WJT: Geschüttelt – nicht gerührt

Nein, du steigst nicht einfach nur so in den Bus – in Rio ist das Busfahren ein ganz besonderes Vergnügen. Der Bus stoppt an der Haltestelle nur wenige Sekunden und du musst schnellst möglicht in ihn hineinspringen. Sobald die letzte Person die unterste Stufe des Einstiegs betreten hat, fährt der Bus mit noch geöffneten Türen Vollgas los. Festhalten! Das Fahrvergnügen geht weiter.

Als ob dies nicht schon riskant genug wäre, musst du während der rasanten Fahrt bei einem Kassierer dein Ticket lösen und ein Drehkreuz passieren. Dieses Drehkreuz ist ein architektonisches Wunderwerk, ganze 30 mal 30 Zentimeter entscheiden über Weiterkommen oder Blamieren. Da heißt es Taschen anheben und Bauch einziehen.

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Ecuador: Der Beautybus

Busfahren in Quito 2

Die bunten Busse sind überall in Quito zu finden.

„Es ist nicht die Schuld des Fahrers, wenn Sie zu spät aufstehen“ oder „Veronica, Dylan & German“ lauten die Schriftzüge innen über den Frontscheiben der Busse. Und manchmal verraten die großen, silbernen Lettern auch einfach nur das Herkunftsland des Uraltvehikels: Volkswagen. Hunderte der blauen, gelben oder bunten Busse sind auf den Straßen Quitos unterwegs – mit Rosenkranz am Rückspiegel oder aufgesprühtem Heiligenbildchen, mit purpurnen Samtgardinen oder Weihnachtsbeleuchtung hinter den Scheiben.

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Kuba: Ein gewisser Benedikt

Manchmal bestaunen die Jugendlichen auf der Straße das große, silberne Kreuz, das Wilfredo Pino Estévez um seine Hals trägt. „Kaum zu glauben, aber einige der Jungen und Mädchen wissen nicht, wer ‚la Figura’, die Figur mit den ausgebreiteten Armen ist“, erzählt uns Monseñor beim Abendessen.

Ein Klippen-Springer in Acapulco, der sich zum Sprung bereit macht? Ein Superheld aus einem Komik? Alles scheint möglich. “Es ist wirklich schockierend, wie wenig die jungen Leute in Kuba heute von Jesus und der Kirche wissen. Der staatlich verordnete Atheismus hat seit der Revolution ganze Arbeit geleistet.”

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Tierisch aufgepasst

„Achtung Autofahrer – auf der Straße zwischen Asuncion und Foz do Iguazu Gefahr durch – und für einen Hund.“ Gäbe es die bekannte deutsche Verkehrsfunk-Warnung auch in Paraguay, wäre im Programm kein Platz mehr für anderes. Seit wir Mittwoch früh Argentinien verlassen und die Grenze überquert haben, hat die Tierdichte am Straßenrand jedenfalls deutlich zugenommen. Und dabei geht’s weniger um Hunde: Neben ein paar Kühen grasen auffällig viele Pferde im meist spärlichen Grünstreifen neben dem Asphalt.

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Auf nach Cochabamba!

Unsere letzten Minuten in La Paz gaben uns noch einmal eine Kurzversion unseres gut 10-tägigen Aufenthaltes. Auf dem Weg zum Flughafen in El Alto steckten wir eine halbe Stunde im chaotischen Straßenverkehr fest. Verursacht war das Ganze wohl von einem weiteren Protestmarsch durch die Stadt, den die seit Mittwoch hier campierenden TIPNIS-Indigenen zur Unterstreichung ihrer Forderungen spontan inszeniert hatten. An Ausweichen war nicht zu denken – die Polizei hatte große Teile des Zentrum abgesperrt.

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Bolivien: Autofreies La Paz

Wir hatten uns eigentlich schon an das Bild gewöhnt. Im Schritttempo quält man sich die hoffnungslos verstopften Straßen von La Paz hinauf und hinunter, gestresst vom Gehupe und der chaotischen Fahrweise der Verkehrsteilnehmer. Dazu der penetrante Gestank von Diesel, der in dicken schwarzen Russwolken aus den verrosteten Auspuffen quillt. Der Großteil der Fahrzeugflotte scheint aus den 80er Jahren zu stammen, genau wie die Musik, die aus den Radios der Taxifahrer dringt. „Major Tom“, Falco, Milli Vanilli – wir sind zurück in unserer Jugend.

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