Der Reichtum sind die Menschen
Argentinien/Humahuaca. In der Prälatur Humahuaca, wo der Priester nur selten zu Besuch kommt, übernehmen Gemeindeleiter die Verantwortung für das kirchliche und soziale Leben in den Dörfern. Dafür bedürfen sie einer guten Ausbildung.
Humahuaca liegt im Nordwesten Argentiniens, direkt an der Grenze zu Bolivien. Die „Quebrada de Humahuaca“ ist wegen ihrer Landschaft weltberühmt und wurde deshalb von der UNESCO zum Weltkulturerbe erhoben. Der Tourismus floriert, aber dennoch ist die Region eine der ärmsten des Landes. Jeder Zweite ist arbeitslos und die medizinische Versorgung mangelhaft. Kinder sterben häufig an Krankheiten und Mangelernährung, bevor sie das Jugendalter erreichen. Kein Wunder, dass gerade junge Menschen der Region den Rücken kehren und in die Provinzhauptstadt Jujuy oder nach Buenos Aires abwandern. Doch meist fristen sie dort ihr Dasein in den Elendsvierteln.
Weit verstreute Ortschaften sind nur zu Fuß erreichbar
Die Kirche stellt sich den Herausforderungen: Seit 1960 betreut der Claretiner-Orden die rund 87.000 Menschen, überwiegend indianischer Herkunft. Die kleinen Ortschaften liegen weit voneinander entfernt und sind teils nur in tagelangen Fußmärschen erreichbar. Die meiste Zeit sind die Gemeinden auf sich allein gestellt. Höchstens einmal im Monat kommt der Pfarrer zu Besuch, um Gottesdienst zu feiern und die Sakramente zu spenden. Denn im Durchschnitt betreut jeder Priester insgesamt 25 Gemeinden.
Laien werden zu Gemeindeleitern ausgebildet
Daher haben die Claretiner einen Schwerpunkt auf die Ausbildung von so genannten „Animadores“, sprich Gemeindeleitern, gelegt – ein Projekt, das von Adveniat seit 1975 jährlich unterstützt wird. Die Laien sind das eigentliche Standbein der Kirche in dieser armen Region. Ohne ihre tatkräftige Mitarbeit gäbe es in vielen Ortschaften kaum kirchliches Leben und weitaus weniger Impulse für soziale und gesellschaftliche Veränderungen. Sie halten Wortgottesdienste und Katechese und motivieren zu einem an der christlichen Botschaft orientierten Leben. In der Mehrzahl sind die rund 200 „Animadores“ einfache Bauern mit geringer Schulbildung, die sich in den Dienst der Gemeinschaft stellen. Das Handwerkszeug für ihre verantwortungsvolle Aufgabe bekommen sie in mehrtägigen Blockseminaren vermittelt, die in einem kirchlichen Bildungshaus in Yaví angeboten werden. ADVENIAT finanzierte dort den Aufbau der Warmwasserversorgung durch Solarenergie mit insgesamt 9.900 Euro.
Gekocht wird mit selbst mitgebrachten Lebensmitteln
Einen Kursbeitrag kann man von den angehenden Gemeindeleitern nicht verlangen, da sie selbst kaum mehr als das Nötigste für sich und ihre Familien verdienen. Dennoch erbringen sie angesichts ihrer Armut eine bewundernswerte Eigenleistung, indem sie Lebensmittel beisteuern und Zeit opfern: insgesamt bis zu 35 Tage pro Jahr wenden die Teilnehmer für die Weiterbildung auf.
Für die oben beschriebenen Kurse und die Herausgabe einer monatlichen Zeitschrift für die „Animadores“ ist ein Zuschuss von 23.500 Euro notwendig. Bitte unterstützen Sie die Menschen von Humahuca in ihrem Engagement!
ADVENIAT-Spendenkonto 345
bei der Bank im Bistum Essen
(BLZ 360 602 95)
Verwendungszweck: Indianerpastoral ARG
oder








