Guatemala: Ein unbequemer Gast in der Mine San Rafael

Mina San Rafael06

Bischof Monseñor Bernabé Sagastume zu Besuch in der Mine San Rafael in seinem Bistum Santa Rosa de Lima. Fotos: Achim Pohl

Premiere für den Bischof: Seit Jahren ist Monseñor Bernabé Sagastume einer der schärfsten Kritiker der Mine San Rafael in seinem Bistum Santa Rosa de Lima, drin war er aber noch nicht. An Einladungen hatte es nie gemangelt, bislang hatte er einen solchen Besuch jedoch vermieden. Uns Journalisten zuliebe, die wir seit Tagen in der Region zu dem Thema recherchieren, ist er nun doch mitgekommen.

Entsprechend hektische Betriebsamkeit herrscht in der Mine bei unserer Ankunft. Der Chef, der Generaldirektor, die Abteilungsleiter, sie alle wollen sich mit ihm fotografieren lassen. Und ihn von den Vorzügen ihres Projektes überzeugen. Und das passiert erst einmal mittels einer hundertseitigen Power-Point-Präsentation, die Freude eines jeden Journalisten. Zwei Stunden lang werden wir mit Fakten zugeballert, jedes Sozialprojekt, jeder Gemüsegarten und jede Kloschüssel, die das Unternehmen aufgebaut hat, ist dokumentiert. Ich sinke immer tiefer in den schweren Ledersessel. Der neben mir sitzende Lobbyvertreter überbrückt die Zeit damit, das uns angebotene Essen zu vertilgen. Staunend beobachte ich, wie der Berg an leeren Chipstüten, Käsebrotverpackungen und Kaffeebechern vor ihm immer größer wird.

Weiterlesen

Brasilien: Paradies ohne Perspektiven

Grrrr … – so wie der Piranha seine rasierklingenscharfen Zähne in die Kamera streckt, braucht es nicht viel Fantasie, um sich vorzustellen, wie sich die Beißerchen in einen Finger oder ein anderes Körperteil bohren. Da ist es gut, dass der Kleine zusammen mit ein paar Artgenossen und einer Handvoll größerer Fische schon seit gestern in der Eiskiste von Familie Laurimar liegt. Als eine von 91 Familien leben die Laurimars in Santa Rita, einer Siedlung direkt am Amazonas-Ufer, eine Tagesreise flussabwärts von Manáus.

Weiterlesen

Chile: Ein Vulkan zum Abschied

Berge und Schnee mitten im Frühling – von unserer letzten Station Temuco aus sind wir hoch in die Berge Richtung argentinische Grenze aufgebrochen. Bald schon erheben sich die ersten Ausläufer der Anden vor uns, wir kommen durch deutsch aussehende Dörfer. Später erfahren wir, dass ein deutscher Priester hier versuchte, Altöttingen nachzubauen. Die Welt ist voller Überraschungen….

Der Vulkans Llaima im Nationalpark Conguillio.

Die ersten Canyons inmitten von pechschwarzer Erde – Magma, die über die letzten Jahrhunderte hier abkühlte. Wir sind am Fuße des Vulkans Llaima im Nationalpark Conguillio. Die Kraterspitze auf über 3.100 Metern Höhe liegt in den Wolken, die bedrohlich schnell aufziehen. Das Wetter wechselt hier oben oft binnen Minuten, Bergwanderer werden überrascht und verirren sich in den Nebelschwaden. Derzeit sucht die Polizei nach drei Wanderern, die seit 17 Tagen verschollen sind. Ohne viel Hoffnung auf ein Happy End.

Weiterlesen

Brasilien: „Rio ist tot“

Proteste von Frauengruppen im Zentrum von Rio de Janeiro, eine Pfeil-und-Bogen-Attacke von Indigenen gegen die staatliche Entwicklungsbank BNDES, eine Demonstration mit 50.000 Teilnehmern auf den großen Avenidas, ein Zug indigener Völker vor das Kongresszentrum im Westen der Stadt, Heißluftballons von NGOs mit dem Aufruf zur ökologischen Umkehr. Rund um den „Rio+20“ Gipfel gibt es viele Protestaktionen gegen das magere Ergebnis, den blutleeren Abschlusstext, wie ihn die NGOs nennen. Aber bisher konnten die starken Sicherheitsmassnahmen rund um das „Riocentro“ die Protestwelle draußen halten.

Weiterlesen

Brasilien: Highnoon um Mitternacht

Das Mediencenter Rio+20

Wildes Rumgerenne, brodelnde Gerüchteküche, inoffizielle Pressebriefings, künstlich aufgebauter Zeitdruck – die Verhandlungen rund um den Abschlusstext der UN-Nachhaltigkeitskonferenz „Rio+20“ waren zäh und spannend zugleich. Nachdem die offiziellen Vorverhandlungen der UN am Freitagabend abgelaufen waren, ohne dass sich die 193 Länderdelegationen auf einen Abschlusstext verständigen konnten, übernahmen Brasiliens Diplomaten das Verhandlungsruder. Sie sollen besonders geschickte Verhandler sein, hört man stets bei solchen Veranstaltungen.

Weiterlesen