Ehrenamtliche kümmern sich um Häftlinge
Peru/Huánuco. Wer vor seiner Inhaftierung Drogen konsumiert hat, muss im Gefängnis von Huánuco in den peruanischen Zentralanden keinen kalten Entzug fürchten. Der Schwarzmarkt blüht in der völlig überfüllten Haftanstalt, die ursprünglich einmal für 800 Gefangene gebaut wurde und mittlerweile fast 1.300 Insassen zählt. Unter den menschenunwürdigen Haftbedingungen gedeihen Gewalt und Erpressung, so dass manch Kleinkrimineller als Schwerverbrecher aus der Haft entlassen wird. Die Lage scheint hoffnungslos. Nicht so jedoch in den Augen der Kirche. Seit 1996 gibt es im Bistum Huánuco eine Gruppe von Ehrenamtlichen, die sich in vielfältiger Weise um die Gefangenen kümmern.
Insgesamt 40 Ehrenamtliche, darunter Anwälte, Psychologen, Priesterseminaristen, Ordensleute, aber auch Jugendliche und Rentner, arbeiten bei der Gefängnisseelsorge mit. Ziel ist es, die Häftlinge moralisch und seelisch so zu begleiten und handwerklich anzuleiten, dass sie nach Absitzen ihrer Strafe wieder ein „normales“ Leben führen können. Koordiniert wird die Arbeit von Kapuzinerpatres, auf deren Pfarrgebiet das Gefängnis liegt.
Immer freitagnachmittags machen sich die Ehrenamtlichen auf den Weg ins Gefängnis, wo sie sich mit Gruppen von drei bis vier Gefangenen zum Gespräch treffen. Neben psychologischem und juristischem Beistand spielen Glaubensfragen eine wichtige Rolle. Für viele Häftlinge ist ihr Glaube der einzige Anker, der sie durch die schwierige Zeit der Gefangenschaft trägt, selbst wenn der Kontakt zu Familie und Freunden abbricht. Daher werden auch kirchliche Feste, wie Weihnachten und Ostern, von den Mitgliedern der Gefängnisseelsorge liebevoll vorbereitet und besonders gefeiert.
Ganz konkrete Hilfe erhalten die Häftlinge vor allem im Vorfeld der Freilassung. Die Ehrenamtlichen besorgen Kopien wichtiger Dokumente und helfen beim Ausfüllen von Anträgen und Formularen. Oft mangelt es an Medikamenten, wenn Inhaftierte krank sind, oder es fehlen Kleidung, Decken und Matratzen, die über Spenden finanziert werden. Dem Engagement der Gefängnisseelsorge ist es zu verdanken, dass nun regelmäßig ein Zahnarzt und ein Augenarzt die Gefangenen untersuchen. Überdies lernen die Gefangenen handwerkliche Dinge selbst herzustellen, deren Verkaufserlös ihnen bescheidene Einkünfte sichert.
Auch in zwei weiteren kleinen Gefängnissen, die vier bzw. sechs Autostunden von Huánuco entfernt liegen, sind die Ehrenamtlichen alle zwei Monate präsent. Dadurch entstehen ihnen zusätzliche Reisekosten, die sie aus eigener Tasche bezahlen. Bislang werden Medikamente, Kleidung und Lebensmittel sowie sämtliches Material, z. B. Fotokopien, Schreibwaren, Kerzen, Bücher, Bibeln und kleine Geschenke, über Spenden finanziert. Doch es wird für die Ehrenamtlichen zunehmend schwieriger, die laufenden Kosten zu decken. Daher unterstützt Adveniat die Arbeit der Gefängnisseelsorge in Huánuco in diesem Jahr mit 2.000,00 Euro.
Ihre Spende trägt dazu bei, dass die Ehrenamtlichen auch weiterhin den Gefangenen zur Seite stehen können. Herzlichen Dank!
ADVENIAT-Spendenkonto 345
bei der Bank im Bistum Essen
(BLZ 360 602 95)
Verwendungszweck: Gefängnisseelsorge PERU
oder







