Für bessere Bildungschancen der Kinder in Haiti
Haiti/Gonaïves. Die Situation des Bildungswesens in Haiti ist prekär. Der Staat ist kaum in der Lage, seiner Verantwortung in diesem Bereich nachzukommen. Nur 7 Prozent aller Schulen sind in staatlicher, 30 Prozent der privaten Schulen hingegen in katholischer Trägerschaft. Für die kirchlichen Schulen gab es bislang keinerlei finanzielle Unterstützung von staatlicher Seite. Erst vor kurzem hat der Staat damit begonnen, die Gehälter einzelner Lehrer zu übernehmen oder Schulmaterialien bereitzustellen. Das sind erste kleine Schritte, die zwar ein positives Signal darstellen, sich jedoch finanziell bislang kaum auswirken.
Aus diesem Grund sind die katholischen Schulen auf Unterhaltsbeihilfen angewiesen. Eines der haitianischen Bistümer, in denen Adveniat die katholischen Grundschulen vor allem in der Aus- und Weiterbildung der dort tätigen Lehrer fördert, ist das Bistum Gonaïves.
Es handelt sich um insgesamt 104 Pfarrschulen, an denen ca. 900 Lehrer rund 29.800 Schüler in Klassen mit durchschnittlich 40 bis 50 Schülern unterrichten. Zuweilen unterrichten Lehrer auch zwei Klassen gleichzeitig, weil es nur einen Schulraum gibt. Aus Geldmangel müssen zu den Einschulungsterminen viele Kinder abgewiesen werden. Nach dem Erdbeben hat sich die Lage noch verschlimmert. In die - durch das Beben nicht direkt betroffene - Diözese Gonaïves sind viele Erdbebenopfer geflüchtet, die nun außerdem in den Schulen aufgenommen werden mussten. Im Jahr 2010 wurden deshalb 13 Schulen neu geöffnet.
Verantwortlich für das katholische Erziehungswesen in Gonaïves ist das „Bureau Diocésain d'Éducation des Gonaïves“ (BDEG), an dessen Spitze P. Elie-Pierre Geffrard steht. Des Weiteren gehören zum Team des BDEG acht „inspecteurs“ genannte Schulräte, denen die Schulaufsicht vor Ort für je einen Schulbezirk obliegt, und die tagtäglich über die Dörfer fahren.
Für dieses Schuljahr bittet P. Geffrard erneut um einen Zuschuss:
a. für Büromaterial sowie das Gehalt des Wächters. Er bekommt 13 Monatsgehälter zu gerade einmal knapp 38,50 Euro. Das Gehalt einer Sekretärin kann dank einer Wasseraufbereitungsanlage, die den Verkauf von Trinkwasser ermöglicht, aus eigenen Mitteln getragen werden.
b. für die Weiterbildung der Lehrer und der Schulleiter. Unter den Lehrern haben 90 Prozent nicht die vom Erziehungsministerium geforderte Ausbildung. Um den Lehrern zumindest das grundlegende Rüstzeug an die Hand zu geben, führt das BDEG, in der Regel in den Sommerferien, über 7 Jahre je fünftägige Schulungen durch. Im Schuljahr 2009/2010 nahmen 561 Lehrer an den Kursen teil, die das Thema „Didaktik“ zum Schwerpunkt hatten. Für das Jahr 2011 rechnet man mit rund 600 Teilnehmern. Die Kosten betragen umgerechnet etwa 11,40 EUR pro Person und Tag.
c. zu den Gehältern und Fahrtkosten der Schulräte. Hierfür ist pro Schulrat und Monat ein Betrag von rund 122 Euro vorgesehen. Die Ausgaben für die Schulräte, die permanent im Bistum Besuche durchführen, sind im letzten Jahr aufgrund der hohen Benzinpreise gestiegen.
Die sonstigen Kosten, wie z. B. die Lehrergehälter, tragen sich nun ausschließlich über die gezahlten Schulgelder und teilweise über Zuschüsse der Pfarreien.
Die Gesamtkosten betragen: 48.000 Euro
Adveniat unterstützt und schätzt das BDEG in Gonaïves als zuverlässigen Partner bereits seit vielen Jahren. Diese Hilfe ist auch weiterhin notwendig, um die mehrheitlich mangelhaft ausgebildeten Lehrer zu qualifizieren und somit langfristig eine gute Ausbildung der Kinder zu gewährleisten.
Damit das Projekt erfolgreich fortgesetzt werden kann, ist ein Zuschuss von 40.000 Euro erforderlich.
Bitte helfen Sie mit!
ADVENIAT-Spendenkonto 345
bei der Bank im Bistum Essen
(BLZ 360 602 95)
Verwendungszweck: Bildung HAITI
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