Tierra para Todos – Land für Alle
Argentinien. Ausgeschlossen von Bildung, Arbeit und medizinischer Versorgung lebt die indianische Bevölkerung im Elend. Ein gesellschaftlicher Skandal – von Öffentlichkeit und Politik weitestgehend unbemerkt.
In Argentinien gibt es über eine Million Indigene – die Nachfahren der einst dort lebenden indianischen Völker. Die meisten von ihnen leben am Rande des Existenzminimums. Unterernährung, Analphabetismus, Arbeitslosigkeit, mangelnde Bildung und fehlende medizinische Versorgung bestimmen den Alltag dieser Minderheit. Vor allem die Kinder leiden unter der Situation, haben sie doch kaum Aussichten, dass sich ihre Zukunftschancen verbessern.
Nach vielen Jahren der relativen Bedeutungslosigkeit der Indigenenproblematik - auch in der argentinischen Kirche - nahm die Bischofskonferenz in den Jahren 2000 und 2004 explizit zur Lage der Indianer Stellung, um vor allem deren Recht auf Land einzuklagen. „Für uns ist die Erde heilig“, sagen die Indígenas. „Wir wollen sie nicht ausbeuten oder sie vernichten. Wir wollen auf ihr und mit ihr leben.“ Das unterstützen auch die argentinischen Bischöfe, die gemeinsam das Thesenpapier „Una tierra para Todos“ (Ein Land für Alle) herausgegeben haben und damit Stellung beziehen zum Thema „Land“. Denn der Verlust von Land bedeutet für die Indianer viel mehr als nur den Verlust ihrer Heimat: Ohne Land haben sie auch keinen Zugang zu Sozialleistungen und geraten dadurch noch mehr aufs Abstellgleis.
Bereits im Jahr 1986 wurde die Nationale Kommission für Indianerpastoral (ENDEPA: Equipo Nacional de Pastoral Aborigen) gegründet, die der Argentinischen Bischofskonferenz zugeordnet ist. ENDEPA wird seitdem kontinuierlich von ADVENIAT unterstützt, denn die Organisation überzeugt durch ihre Arbeit, eine klare Zielsetzung und ausführliche Berichterstattung.
Die Schwerpunkte der Arbeit ENDEPAs sind:
- Stärkung der kulturellen Identität der Indigenen und deren Nachfahren,
- Begleitung der Indianer bei deren Kampf um ihr Recht auf Land,
- Verteidigung der bedrohten Natur und Lebensräume dieser Bevölkerungsgruppe,
- Förderung der zweisprachigen Erziehung, Neuentdeckung der eigenen Werte, Rückbesinnung auf eigene Wurzeln, Pflege der eigenen Tradition, Bräuche und Sprache,
- Sensibilisierung der Öffentlichkeit für die Rechte der indigenen Minderheit und
- Fortbildung der Mitarbeiter in der Seelsorge sowie Entwicklung eines inkulturierten, ökumenischen Konzeptes.
ENDEPA feiert 2011 sein 25-jähriges Bestehen und hat für die Indigenen in Argentinien schon vieles erreicht. Leider gibt es jedoch keinen Anlass, sich auf den Erfolgen auszuruhen, denn der Lebensraum der Indianer wird immer rücksichtsloser zerstört. Außerdem leben inzwischen große Teile der Urbevölkerung in Großstädten, wo sie Gefahr laufen, ihre Wurzeln zu verlieren und spirituell zu verkümmern. Deswegen arbeitet ENDEPA nun auch verstärkt mit indigenen Jugendlichen in den Großstädten.
Durch die kontinuierliche Hilfe ADVENIATs hat die Indígena-Pastoral in der argentinischen Kirche heute einen deutlich höheren Stellenwert. Auch in diesem Jahr unterstützt ADVENIAT die Arbeit von ENDEPA mit 60.000 Euro.
Helfen Sie mit, dass dieses Projekt fortgesetzt werden kann – für gerechtere und menschenwürdigere Lebensverhältnisse!
ADVENIAT-Spendenkonto 345
bei der Bank im Bistum Essen
(BLZ 360 602 95)
Verwendungszweck: ENDEPA ARG
oder








