Pressemitteilung vom 11. Dezember 2011
„Adveniat heißt 50 Jahre globalisierte Liebe“
Köln, 11.12.2011. Mit Trompete und Gitarrenwirbel tritt die Mariachi Band „Cielito lindo“ in den großen Festsaal des Maternushauses in Köln. Sie sorgen mit populären mexikanischen Gassenhauern bei den über 600 Gästen für lateinamerikanische Festtagsstimmung. Die rhythmischen lateinamerikanischen Klänge würdigt auch der Kölner Kardinal Joachim Meisner in seiner Ansprache zur diesjährigen Eröffnung der Adveniat-Weihnachtsaktion. „Doch nicht nur die unterschiedliche Musik, sondern auch die vielen Geschichten und das Geschichtliche gehören zu einem Gold-Jubiläum“, so Kardinal Meisner zum 50-jährigen Bestehen der Aktion Adveniat am 11. Dezember.
Ein Kapitel der Geschichte Lateinamerikas wird den Gästen mit der Rede des Dominikanerpaters Antón de Montesinos aus dem Jahr 1511 vorgetragen. „Mit welchem Recht und nach welcher Gerechtigkeit haltet ihr diese Indianer in solcher schrecklichen Sklaverei?“, rezitiert in spanischer Sprache der im Mönchsgewand verkleidete Montesino-Schauspieler Fernando Fernadez. Die Predigt markiert damals auf der Isla Española, dem heutigen Haiti, den Beginn der Proteste gegen die Kolonialisierung und den Umgang mit den Einheimischen. „Sind sie denn keine Menschen? Besitzen sie keinen Verstand? Seid ihr nicht verpflichtet, sie zu lieben wie euch selbst?“
Geschichte schreibt auch Margret Gerards, die schon seit den Anfängen von Adveniat im Jahr 1961 Spenderin ist. Sie engagiert sich heute im Kölner Eine-Welt-Arbeitskreis mit dem sie eine Landwirtschaftsschule im brasilianischen Bacabal unterstützt. Für sie geht es in ihrem Engagement auch darum den Blick nach Lateinamerika für deutsche Gemeindemitglieder zu öffnen, beispielsweise mit lateinamerikanischen Gottesdiensten. „Die Besucher sollen ein Stück Weltkirche erleben“, sagt Gerards.
Der brasilianische Bischof Sinésio Bohn erinnert sich im Rahmen der Feierstunde an Zeiten in denen Brasilianer die Menschen im Nachkriegsdeutschland unterstützt hatten. So seien damals von Porto Alegre Lebensmittel und Kleidung nach Deutschland verschifft worden. Herzlich bedankt er sich für die Hilfe der Menschen in Deutschland durch Adveniat: „Adveniat heißt 50 Jahre globalisierte Liebe.“
Letztlich sei das Ziel, „alle Menschen an den Gaben der Schöpfung teilhaben zu lassen“, sagt Adveniat-Bischof Franz-Josef Overbeck. Das Reich Gottes sei Aufgabe und Gabe zugleich. „Die zweite Vater-Unser-Bitte ‚Dein Reich komme’ ist bei Adveniat Name und Programm“, so der Essener Oberhirte.
Mit einer Trachtenschau beginnt das bunte Programm des Festtages, während die Gäste sich beim brasilianischen Nationalgericht Feijoada verwöhnen lassen. Eine modische Reise quer durch Lateinamerika: Im Stil Frida Kahlos aus Mexiko und gestickten Ponchos aus Uruguay und Argentinien zeigen Schüler und Schülerinnen der 10. Realschulklasse aus Köln-Horrem die Vielfalt Lateinamerikas. Viele Kölner Eine-Welt-Initiativen präsentieren im Foyer des Maternushauses ihre Projekte. Und die Eleganz des Tangos kann im Workshop erlernt werden. (asd/ml)
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