„Amazonassynode hat auch für Deutschland eine große Bedeutung“

Das Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat wird die Amazonassynode, zu der Papst Franziskus für den Herbst 2019 nach Rom eingeladen hat, intensiv begleiten und die Themen nach Deutschland bringen. Das kündigte Weihbischof Dr. Reinhard Hauke (Erfurt), stellvertretender Vorsitzender der Adveniat-Kommission, zum Abschluss einer Reise der Kommission nach Ecuador an.

Puyo: Die Mitglieder der Bischöflichen Kommission Adveniat informieren sich über die Situation im Amazonasraum. Foto: Jürgen Escher/Adveniat

„Der Schutz des gemeinsamen Hauses im Amazonasbecken ist eine Überlebensfrage für die gesamte Welt. Die Amazonassynode hat daher auch eine große Bedeutung für Deutschland“, sagte Hauke. „Es geht aber nicht nur um die ökologische Frage, sondern auch um den Schutz der mehr als 400 indigenen Völker, die dort leben.“ Hauke betonte, dabei gehe es nicht um Folklore, sondern auch um die Bewahrung des Wissens und der Spiritualität der Indigenen.

Mit dem panamazonischen kirchlichen Netzwerk Repam (Red Eclesial PanAmazonia), das seinen Sitz in der ecuadorianischen Hauptstadt Quito hat, verfüge die Kirche über ein innovatives Instrument, das auch politisch wirke und die Menschenrechte der Indigenen einklage. „Es ist gut, dass Adveniat das Netzwerk nicht nur fördert, sondern gleichzeitig auch aktives Mitglied des Netzwerkes ist“, sagte Hauke. Adveniat helfe auf diese Weise auch, das Kreuz, das die Armen in Lateinamerika tragen müssen, mitzutragen.

Die Bischöfliche Kommission Adveniat hatte eine Woche lang Ecuador bereist und sich dabei intensiv über die Situation im Amazonasraum informiert. In Puyo, wo 2014 der Beschluss zur Gründung von Repam gefallen war, besuchte die Kommission Siedlungen der Kichwa-Indigenen und Adveniat-Projekte, die insbesondere der Bildung dienen. „Die Indigenen müssen befähigt werden, ihre Rechte auch international selbst einzufordern“, betonte Weihbischof Reinhard Hauke.

Flüchtlinge aus Venezuela

Ein weiteres Thema der Dialogreise der Kommission war die Situation der Flüchtlinge aus Venezuela. Mehr als eine halbe Million Menschen aus dem krisengeschüttelten Venezuela sind derzeit in Ecuador. Das Land Ecuador zählt 16,7 Millionen Einwohner. Kirchliche Einrichtungen und Orden betreuen viele der Flüchtlinge. Adveniat unterstützt Flüchtlingsprojekte zum Beispiel in Quito.

In einer Unterkunft für Flüchtlinge bei Maristenbrüdern in Quito traf die Delegation auch auf den stellvertretenden Vorsitzenden der Venezolanischen Bischofskonferenz, Erzbischof Mario Moronta Rodríguez von San Cristóbal de Venezuela sowie auf den Apostolischen Nuntius in Venezuela, Andrés Carrascosa Coso. Mehrere Flüchtlinge aus Venezuela berichteten von ihren Erfahrungen auf der Flucht aus dem Land sowie von den Gründen für ihre Flucht. „Ich habe 31 Jahre als Lehrer in einer kirchlichen Schule gearbeitet“, berichtete ein Flüchtling. „Aber der Lohn von mir und meiner Frau reichte einfach nicht mehr zum Überleben für meine Familie.“

In der Basilica del Voto Nacional in Quito feierten die Bischöfe gemeinsam mit Erzbischof Moronta und Nuntius Carrascosa einen Gottesdienst mit Flüchtlingen aus Venezuela. „Der Einsatz und Schutz für Flüchtlinge aus Venezuela ist eine wesentliche Aufgabe für Adveniat“, betonte Weihbischof Hauke. 

Besuch in der Erdbebenregion an der Pazifikküste

In Esmeraldas an der Pazifikküste Ecuadors informierte sich die Kommission über die Lebensumstände der Menschen 30 Monate nach dem verheerenden Erdbeben. Das Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat hatte hier Wiederaufbauhilfe geleistet. Bischof Eugenio Arellano Fernández, Apostolischer Vikar von Esmeraldas, berichtete zudem von der wichtigen Arbeit der Kirche in den Bereichen Erziehung und Afropastoral.

Man habe in Ecuador einen guten Einblick der Kirche bekommen, sagte Weihbischof Hauke. Die ganzheitliche Pastoralarbeit der Kirche sei insbesondere dort wichtig, wo es um die Sorge für die Armen gehe. Gerade in der Erdbebenregion und unter den Indigenen im Tiefland liege die Armutsquote über 90 Prozent, das heißt, sie verfügen über weniger als zwei Dollar am Tag. „Die diakonische Pastoralarbeit ist hier ebenso wichtig wie die Bildungsarbeit, damit es gelingen kann, Menschen aus der Armut zu holen“, sagte Hauke.

An der Dialogreise nach Ecuador nahmen neben Weihbischof Dr. Reinhard Hauke (Erfurt) die Weihbischöfe Dr. Udo Bentz (Mainz), Matthias König (Paderborn), Rolf Steinhäuser (Köln), weitere Berater der Kommission sowie die Adveniat-Geschäftsführer teil.

Das Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat

steht für kirchliches Engagement an den Rändern der Gesellschaft und an der Seite der Armen. Dazu arbeitet Adveniat entschieden in Kirche und Gesellschaft in Deutschland. Getragen wird das Werk von hunderttausenden Spenderinnen und Spendern – vor allem auch in der alljährlichen Weihnachtskollekte am 24. und 25. Dezember. Adveniat finanziert sich zu 95 Prozent aus Spenden. Die Hilfe wirkt: Im vergangenen Jahr konnten rund 2.500 Projekte gefördert werden, die mit 40 Millionen Euro genau dort ansetzen, wo die Hilfe am meisten benötigt wird: an der Basis, direkt bei den Armen.

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