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Zugang zu Wasser für das bedrohte Volk der Wayúu

Familie aus dem Volk der Wayúu. Der Staudamm "El Cercado" bringt die Menschen an den Rand ihrer Existenz. Foto: Jürgen Escher

In allen Ländern Lateinamerikas sind die Lebensformen der Indigenen bedroht, fast immer durch die Profitgier großer Wirtschaftskonzerne. Im Norden Kolumbiens leidet das Volk der Wayúu dramatisch darunter: Den Menschen wird im Interesse der Industrie buchstäblich das Wasser abgegraben, sie leiden an Unterernährung, viele Kinder verdursten. Mit Ihrer Unterstützung leistet Adveniat Überlebenshilfe und stärkt diejenigen, die sich gegen ein lebensvernichtendes Staudammprojekt stellen.

"Ich war glücklich, bevor der Bergbau in mein Leben kam", sagt Maritza de la Cruz. Der Bergbau kam 2001 in die Provinz Guajira im äußersten Nordosten Kolumbiens - er raubte vielen Menschen in der Region die Lebensgrundlage, und Maritza raubte er sogar ihr Kind. "Ich habe einen Sohn bei der Räumung unserer Gemeinde verloren. Ich habe das Gefühl, dass mir das Bergbau-Unternehmen das Herz herausgerissen hat", sagt Maritza weinend. Sie gehört zu den Protagonisten im Dokumentarfilm "Bergbauorgie" des Entwicklungshelfers André Maukisch, der die verheerende Situation der Menschen in La Guajira zeigt und auch die kolumbianische Chocó-Region sowie die Andengegend Páramo beleuchtet. Diese sind ebenfalls vom Raubbau an Mensch und Natur betroffen.

Humanitäre Krise abseits von den Blicken der Weltöffentlichkeit

Wer den Plänen von Bergbau-Unternehmen im Weg steht, muss weichen - wie in vielen Regionen Lateinamerikas ist das auch in Kolumbien gängige Praxis. Nicht selten riegelt privates Sicherheitspersonal ganze Gegenden ab, der Staat hält sich heraus. Darüber hinaus leiden die Menschen unter den immer länger dauernden Dürrephasen. All das hat besonders im Nordosten Kolumbiens, abseits von den Blicken der Weltöffentlichkeit, eine humanitäre Krise ausgelöst. Leidtragende sind vor allem die Angehörigen des indigenen Volks der Wayúu, das in der Provinz La Guajira an der Grenze zu Venezuela lebt.


Wie alle indigenen Völker leben die Wayúu in enger Verbindung mit ihrem Land. Es ist von jeher trocken - seine Lebensader, der Río Ranchería wird nun aber vom Staudamm durchtrennt. Und mit dem Wasser schwindet die Lebensgrundlage der Menschen. Fotos: Jürgen Escher.

2006 wurde in La Guajira mit dem Bau von "El Cercado" begonnen, einem Staudamm am Oberlauf des Río Ranchería - der Fluss ist die Lebensader der Wayúu. Der Staudamm sollte die Wasserversorgung der größeren Städte in der Provinz Guajira verbessern, so der ursprüngliche Plan. Den Wayúu hätte das wenig genutzt, denn sie leben vor allem auf dem Land. Davon abgesehen wird das Wasser des Staudamms inzwischen zur Bewässerung agro-industrieller Reis-Monokulturen abgezweigt - und vor allem für die Bergbau-Industrie in der Region. Die versprochenen Aquädukte, die unter anderem den Wayuú dienen sollten, wurden nie angeschlossen.

Der überlebenswichtige Zugang zum Wasser des Río Ranchería wird den Wayúu von einer Privatarmee verwehrt. Viele Wayuú führen ein Leben am Existenzminimum, ohne Zugang zu Wasser. In den vergangenen drei Jahren sind Schätzungen von Hilfsorganisationen zufolge rund 5.000 Kinder verdurstet, etwa 35.000 Menschen in der Provinz Guajira leiden an Unterernährung: Zahlen, die die kolumbianische Regierung in Frage stellt. In ihrer Not fliehen viele Wayuú in die größeren Städte und enden dort in den Slums.

Wie Adveniat hilft

Über die Diözese Riohacha leistet Adveniat einen Beitrag zur humanitären Hilfe für die Not leidenden Menschen in der Region Guajira. Zudem unterstützt das Lateinamerika-Hilfswerk die Menschen in der kolumbianischen Chocó-Region, die ebenso unter dem rücksichtslosen Vorgehen der Rohstoffindustrie leiden, über die Diözese Istmina-Tado. Wir freuen uns über Ihre Spende!

Adveniat-Spendenkonto 17345
bei der Bank im Bistum Essen (BLZ 360 602 95)
Verwendungszweck: "A Wayuu KOL"
BIC: GENODED1BBE
IBAN: DE03 3606 0295 0000 0173 45

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