Weltjugendtags-Pilger aus Dresden, Erfurt und Görlitz besuchen Adveniat-Projekt in Panama

Mehr als 90 Prozent der Indigenen in Panama sind arm. Zusammen mit Adveniat besuchten 22 Weltjugendtags-Pilgerinnen und Pilgern aus den Bistümern Dresden-Meißen, Erfurt und Görlitz die Gemeinde Kuna Nega.

Zusammengerückt: Jugendliche vom Volk der Kuna und Weltjugendtags-Pilger aus den Bistümern Dresden-Meißen, Erfurt und Görlitz. Foto: Carolin Kronenburg/Adveniat

Immer näher kommen die Müllberge. Die Bewohner von Kuna Nega am Rande von Panama City haben Angst, dass die Halde sie bald verschluckt. Die Hauptstadt hat ein riesiges Müllproblem – Recycling gibt es nicht. 140 Familien vom indigenen Volk der Kuna leben neben dem Abfall. Wie in vielen anderen Ländern der Welt sind die Ureinwohner auch in Panama von der Entwicklung abgeschnitten und werden diskriminiert. Mehr als 90 Prozent der Indigenen sind arm oder extrem arm. Zusammen mit dem Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat besuchen 22 Weltjugendtags-Pilgerinnen und Pilgern aus den Bistümern Dresden-Meißen, Erfurt und Görlitz die Gemeinde Kuna Nega.

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Einzigartig: Die 29-jährige Ardalenis Valdés vom Volk der Kuna. Foto: Carolin Kronenburg/Adveniat

Die Gruppe aus Deutschland wird im wahren Wortsinn heiß erwartet: Über 30 Grad Celsius sind es schon am späten Vormittag des 25. Januar. Die farbenfrohen Molas, die traditionellen Stickereien der Kuna, leuchten in der Sonne. Die Männer spielen Panflöte, die Frauen schwingen die Rasseln im Takt. Gemeinsam gehen die Jugendlichen in die Kirche, die gleichzeitig auch Gemeindesaal und Jugendtreff ist. Im großen Stuhlkreis wird zuerst ein Lied auf Kuna gesungen. Fremd klingt das und schön. Dann singen die deutschen Jugendlichen. Im Anschluss zeigen sich die Jugendlichen, wie man bei den Kuna und in Deutschland tanzt. Das Eis ist gebrochen – oder besser gesagt, geschmolzen.

Die 29-jährige Ardalenis Valdés berichtet – zum ersten Mal vor Gästen aus dem Ausland – über die Suche nach ihren Wurzeln: Schon ihre Großeltern haben die Heimat auf den Karibikinseln verlassen, um in Panama-Stadt zu studieren und Arbeit zu finden. Aufgrund der Diskriminierung und Ausgrenzung sprach die Familie bald kein Kuna mehr und kleidete sich westlich. „Bevor ich hier zur Indigenen-Pastoral der katholischen Kirche kam, kannte ich nichts von meiner Kultur“, sagt Ardalenis Valdés. Heute trägt sie die Tracht mit Stolz und lernt die Traditionen und Bräuche der Kuna kennen.

Panama freut sich auf den Weltjugendtag, zu dem das mittelamerikanische Land hunderttausende Pilger erwartet. Die Begegnung findet vom 22. bis 27. Januar 2019 statt. Adveniat bietet den jungen Menschen aus Deutschland die Möglichkeit Adveniat-Hilfsprojekte zu besuchen.

Adveniat beim Weltjugendtag in Panama

Etwa 70.000 der 100.000 Kuna leben bereits in der Stadt. „Die Herausforderung besteht für sie darin, angesichts der vielen neuen Einflüsse ihre Kultur zu bewahren“, sagt Inés Klissenbauer, Mittelamerika-Referentin bei Adveniat. Vor allem junge Indigene erlebten die Auseinandersetzung mit ihrem neuen Umfeld oft in dramatischer Weise. „Viele fristen ein Leben in Armut und Perspektivlosigkeit, viele flüchten sich in Drogen oder schließen sich kriminellen Banden an“, sagt Inés Klissenbauer. Das Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat unterstützt Jugendliche dabei, ihre reiche Kultur zu bewahren und eine bessere Zukunft aufzubauen.

„Ich bewundere die Jugendlichen vom Volk der Kuna, weil sie unter den widrigen Bedingungen – der ganze Müll um sie herum und eine Politik, die sich nicht um sie schert – trotzdem für die eigene Kultur kämpfen“, sagt Theologie-Studentin Claudia Mickel aus Gotha. „Es hat mich beeindruckt, wie positiv die Menschen sind, obwohl sie unter erschreckenden Umständen leben.“