Haiti: Das verlorene Paradies

Haiti, die „Perle der Antillen“, hätte ein unglaubliches Potenzial – für Strandurlauber, Outdoorliebhaber und Ruhesuchende. Wenn da nur nicht…
Zwei Jungs am Strand neben ihrer einfachen Hütte

Haiti ist kein Urlaubsparadies. Und doch haben wir uns in das Land verliebt. Foto: Martin Steffen/Adveniat

„Wo gehst Du hin? Haiti? Schön!“ Diesen Satz haben wir zuletzt vor unserer Reise häufiger gehört. Er ist beiläufig dahingesagt, ohne länger nachzudenken. Denn Haiti, das klingt ja schon auch ein wenig wie Hawaii oder Tahiti. Und auch bei nur flüchtigen Geografie-Kenntnissen wissen doch die meisten, dass Haiti in der Karibik liegt. Und die Karibik ist: Schön! Und ja, Haiti ist schön.

„Perle der Antillen“ steht auf den Autokennzeichen und was zunächst wie blanker Zynismus klingt, ist bei einer genaueren Betrachtung des Landes durchaus wahr. Port-au-Prince, was könnte das für eine interessante, blühende und pulsierende Karibikmetropole sein, wenn…
Wenn die Politik der zurückliegenden Jahrzehnte – oder muss man Jahrhunderte sagen? – nicht gewesen wäre. Und wenn dieses entsetzliche Erbeben im Jahr 2010 nicht zusätzlich zu dem Elend, das sich in dieser Stadt ohnehin aufgetürmt hat, auch noch fast alles zerstört hätte. Wie schön könnte man hier auf der Veranda eines Hotels bei einem Rumpunsch sitzen und sich überlegen, ob man am nächsten Tag vielleicht einen Ausflug nach Jacmel machen sollte. Auf einen Teller Meeresfrüchte in dieser Stadt mit den herrschaftlichen Backsteinhäusern und sich danach vielleicht noch einen Sprung ins Meer gönnen. Herrlich.
Oder doch nach Jerémie, dieser malerisch an der Nordküste gelegenen Stadt mit ihren kilometerlangen Stränden? Und dabei auf dem Weg in Richtung Les Cayes einen Stop in der Baie Anglaise machen?

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Mexiko: Mayakultur und Touristenluxus

Große Kontraste erlebt Reiner Wilhelm, Mexiko-Referent von Adveniat, jeden Tag bei seiner Projektreise. Dieses Mal zwischen der jahrhundertealten Mayakultur und des modernen Luxus-Tourismus.

Die Maya-Pyramide Ek-Balam. Foto: Adveniat/Wilhelm

Heute geht’s von Cancún aufs Land. Das Ziel: Felipe Carrillo Puerto, eine Stadt mit dem Namen eines der wichtigsten Förderer der Mayakultur. Mitte des 19. Jahrhunderts versuchten die Maya ihre Unabhängigkeit wiederzuerlangen. Das Volk lehnte sich gegen die noch junge Republik auf, auch gegen die katholische Kirche. So sprengten sie gut 20 Kirchen in die Luft. Bis heute sind die Auswirkungen der Zerstörungen sichtbar. Eine Kirche entgeht der Zerstörung – die von Felipe Carrillo Puerto. Gleichzeitig entstand eine Parallelkirche: die „katholische Kirche der Maya“, die unabhängig von Rom ist. Heute wird sie als Ausdruck der Mayakultur vom mexikanischen Staat unterhalten und seine Priester von ihm bezahlt.

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Venezuela: Isla Margarita


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Mit 30 minütiger Verspätung startete die Propellermaschine der staatlichen Fluggesellschaft Conviasa nach Porlamar auf Margarita. Dort kam ich gegen 14.00 h an.

Die Diözese Margarita besteht aus drei Inseln, von denen zwei bewohnt sind. Auf der Hauptinsel Margarita leben rund 650.000 Menschen, auf der zweiten, Isla Coche etwa 13.000. Die Isla Cubagua wird von den Fischern als Übernachtungsmöglichkeit genutzt. Bis auf den Fisch wird quasi alles vom Festland importiert; auch das Trinkwasser. Es regnet lediglich im November und Dezember. Während der restlichen Monate ist es überwiegend trocken und hat immer eine Temperatur von über 30°C.

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Ecuador: Mitad del Mundo

Wer kann von sich schon behaupten, am Mittelpunkt der Erde gewesen zu sein? Seit einigen Tagen gehöre ich zu denjenigen, die den Äquator gesehen haben.
Nein, nicht zu jenen, die beim 30 Meter hohen Monument zwischen Quito und Mindo kurz halt machen und ein Foto schießen (das Monument steht fälschlicherweise 240 Meter neben dem Äquator). Sondern zu jenen, die wahrlich ein Bein im Süden und eins im Norden hatten.
Das Museum „Intiñan“ liegt auf dem GPS-ermittelten Äquator und führt für Touristen interessante Beweise vor:
Man lässt an drei Standorten Wasser durch ein Waschbecken fliessen. Aber wer glaubt, dass das gleich aussieht, hat weit gefehlt. Dank der Corioliskraft platscht das Wasser am Äquator direkt herunter, ohne jegliche Zirkulation, im Süden dreht es sich im Uhrzeigersinn, im Norden dagegen. Beeindruckend.

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(M)ein Steinwurf

Mit Buquebus, der angeblich „schnellsten Flotte der Welt“, geht es heute von Buenos Aires über den Rio de la Planta nach Colonia. Die Überfahrt nach Uruguay dauert mit dem Schnellboot eine Stunde. „Bienvenido en el mundo Premier“, heißt es auf einer Großflächenwerbung am Anleger. Gemeint ist nicht die sogenannte „Erste Welt“, sondern die Welt des Unternehmens Premier (ich glaube, es ist eine Bank). Eine vierstündige Busfahrt Richtung Osten folgt. Über Montevideo geht es nach Maldonado.

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Dem Himmel entgegen gebaut

„Boa Viagem“, das heißt auf Portugiesisch „Gute Reise“. Doch bevor es weiter nach Teresina geht, haben wir noch einen letzten Tag in der Küstenstadt Recife. Und den nutzen wir für eine Erkundung der Kilometer langen Strandpromenade eben diesen Namens, DEM Anzugspunkt für Touristen aus aller Herren Länder und DAS Postkartensinnbild Recifes. Nirgendwo sonst sind die letzten Boomjahre des kleinen Bundeslandes Pernambuco, dessen Hauptstadt Recife ist, derart sichtbar wie in „Boa Viagem“. Wo einst einstöckige Häuschen das Bild prägten, schossen in den letzten Jahren 20-stöckige Wolkenkratzer gen Himmel. Eine riesige Mauer verglaster Luxuspaläste zieht schier endlos dem Horizont entgegen.

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