Ein Rezept gegen die Hoffnungslosigkeit

Haiti/Jérémie. Schon vor dem verheerenden Erdbeben am 12. Januar 2010 war Haiti das ärmste Land der westlichen Hemisphäre. Rund die Hälfte der Haitianer leben in absoluter Armut. Die Lebenserwartung liegt bei nur 60 Jahren, die Kindersterblichkeit ist mit 4,9 Prozent hoch. Rund die Hälfte der Bevölkerung kann nicht richtig lesen und schreiben.
Jérémie, eine Kleinstadt im schwer zugänglichen Südwesten Haitis, ist von dem Beben nicht direkt betroffen, beherbergte aber viele Menschen, die nach dem Beben hierher geflohen sind. Diese völlig mittellosen und oft traumatisierten Menschen müssen begleitet und in die Gemeinschaft integriert werden.
Im gesamten Bistum Jérémie sind in den letzten Jahrzehnten so genannte Basisgemeinden entstanden, die hauptsächlich von Ehrenamtlichen getragen werden. In kleinen Gruppen treffen sich die Menschen, beten zusammen, lesen aus der Bibel – und versuchen gemeinsam nach der Bibel zu leben. Die Überzeugung dahinter: Nur wer sich zusammenschließt, kann dem Elend entfliehen. Nach dem Beben war der Zusammenhalt in den Basisgemeinden für die Menschen eine besondere Stütze.

Betreut werden die Basisgemeinden im Bistum Jérémie seit vielen Jahren von Schwestern einer aus Brasilien stammenden Ordensgemeinschaft (Irmãs do Imaculado Coração de Maria). In vielen kleinen Initiativen setzen sich die Ordensfrauen dafür ein, dass die Menschen ihre Würde entdecken, dass sie sich organisieren, dass sie den Mut und das Selbstbewusstsein entwickeln, sich einzumischen und gesellschaftliche Veränderungen mitzugestalten. Die Begleitung der Basisgemeinden und die Ausbildung der Laien ist jetzt nach dem Erdbeben umso wichtiger, um zu zeigen, dass „Jesus eine solidarische Person und dem Leid der Menschen einfühlsam gegenüber war.“ Inzwischen gibt es im Bistum mehr als 400 Basisgemeinschaften mit rund 6.000 Mitgliedern.
Schlüssel zum Erfolg: Ausbildung von Ehrenamtlichen
Große Anstrengungen unternehmen die Schwestern bei der Aus- und Weiterbildung der ehrenamtlichen Gemeindehelfer. In der Mehrzahl sind es einfache Bauern mit geringer Schulbildung, die sich in den Dienst der Gemeinschaft stellen und das Rückgrat des kirchlichen Lebens bilden. Das Handwerkszeug für ihre verantwortungsvolle Aufgabe bekommen sie in mehrtägigen Blockseminaren vermittelt.
Das Projekt
In diesem Jahr möchten die Schwestern sich besonders dem Thema Ökologie widmen und dazu zwei Seminare anbieten, zu denen pro Pfarrei 25 Personen eingeladen werden. Einen Kostenbeitrag kann man von den Teilnehmern nicht verlangen, da sie selbst kaum mehr als das Nötigste für sich und ihre Familien verdienen. Die Kosten für Transport, Verpflegung und Kursmaterial können die Ordensfrauen jedoch nicht alleine bestreiten.
Um die Ausbildung dennoch zu gewährleisten, ist ein Zuschuss von 11.000 Euro notwendig. „Die Schwestern leisten in Jérémie eine äußerst wertvolle und aufopferungsvolle Arbeit“, so die Adveniat-Länderreferentin für Haiti, Margit Wichelmann, über die langjährigen Projektpartner: „Die Arbeit in den Basisgemeinden umfasst auch wichtige Gemeinwesenarbeit. Die Ausbildung der Laien ist somit ein besonders wichtiges Anliegen.“
Verwendungszweck:
ADVENIAT-Spendenkonto 345
bei der Bank im Bistum Essen
(BLZ 360 602 95)
Verwendungszweck: Basisgemeinden HAITI
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