Im Leben wieder Fuß fassen

- Blick in den Innenhof eines Gefängnisses in Medellín
Kolumbien. In Kolumbien herrscht seit Jahrzehnten ein erbitterter „Krieg“ um Drogen, Macht und Geld. Guerrilla-Truppen kontrollieren ganze Gebiete, die der Staat durch den vehementen Einsatz von Waffengewalt zurückzuerobern versucht. Entführungen, Morde, Massaker – die zunehmende Gewalt in Kolumbien hat unter anderem dazu geführt, dass die Gefängnisse hoffnungslos überfüllt sind. Plätze gibt es nur für rund 50.000 Häftlinge, doch schon in diesem Jahr werden Schätzungen zufolge mindestens 90.000 Gefangene ihre Strafe hinter Gittern absitzen.
Unhaltbare Zustände herrschen in den kolumbianischen Gefängnissen, die eine erfolgreiche Resozialisierung der Gefangenen immer mehr erschweren. Deshalb ist es umso wichtiger, dass die Häftlinge und ihre Familien nicht allein gelassen, sondern gut begleitet werden. In diesem Bereich ist die katholische Kirche schon seit mehr als zehn Jahren aktiv.
Rund 600 Ehrenamtliche begleiten Gefangene
Auf nationaler Ebene koordinieren mehrere Kommissionen der Bischofskonferenz das Aufgabenfeld der Gefängnisseelsorge. Sie kümmern sich in erster Linie um Organisation und Öffentlichkeitsarbeit sowie die Ausbildung von haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern. Rund 600 Laienmitarbeiter engagieren sich in der Betreuung der Gefangenen und ihrer Familienangehörigen. Auch nach der Entlassung begleiten sie die ehemaligen Häftlinge weiter, damit sie eine echte Chance haben, im Leben wieder neu Fuß zu fassen. Geleitet wird die Arbeit von einem 20-köpfigen Gremium, dem so genannten Nationalrat. Bislang stand der Bischofskonferenz für diese Arbeit ein Gebäude zur Verfügung, das dem nationalen Institut für Strafvollzug gehört. Doch mittlerweile reicht der Platz nicht mehr aus. Dazu kommt, dass die Räume definitiv nur noch bis Juni 2007 genutzt werden können.
Neues Pastoralzentrum soll Raum schaffen
Deshalb hat sich die Bischofskonferenz entschieden, ein eigenes Gebäude zu bauen, das in drei Bereiche gegliedert werden soll: Appartements für die vorübergehende Unterbringung von ehemaligen Häftlingen und ihren Familienangehörigen, ein Wohnbereich für Priester, Seminaristen und Mitarbeiter sowie ein Gebäudeteil für Ausbildungszwecke und die Koordinierung der Arbeit einschließlich einer Kapelle. Zunächst soll in einer ersten Etappe der gesamte Wohnbereich fertiggestellt werden. Zwar kann die Bischofskonferenz einen Teil der Baukosten selbst tragen, doch ohne Unterstützung geht es nicht.Sowohl „Misereor“ als auch „Kirche in Not“ sowie das deutsche Partnerbistum Aachen und die italienische Bischofskonferenz haben Hilfe zugesagt.
Finanzielle Unterstützung tut Not
Auch Adveniat will sich beteiligen. Damit das Projekt Wirklichkeit werden kann, ist ein Zuschuss von 20.000 Euro nötig. Dabei bitten wir um Ihre Mithilfe.
Ihre Hilfe können Sie überweisen an:
ADVENIAT-Spendenkonto 345
bei der Bank im Bistum Essen
(BLZ 360 602 95)
Verwendungszweck: Gefängnis KOL
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