Soziales Engagement aus dem Glauben

El Salvador/Sonsonate. Traurige Berühmtheit erlangte El Salvador, als in den 80er Jahren ein erbitterter Bürgerkrieg geführt wurde, der mehr als 80.000 Menschen – hauptsächlich Zivilisten – das Leben kostete. Die hochgerüstete Armee der herrschenden Elite, die alle politische und wirtschaftliche Macht auf sich vereinte, führte einen brutalen und ungleichen Kampf gegen eine Guerrilla von Aufständischen sowie generell gegen Oppositionelle, die öffentlich Partei für die Masse der Unterdrückten und Ausgebeuteten ergriffen und sich der Repression widersetzten. Erst 1992 wurde ein Friedensvertrag geschlossen und die Kämpfe beendet.
Dieses blutige Erbe hat tiefe Spuren in der salvadorianischen Gesellschaft hinterlassen. Noch immer nicht sind die Verbrechen des Bürgerkriegs aufgeklärt und die Schuldigen verurteilt. Vor diesem Hintergrund sieht sich die Kirche herausgefordert, Verantwortung zu übernehmen für den Aufbau einer friedlichen und christlich-ethisch geprägten Gesellschaft. Im Bistum Sonsonate liegt deshalb ein besonderer Schwerpunkt auf der Ausbildung von Laien zu so genannten „agentes de pastoral“, die in ihren Gemeinden die seelsorgliche, soziale und gesellschaftspolitische Arbeit federführend organisieren.

Im Rahmen eines sechs Etappen umfassenden Stundenplans erhalten die „agentes de pastoral“ eine solide Grundbildung in gesellschaftspolitischen Fragen und in katholischer Soziallehre. Dabei werden Themen behandelt, wie soziale Ungleichheit, Bürgerrechte und Bürgerbeteiligung, die Würde der Frau sowie Ökologie und Umweltproblematik. Darüber hinaus lernen die Teilnehmer, ihre eigene soziale Realität zu reflektieren und daraus Handlungsalternativen abzuleiten, die auf Veränderung zielen.
Für das Konzept und die Inhalte ist die Caritas im Bistum Sonsonate zuständig, die bei der Durchführung der Kurse von Dozenten verschiedener Universitäten unterstützt wird.
Aus den 25 Pfarreien, die zum Bistum gehören, sollen jeweils der Pfarrer und zwei Ehrenamtliche an den Kursen teilnehmen. Insgesamt 160 Unterrichtsstunden sind geplant, die sich über einen Zeitraum von drei Jahren verteilen und im diözesanen Bildungszentrum stattfinden.
„Soziales Engagement aus dem Glauben“ wäre ein passendes Motto für das Projekt mit Pioniercharakter, das als zukunftsweisend für die kirchliche Arbeit in Mittelamerika bezeichnet werden kann. Das Besondere ist, dass die Botschaft des Glaubens nicht Theorie bleibt, sondern fruchtbar gemacht wird für die konkreten Fragen des Lebens. Laien und Priester werden befähigt, in ihren Gemeinden die drängenden sozialen und gesellschaftspolitischen Herausforderungen anzunehmen und gemeinsam anzugehen. Damit diese Kurse durchgeführt werden können, ist ein jährlicher Zuschuss von 7.500 Euro, sprich insgesamt 22.500 Euro, notwendig.
Bitte unterstützen Sie die Ausbildung
der „agentes de pastoral“ mit Ihrer Spende!
ADVENIAT-Spendenkonto 345
bei der Bank im Bistum Essen
(BLZ 360 602 95)
Verwendungszweck: Bildung EL SAL
oder






