Jugendliche zum Frieden erziehen
El Salvador/San Salvador. Das Menschenrechtsbüro Tutela Legal der Erzdiözese San Salvador ist vor allem bekannt dafür, Verbrechen aus der Zeit des Bürgerkriegs aufzuklären. Ein Schwerpunkt ist die Beratung von Personen, deren Angehörige ermordet wurden oder verschwunden sind. In den 80er Jahren kämpfte eine hochgerüstete Armee der herrschenden Elite gegen eine Guerilla von Aufständischen, welche sich der politischen und sozialen Unterdrückung widersetzten. Mehr als 80.000 Menschen, größtenteils Zivilisten, fielen dem bewaffneten Konflikt zum Opfer. Für die meisten Menschenrechtsverletzungen war das Militär verantwortlich.
Immer noch sind die Verbrechen des Bürgerkriegs nicht aufgeklärt und die Schuldigen nicht verurteilt. In dieser Situation sieht sich die Kirche herausgefordert, Partei zu ergreifen für die Opfer von Gewalt, Terror und Verschleppung – eine Aufgabe, die Tutela Legal als Einrichtung des Erzbistums San Salvador wahrnimmt. Derzeit bearbeitet das Team aus 11 Mitarbeitern im Jahr etwa 200 bis 500 Fälle, die in einem Menschenrechtsbericht systematisch vorgestellt und analysiert werden. Bei der Aufarbeitung des Bürgerkriegs kooperiert Tutela Legal auch mit anderen Menschenrechtsgruppen im Land. Maßgeblich ihrem Einfluss ist es zu verdanken, dass in der Hauptstadt ein Mahnmal zur Erinnerung an die Opfer der Gewalt errichtet wurde. Derzeit arbeitet Tutela Legal zudem an der Einrichtung eines Archivs zu Menschenrechtsverletzungen. Auch Fälle von Umweltzerstörung werden dokumentiert und öffentlich gemacht.
Doch mindestens so wichtig wie die Aufarbeitung geschehenen Unrechts sind die Anstrengungen, die Tutela Legal unternimmt, um Menschenrechtsverletzungen vorzubeugen. Die Mitarbeiter sind viel unterwegs, leiten die Menschen in den Pfarreien an, selbst Menschenrechtsgruppen zu gründen und die Friedenserziehung zu fördern. Denn auch nach dem Ende des Bürgerkriegs ist das Phänomen der Gewalt allgegenwärtig. Im Durchschnitt werden täglich 16 Menschen ermordet, doch maximal nur zehn Prozent aller Morde werden polizeilich gemeldet und juristisch verfolgt. Die Mordopfer sind allesamt jung, meist zwischen 14 und 25 Jahren alt.
Deshalb verfolgt das Team von Tutela Legal jetzt ein Projekt zur Friedenserziehung für Jugendliche. In einem Einzugsgebiet von acht Pfarreien mit einer besonders hohen Mordrate an Jugendlichen hat ein spezialisierter Pädagoge damit begonnen, Jugendgruppen systematisch zu den Themen „Menschenrechte“ und „friedliche Lösung von Konflikten“ zu schulen – auf dem Fundament der Katholischen Soziallehre. Gleichzeitig werden Menschenrechtsverletzungen an Jugendlichen registriert, juristisch begleitet und jährlich dokumentiert. Das Projekt läuft über zwei Jahre von 2010 bis 2011.
Möglich wird diese Arbeit, weil Adveniat einen Zuschuss in Höhe von 35.000 Euro gewährt. Die Projektkosten beinhalten unter anderem das Gehalt eines Fachpädagogen, der eigens angestellt wurde. Sein Verdienst wird mit 500 Euro monatlich veranschlagt. Hinzu kommen Sach- und Fahrtkosten, die Herausgabe des Jahresberichts sowie die Vervielfältigung von Unterrichtsmaterialien. Auch andere Hilfswerke wie Misereor unterstützen Tutela Legal bei der Wahrnehmung ihrer zahlreichen Aufgaben.
Das Projekt hat Pioniercharakter. Denn bisher war die Menschenrechtsabteilung personell nicht in der Lage, sich einer systematischen Bildungsarbeit mit Jugendlichen aus den gewalttätigen Stadtvierteln von San Salvador zu widmen.
Helfen Sie mit Ihrer Spende, der jungen Generation in San Salvador eine Lebensperspektive zu vermitteln, in der Kriminalität und Gewalt keinen Platz mehr haben!
ADVENIAT-Spendenkonto 345
bei der Bank im Bistum Essen
(BLZ 360 602 95)
Verwendungszweck: Menschenrechte EL SAL
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