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Fe y Alegría vermittelt Freude am Lernen

Bolivien. Die „Fe y Alegría“-Bewegung ist in 13 Ländern Lateinamerikas und in Spanien verbreitet. In Bolivien gibt es Fe y Alegría – zu deutsch „Glaube und Freude“ – seit 1966. Die Bewegung unterhält Schulen in allen neun Departements mit dem Ziel, Kindern und Jugendlichen aus benachteiligten und armen Familien einen Weg in eine bessere Zukunft zu eröffnen. Im vergangenen Jahr wurden mehr als 34.000 Schülerinnen und Schüler von rund 1.900 Lehrerinnen und Lehrern unterrichtet. Mehr als 10.000 Familien waren in diese Arbeit einbezogen.

Die Schulbildung unterteilt sich in vier Bereiche:
 - klassische Schulbildung (Vor- u. Grundschule, Sekundarstufe)
 - Schulabschluss für Erwachsene (Fernstudium, Landinternate)
 - Sonderschulen
 - Berufsausbildung

Fe y Alegría-Schulen gibt es vor allem in abgelegenen Gegenden auf dem Land, wo die meist indianische Bevölkerung aus Mangel an Bildungsmöglichkeiten von vornherein benachteiligt ist, sowie in den Randbezirken großer Städte, wo Arbeitslosigkeit und Armut, Drogen und Alkohol, Gewalt und Kriminalität den Alltag prägen. Hier ist Schule ein Luxus, den sich viele Familien nicht leisten können, weil die Kinder zum Lebensunterhalt mit beitragen müssen, indem sie beispielsweise Schuhe putzen oder Süßigkeiten verkaufen. Die Herkunft der Schüler stellt besondere Anforderungen an den Unterricht. Schüler aus schwierigen familiären Situationen brauchen viel Unterstützung und Motivation zum Lernen. Je größer die Begeisterung, umso effektiver die Wissensvermittlung. Ob neue Lehrbücher oder bunte Kreide, ob gemeinsame Ausflüge und Aktivitäten – Fe y Alegría versucht, im Rahmen der beschränkten finanziellen Mittel die bestmöglichen Lernbedingungen zu schaffen. Das Besondere und Außergewöhnliche an Fe y Alegría: Schule ist nicht reine Wissensvermittlung, sondern vor allem auch Persönlichkeitsbildung. Die Kinder sollen Vertrauen in sich selbst gewinnen; sie sollen befähigt werden, das eigene Leben zu gestalten, Missstände zu erkennen und zu benennen sowie Verantwortung zu übernehmen.

Auch die intensive Elternarbeit gehört mit zum Konzept. Sie sollen ihren Kindern Vorbild und Förderer sein. Das Gegenteil ist oft der Fall. Viele Eltern sind mit dem Schulbesuch ihrer Kinder überfordert, können weder unterstützen noch helfen, weil sie selbst nie eine Schule besucht haben. Deshalb heißt es für manche Mama und manchen Papa, selbst erst einmal die Schulbank zu drücken, um Lesen und Schreiben zu lernen. Auch das ermöglicht Fe y Alegría. Darüber hinaus bemühen sich Lehrer und Sozialarbeiter, familiäre Probleme zu lösen, die eine gesunde Entwicklung der Kinder beeinträchtigen, wie zum Beispiel Drogenabhängigkeit oder Gewalt.

In Ortschaften mit überwiegend indianischer Bevölkerung findet der Unterricht zweisprachig statt. So haben auch die Kinder eine Chance, etwas zu lernen, die von Hause aus kein Spanisch sprechen. An anderen Schulen bleiben Kinder indianischer Herkunft oft Analphabeten, weil sie schlicht die Unterrichtssprache nicht verstehen.

Überdies ist die kontinuierliche Fortbildung und Begleitung der Lehrer ein wichtiges Standbein von Fe y Alegría. Nur geschulte und motivierte Lehrer sind in der Lage, Freude am Lernen zu vermitteln. Ausgangspunkt für die Arbeit mit Lehrern, Eltern und Schülern bildet das christliche Glaubensfundament, das sich im gegenseitigen Respekt, im ehrlichen Umgang miteinander, in Solidarität und Nächstenliebe ausdrückt.

ADVENIAT unterstützt insbesondere die begleitende Elternarbeit und Wertevermittlung in Form von Seminaren und außerschulischen Aktivitäten. Dazu gehören auch Besinnungstage, Begegnungstreffen, Projektplanung und Lehrerfortbildung. Dafür wurden 30.000 Euro bewilligt. Helfen Sie mit!

ADVENIAT-Spendenkonto 345
bei der Bank im Bistum Essen
(BLZ 360 602 95)
Verwendungszweck: Fe y Alegria/BOL

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