolger des gesundheitlich angeschlagenen Julio Terrazas werden wird, der derzeit noch Erzbischof von Santa Cruz und gleichzeitig Kardinal in Bolivien ist.

An diesem Morgen sind wir mit Gualberti in die Gemeinde San Judas Tadeo in dem kleinen Dorf Puerto Pailas gefahren, wo 40 Jugendliche ihre Firmung erhalten. Stolz empfängt die Gemeinde den gebürtigen Italiener Gualberti, der seit über 32 Jahren in Bolivien wirkt. Vor der Kirche hat sich eine Blaskapelle positioniert, die den festlichen Rahmen liefert. In der Kirche haben sich die Angehörigen der Jugendlichen versammelt, viele haben keinen Platz mehr in den Sitzreihen bekommen, stehen in den Gängen und lauschen Gualbertis Worten an die Jugendlichen.

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Bolivien: Besuch in TIPNIS

Wir werden bereits erwartet. Als das kleine Flugzeug sanft auf der Graspiste von Santíssima aufsetzt, sehen wir schon die Menschentraube. Die fünf Schwestern des peruanischen Ordens „Jesus, Verbo y Victima“ haben gut 50 Kinder aus der Schule des Urwalddorfes mit an die Landebahn gebracht. Freudiges Winken und Händeschütteln, dann klettern die Kinder schon neugierig auf den Tragflächen der Cessna herum.
Wir sind in TIPNIS, Boliviens letztem Urwaldparadies, dessen Schutz sich derzeit so viele Menschen auf ihre Fahnen geschrieben haben. Sieben Bewohner aus Santíssima haben an dem Marsch nach La Paz teilgenommen, der Präsident Evo Morales dazu gezwungen hatte, den Bau einer Fernstraße mitten durch den Park zu stoppen. Zurück sind die Helden noch nicht. Heute oder morgen wollen sie aus La Paz aufbrechen. Ihre Frauen und Kinder erwarten sie bereits sehnsüchtig.

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Auf nach Cochabamba!

Unsere letzten Minuten in La Paz gaben uns noch einmal eine Kurzversion unseres gut 10-tägigen Aufenthaltes. Auf dem Weg zum Flughafen in El Alto steckten wir eine halbe Stunde im chaotischen Straßenverkehr fest. Verursacht war das Ganze wohl von einem weiteren Protestmarsch durch die Stadt, den die seit Mittwoch hier campierenden TIPNIS-Indigenen zur Unterstreichung ihrer Forderungen spontan inszeniert hatten. An Ausweichen war nicht zu denken – die Polizei hatte große Teile des Zentrum abgesperrt.

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Bolivien: Marsch über den Cumbre-Pass

Die Sicht in dem eisigen Nebel beträgt gerade einmal 10 Meter. Wir sind etwa 3 Kilometer unterhalb des Cumbre-Passes, dem 4.650 Meter hohen Eingangstor zu der Hochebene, über die man La Paz erreicht. Die uns entgegen kommenden Lautsprecherwagen kündigen die nicht allzu weit entfernte Spitze des Protestmarsches gegen den Bau der Interoceanica-Fernstraße durch den Naturpark TIPNIS an. dann hören wir sie, ohne sie zu sehen. Auf den seitlich hoch aufragenden Felsen haben Sympathisanten in den letzten Tagen Unterstützungsbotschaften für die seit 65 Tagen marschierenden Indios geschrieben. „Hände weg von TIPNIS“ ist da zu lesen, aber auch ein „Evo se queda“.

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Bolivien: Hinunter in die Yungas

Um uns nichts als Nebel. Der „Cumbre“, die Passhöhe auf 4.650 Meter, die man nach 30 Kilometern von La Paz kommend erreicht, soll angeblich einen tollen Blick auf die umliegenden Andengipfel bieten. Doch an diesem Morgen liegt die Sicht bei 10 Metern. Wir fahren weiter, hinab in Richtung der Yungas, dem Übergang zwischen dem 3.000 bis 4.000 Meter hohem Altiplano und der bolivianischen Regenwaldregion. Nach wenigen Kilometern geht rechts die weltweit bekannte Todesstraße „Carretera de la muerte“ nach Coroico ab. Touristen stürzen sie auf Fahrrädern hinab, es soll eines der letzten 10 Abenteuer unserer Tage sein.

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Bolivien: Von La Paz zum Titicaca-See

La Paz

La Paz

Jeder Schritt schmerzt in den Lungen. Die Höhe! Wir stehen an den Ufern des Titicaca-Sees, dem höchstgelegenen kommerziell schiffbaren Gewässer der Welt. Zwei Stunden lang waren wir mit einem klapprigen Taxi von La Paz aus unterwegs, haben die hoch über der Hauptstadt gelegene Nachbarstadt El Alto durchquert, eine trostlose Aneinanderreihung noch trostloser Wohnbauten, die von einer hoffnungslos überfüllten und nach Dieselabgas stinkenden Strasse durchzogen wird.

Doch jetzt sehen wir alle zum ersten Mal den spiegelglatten See vor uns. Am Himmel ziehen ein paar Wolken malerische Streifen durch das satte Blau. Wir laufen den Bootssteg entlang, der Blick ist toll und wir wollen Fotos machen. Doch die zu schnellen Bewegungen rauben uns die Luft.

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