Auto ersetzt Gemeindezentrum
Argentinien/Bariloche. Drei Ortschaften, sieben Weiler und zahlreiche Streusiedlungen bilden die Pfarrei "Sagrado Corazón de los Menucos", die etwa so groß ist wie Dreiviertel der Fläche der Schweiz. Gerade einmal 15.000 Gläubige zählt die Pfarrei im Hinterland von Bariloche – hauptsächlich Angehörige der indigenen Volksgruppen Mapuche und Tehuelche, die weit verstreut und in sehr ärmlichen Verhältnissen leben. Hier in der kargen Steppe Patagoniens taugt der Boden nicht für den Ackerbau. Die Bewohner bestreiten ihren Lebensunterhalt durch Schafzucht und Tauschwirtschaft. Bargeld besitzt kaum jemand.
Die Armut der Steppenbewohner steht im krassen Gegensatz zum Reichtum der Stadtbevölkerung in Bariloche. Der über die Grenzen Argentiniens hinaus bekannte Urlaubsort am Ufer des Nahuel Huapi-Sees wird in der Reisebranche auch als „Perle der argentinischen Schweiz“ bezeichnet. Im Winter tummeln sich Skitouristen, im Sommer genießen Naturliebhaber die bewaldeten Ufer und Hügel an den Ausläufern der Anden. Kaum ein Tourist gelangt bis in die Armenviertel am Stadtrand oder in die angrenzende Steppe. Wie es scheint, eine vergessene Welt. Umso wichtiger ist es für die Menschen, dass die Kirche sie nicht allein lässt. Sie ist der Motor für bessere Lebensbedingungen.
Frauen gründen Kooperative
Ein Beispiel dafür ist die Pfarrei „Sagrado Corazón“. Hier hat sich trotz der großen Entfernungen ein lebendiges Gemeindeleben entwickelt. Ehrenamtliche kümmern sich in besonderer Weise um behinderte Menschen und immer mehr Jugendliche nehmen an den religiösen Feiern und Gottesdiensten teil. Im vergangenen Jahr haben sich rund 90 Frauen aus dem Volk der Mapuche zu einer Kooperative für die Herstellung und den Verkauf von Kunsthandwerk zusammengeschlossen. Vor allem für ihre Webtextilien aus Alpaca-Wolle sind die Mapuche bekannt. Im Zuge dessen wurde auch eine Solidarbank für Mikrokredite mit zehn Gruppen á fünf Mitgliedern gegründet. Auf diese Weise hoffen die Frauen langfristig auf ein eigenes Einkommen, mit dem sie zum Lebensunterhalt ihrer Familien beitragen können.
160 Kilometer zum entferntesten Dorf
Betreut wird die Gemeinde von einem sechsköpfigen Pastoralteam, dem neben dem Pfarrer und dem Diakon auch vier Schwestern der „Clarisas Misioneras del Santisimo Sacramento“ angehören. Ein Gemeindezentrum gibt es nicht, da der Weg für die meisten Gläubigen dorthin viel zu weit wäre. Deshalb kommt die Kirche zu den Menschen und zwar mit dem Auto. Bis zu 160 Kilometer müssen die Mitglieder des Pastoralteams zurücklegen, um die am weitesten entfernten Weiler zu besuchen. Dank der drei Autos, von denen zwei mit Hilfe von Adveniat angeschafft wurden, ist die Kirche in dieser weitläufigen Steppe den Menschen ganz nahe.
Adveniat hilft beim Unterhalt
Doch die Kosten für den Unterhalt der Fahrzeuge übersteigen die finanziellen Möglichkeiten der Gemeindemitglieder. Deshalb gewährt Adveniat einen Zuschuss in Höhe von 5.000 Euro für Versicherungen, Inspektionen und vor allem den Kauf von Benzin.
Unterstützen Sie dieses Projekt, damit die Kirche weiterhin für die Menschen im Hinterland von Bariloche da sein kann!
ADVENIAT-Spendenkonto 345
bei der Bank im Bistum Essen
(BLZ 360 602 95)
Verwendungszweck: Auto ARG
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