Radio Pa’i Puku – der Draht zur Außenwelt
Paraguay/Chaco. Die drei Provinzen des Chaco-Gebietes "Presidente Hayes", "Alto Paraguay" und "Boquerón" bilden mit knapp 247.000 km² die größte Region Paraguays. Allerdings leben dort nur rund sechs Prozent der 6,5 Millionen Einwohner des Landes. Mehrheitlich haben die Chaco-Bewohner indianische Wurzeln, sprechen je nach Volkszugehörigkeit ganz unterschiedliche Sprachen und pflegen ihre eigenen kulturellen Bräuche.
Die dünn besiedelte Region ist aufgrund fehlender Infrastruktur von der übrigen Welt quasi abgeschnitten. Bis auf wenige Ausnahmen gibt es weder Straßen noch Telefon oder Internet. Eine einzige asphaltierte Straße durchquert die steppenartige Landschaft, die im Sommer unter extremer Hitze und Trockenheit leidet und im Winter von sintflutartigen Regenfällen heimgesucht wird. Viele kleine Siedlungen sind während dieser Jahreszeit von der Außenwelt völlig isoliert.
Fast das gesamte Gebiet des Chaco gehört Großgrundbesitzern. Die meisten Bewohner verdienen ihren Lebensunterhalt als schlecht bezahlte Feldarbeiter. Kaum ein Großgrundbesitzer mutet sich das entbehrungsreiche Leben im Chaco zu. Fast alle leben in der Hauptstadt Asunción oder im Ausland.
Im Chaco ist es in erster Linie die Kirche, die sich um die Menschen sorgt, sich vor allem auch sozial engagiert. Die großen Entfernungen machen die Arbeit allerdings schwierig, so dass die Priester manche abgelegene Siedlung nur alle paar Monate besuchen können. Ein entscheidender Schritt zur Verbesserung gelang 1995 mit der Gründung der Radiostation "Pa'i Puku", die im Zentrum der Region, in einer kleinen Siedlung an der Trans-Chacostraße, errichtet wurde. Der Name "Pa'i Puku" bedeutet „Langer Pater“ und erinnert an den ersten Bischof des Chaco, Monseñor Pedro Shaw, der auf tragische Weise bei einem Verkehrsunfall ums Leben kam.
Der Sender erreicht den Chaco und die Grenzgebiete in Argentinien, Brasilien und Bolivien. Zwischen 5 und 21 Uhr wird die Bevölkerung über das nationale und lokale Geschehen informiert und kommt auch selbst zu Wort. Dafür sorgen 66 Außenposten, die Nachrichten aus sämtlichen Ortschaften zu Gehör bringen. Teile der Sendungen werden in der Sprache der dort ansässigen Nivaclé, andere in Guaraní und Spanisch produziert. Der Glaube und ethische Fragen haben einen festen Platz im Programm.
Auf diese Weise wirkt das Radio identitätsstiftend für eine ganze Region, deren Bewohner in jeder Hinsicht benachteiligt sind. Über das Radio haben sie die Chance, sich am gesellschaftlichen und politischen Diskurs zu beteiligen. Radio "Pa'i Puku" ist das entscheidende Medium der Zone, das Zugehörigkeit zur je eigenen Kultur, zur Region und zur Kirche vermittelt. Hierin liegt der Schlüssel zu einer Verbesserung der sozialen Situation im Chaco. Denn nur mündige Bürger sind in der Lage, ihre Rechte einzufordern.
Ein Großteil der Sendekosten kann aus eigenen Mitteln finanziert werden. Doch die arme und dünn besiedelte Region setzt den Bemühungen des Senders, sich selbst zu tragen, natürliche Grenzen. Damit das Programm auch in diesem Jahr – wie geplant – ausgestrahlt werden kann, ist ein Zuschuss von 33.000 Euro notwendig. Bitte unterstützen Sie Radio "Pa'i Puku"! Für die Menschen im Chaco ist es oft der einzige Draht zur Außenwelt.
ADVENIAT-Spendenkonto 345
bei der Bank im Bistum Essen
(BLZ 360 602 95)
Verwendungszweck: Radio PAR
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