Gott und den Menschen dienen
Brasilien/Manaus. Mitten im brasilianischen Regenwald am Ufer des Río Negro, etwa zehn Kilometer bevor dieser sich mit dem Rio Solimões zum Amazonas vereint, liegt die Großstadtmetropole Manaus. Als Dreh- und Angelpunkt der Amazonas-Schifffahrt ist sie seit jeher der wichtigste Warenumschlagplatz in dieser Region. Ihr enormes Wachstum begann jedoch erst in den letzten 40 Jahren. Seither hat sich die Bevölkerung von 200.000 auf zwei Millionen Einwohner verzehnfacht.
An der Peripherie entstehen durch den Zuzug von Flüchtlingen und Migranten quasi über Nacht neue Siedlungen – ohne jede Infrastruktur. Fehlende Bildungs- und Arbeitsmöglichkeiten sind die Ursache dafür, dass sich die Armut wie in einem Teufelskreis auf die nächste Generation vererbt. Auch ökologisch betrachtet, ist das ungebremste Wachstum der Stadt mitten im Urwald ein gravierendes Problem. Der durch die Abholzung ausgetrocknete Boden kann die enormen Wassermassen in der Regenzeit gar nicht mehr aufnehmen, so dass vor allem die provisorisch errichteten Hütten der Zuwanderer immer wieder Gefahr laufen, von Wasser und Schlamm einfach weggespült zu werden.
Nicht nur die Stadtplaner können mit diesem Wachstumstempo der Stadt nicht mithalten, auch die Kirche hat Schwierigkeiten, überall präsent zu sein. Es gibt längst nicht genügend Priester für die zahlreichen neu entstehenden Gemeinden. Erzbischof Dom Luis Soares Vieira zählt deshalb ganz besonders auf das aktive Engagement der Laien und unterstützt ihre Arbeit so gut es geht.
Seit 1996 bildet das Erzbistum ständige Diakon aus und wird dabei von ADVENIAT unterstützt. Fünf Jahre dauert die Ausbildung an der theologischen Fakultät der Universität in Manaus, die monatlich rund 40 Euro kostet. Kaum einer der Kandidaten, die mehrheitlich aus ärmlichen Verhältnissen stammen, ist jedoch in der Lage die Studiengebühren aus eigener Tasche zu bezahlen. Ihnen muss hoch angerechnet werden, dass sie für diese Ausbildung neben Familie und Arbeit an zwei Tagen wöchentlich die Schulbank drücken.
Derzeit sind 25 Männer in der theologischen Ausbildung, die sie gemeinsam mit ihren Ehefrauen absolvieren. Dass die Ehefrauen miteinbezogen werden, ist wichtig, denn die Familie muss den Dienst des Vaters mittragen und sich einstellen auf die Veränderungen, die diese neue Aufgabe mit sich bringt. Thematisch widmet sich das Vorbereitungsjahr den Grundlagen des diakonischen Dienstes sowie der Spiritualität und Berufung. Aber auch die Herausforderungen des christlichen Ehelebens sowie die Situation der Ortskirche werden erörtert. Die eigentlich theologische Ausbildung erstreckt sich im Anschluss über vier Jahre. Dann folgt ein Praxisjahr, in welchem die angehenden Diakone bereits erste Dienste, zum Beispiel als Lektor oder Kommunionhelfer, in einer Pfarrei übernehmen, bevor sie geweiht werden.
Als Diakone arbeiten die Männer ehrenamtlich neben ihrem eigentlichen Broterwerb. Mit Überzeugung und Idealismus leben sie ihre Berufung, Gott und den Menschen zu dienen. Da die Erzdiözese Manaus selbst nur von den Spenden der Gläubigen lebt und allein die Kosten für die Ausbildung der Diakone nicht tragen kann, hilft Adveniat mit einem Zuschuss zu den Studiengebühren in Höhe von 15.000 Euro.
Durch das Wirken der Diakone wird Gottes Nähe spürbar – gerade für die Menschen, die in oft unwürdigen Verhältnissen am Rande der Großstadt leben. Ihre Spende trägt dazu bei, die Diakone für ihren Dienst für Gott und die Menschen gut vorzubereiten.
Adveniat-Spendenkonto 345
bei der Bank im Bistum Essen
(BLZ 360 602 95)
Verwendungszweck: Diakone BRA
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