Kirche macht Lobbyarbeit für Urvölker
Paraguay. In Paraguay leben gut 100.000 Ureinwohner – auf Spanisch „Indígenas“ genannt. Bei einer Gesamtzahl von 5,8 Millionen Einwohnern nimmt sich diese Zahl zwar gering aus. Dennoch spielt die indigene Thematik eine große Rolle. Das zeigt sich zum Beispiel daran, dass die Mehrheit der Bevölkerung Guaraní – eine Indianersprache – spricht. Die Indígenas leben hauptsächlich in den dünn besiedelten ländlichen Gebieten von Paraguay. Insgesamt lassen sich 17 verschiedene Ethnien und fünf verschiedene Sprachgruppen unterscheiden.
Die katholische Kirche genießt unter den Indígenas großes Ansehen, unter anderem weil sie 1997 wesentlich Anteil daran hatte, dass Artikel zum Schutz der indigenen Völker in der Verfassung verankert wurden. Auch bei der Übereignung von Land an die Indígenas machte sich die Kirche zum Fürsprecher der Besitzlosen. Bereits seit 1972 widmet die Bischofskonferenz der Indígena-Seelsorge eine eigene Kommission (CONAPI), die in Asunción ein Büro mit vier Mitarbeitern unterhält. Ziel ihrer Arbeit ist es, wichtige Themen in Gesellschaft und Politik zur Sprache zu bringen, wie zum Beispiel Landverteilung, Gesundheit, Erziehung, Ökologie und gerechte Produktions- und Wirtschaftformen. Darüber hinaus bringt die Kommission innerhalb der Kirche den interreligiösen Dialog voran und schult Mitarbeiter für die seelsorgliche Betreuung und Begleitung der indigenen Bevölkerung.
Gleichzeitig werden ganz konkrete Projekte verwirklicht, wie zum Beispiel ein Programm zur Bekämpfung der Tuberkulose. Auch die Öffentlichkeitsarbeit und die Vermittlung von Rechtsberatern und Fachleuten gehört zu den Aufgaben der Mitarbeiter, die in Asunción im Auftrag von CONAPI die Arbeit koordinieren. CONAPI leistet konkrete Einzelhilfe und umfassende Lobbyarbeit auf allen Ebenen.
Auch die Bistümer nehmen die indigenen Gemeinschaften neuerdings stärker in den Blickpunkt, ist doch der kulturelle Einfluss der Urbevölkerung unübersehbar: Er findet seinen Ausdruck in Sprache und Volksfrömmigkeit, in der Lebensweise der Landbevölkerung und Familienstrukturen. Auch wenn sich offiziell nur ein recht geringer Prozentsatz der Bevölkerung als indigen bezeichnet, besitzt die Arbeit mit den Menschen der ursprünglichen Kulturen Paraguays Bedeutung für das ganze Land.
Gerade deshalb ist es wichtig, die Arbeit von CONAPI auch weiterhin zu ermöglichen. Für die zahlreichen Aus- und Fortbildungskurse und die dafür notwendigen didaktischen Materialien fehlen der Bischöflichen Kommission die finanziellen Mittel. So kostet beispielsweise ein viertägiger Kurs für einen Missionar rund 93 Euro. Darin enthalten sind Reise-, Material- und Unterbringungskosten. Da es in Paraguay keine Kirchensteuern gibt, müssen die seelsorglichen Aufgaben von den Spenden der Gläubigen bezahlt werden.
Damit CONAPI seine Arbeit fortführen kann, ist ein Zuschuss von 21.500 Euro notwendig. Dabei bitten wir um Ihre Mithilfe!
ADVENIAT-Spendenkonto 345
bei der Bank im Bistum Essen e.G.
(BLZ 360 602 95)
Verwendungszweck: Indígenas PAR
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