„Wir müssen beginnen, unser gemeinsames Haus zu schützen!“
Internationales Youth Hearing beim Weltjugendtag in Panama

„Zu träumen ist sehr wichtig, aber wir müssen anfangen, unsere Träume in die Tat umzusetzen – hier in Panama und in der ganzen Welt.“ Das hat Eidigili Gypsi Valiente zum Abschluss des internationalen Youth Hearings vom Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) und dem Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat, das am Mittwoch, 23. Januar 2019, stattfand, gesagt. Zu dieser jugendpolitischen Veranstaltung waren 250 deutsche Weltjugendtagspilger in den Veranstaltungsraum im Museo del Canal in der Altstadt von Panama-Stadt gekommen.

Eidigili Gypsi Valiente vom indigenen Volk der Kuna berichtet über die Situation junger Mädchen und Frauen beim Youth Hearing vom Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) und dem Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat in Panama. Foto: Adveniat/Jürgen Escher

Eidigili Gypsi Valiente vom indigenen Volk der Kuna berichtet über die Situation junger Mädchen und Frauen beim Youth Hearing vom Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) und dem Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat in Panama.  Foto: Adveniat/Jürgen Escher

„Wir haben alle etwas gemeinsam, das ist unser gemeinsames Haus“, sagte die 24-jährige Eidigili. „Wir müssen beginnen, unser gemeinsames Haus zu schützen!“, lautete der eindringliche Appell der jungen Frau vom indigenen Volk der Kuna. „Ihr habt viel mehr Chancen als wir – deshalb nutzt eure Möglichkeiten“, sagte sie zu den Jugendlichen aus Deutschland. Neun von zehn Indigenen in Panama leben in Armut oder extremer Armut. In vier Gruppen hatten die Teilnehmer der Veranstaltung zuvor gearbeitet und Forderungen aufgestellt. Diese lauteten in der Arbeitsgruppe von Eidigili Gypsi Valiente: Bildungschancen für indigene Jugendliche schaffen; die indigenen Völker beim Erhalt der Natur unterstützen und beim Weltjugendtag ein sichtbares Zeichen für die Bewahrung der Schöpfung setzen.

YouthHearing WJT Panama 2019 mit  250 jungen Pilgern im Museo de Canal in Panama Stadt.

Stephan Jentgens (Mitte, Geschäftsführer von Adveniat) beim YouthHearing WJT Panama 2019 mit 250 jungen Pilgern im Museo de Canal in Panama Stadt.

Theresa Kuhl (Auszubildende bei Adveniat) moderiert  das YouthHearing WJT Panama 2019 mit  250 jungen Pilgern im Museo de Canal in Panama Stadt.

Adveniat-Geschäftsführer Stephan Jentgens versprach den Jugendlichen, ihre Forderungen zum Thema Umweltschutz während der Amazonas-Synode, die im Oktober im Vatikan stattfindet, über das panamazonische Netzwerk Repam mit einzubringen. Repam (Red Eclesial PanAmazónica), das länderübergreifende, kirchliche Netzwerk für die Rechte der indigenen Völker, wurde 2014 von Bischöfen, Priestern, Ordensleuten und Laien aus dem Amazonasgebiet gegründet. Zudem werde das Hilfswerk das Thema beim Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Panama, Uwe Wolfgang Heye, und der deutschen Bundesregierung vorbringen, weil es noch immer ein Skandal sei, die ILO 169 der Vereinten Nationen zu unterzeichnen, aber nicht durch den Deutschen Bundestag zu bringen. Die UN-Konvention ILO Nummer 169 ist das einzige verbindliche internationale Abkommen zum Schutz indigener Völker und garantiert beispielsweise, dass diese Völker angehört werden müssen, wenn auf ihrem Gebiet Rohstoffe ausgebeutet werden.

So können Sie sich für Jugendliche in Lateinamerika einsetzen:

Unterstützen Sie mit Ihrer Spende Adveniat-Projektpartner, die junge Menschen in Lateinamerika und der Karibik bei ihrer Entwicklung zu einem selbständigen und verantwortungsvollen Leben unterstützen.

Vier Selbstverpflichtungen sprach BDKJ-Bundespräses, Pfarrer Dirk Bingener, aus: Der BDKJ würde sich dazu verpflichten, über die große soziale Ungerechtigkeit in Panama zu informieren und sich dafür einzusetzen, dass Deutschland wieder monetäre Entwicklungshilfe in Panama leiste. Zudem werde sich der BDKJ dafür stark machen, dass mehr junge Menschen über den Freiwilligendienst „weltwärts“ die Chance bekämen, Länder wie Panama kennenzulernen. Im Rahmen der 72-Stunden-Aktion werde der Jugendverband tatkräftig an einer gerechteren Welt mitbauen und sich in Deutschland auch für nachhaltiges Handeln der katholischen Kirche einsetzen.

Panama freut sich auf den Weltjugendtag, zu dem das mittelamerikanische Land hunderttausende Pilger erwartet. Die Begegnung findet vom 22. bis 27. Januar 2019 statt. Adveniat bietet den jungen Menschen aus Deutschland die Möglichkeit Adveniat-Hilfsprojekte zu besuchen.

Adveniat beim Weltjugendtag in Panama

Vom Youth Hearing habe die 26-jährige Tina Büttner aus Forchheim mitgenommen, dass die Bedürfnisse von Jugendlichen in Panama und Deutschland gar nicht so unterschiedlich seien: „Es geht darum, akzeptiert zu werden, in den offenen Dialog zu treten und Minderheiten zu akzeptieren, man selbst sein zu dürfen und angenommen zu werden, so wie man ist.“ Dafür brauche es ganz viel Wertschätzung: „Wertschätzung gegenüber einander und Wertschätzung gegenüber der Umwelt“, sagte die Erzieherin, Kinder- und Jugendtherapeutin. Um eine andere Welt zu ermöglichen, müsse Platz für Dialog geschaffen werden: „Das wollen wir nicht nur, sondern wir leben es auch.“