Aktuelle Meldung vom 8. Februar 2017

Zum Tod von Erzbischof Luna Tobar von Cuenca in Ecuador

Erzbischof Luis Alberto Luna Tabor, aufgenommen im Jahr 2000 in Cuenca. Foto: Achim Pohl

Essen/Ecuador. Der frühere Erzbischof von Cuenca in Ecuador, Luis Alberto Luna Tobar, ist am Dienstag, 7. Februar, gestorben. Der Gesundheitszustand des 93-Jährigen verschlechterte sich in den letzten Wochen zunehmend. Er starb auf der Paliativstation eines Krankenhauses in Quito an einem Herzleiden. Präsident Rafael Correa, bestätigte diese Nachricht per Twitter und bedankte sich auf diesem Weg noch einmal für das Lebenswerk des Geistlichen: „Danke Monsenor.“

Priester der Armen

„Den Armen eine Perspektive für ihr Leben, ihre Familien, ihre Zukunft eröffnen, das war Ziel seines pastoralen Einsatzes“, erinnert sich Christian Frevel, Leiter der Abteilung Öffentlichkeit des Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat. So habe sich der langjährige Adveniat-Projektpartnern besonders für die Menschen eingesetzt, die aufgrund fehlender beruflicher Möglichkeiten nach Spanien auswandern wollten. „Er hat sich um Arbeitsplätze für diese Auswanderungswilligen bemüht und ihnen so ein Leben in Würde in ihrer Heimat eröffnet“, berichtet Frevel, der Erzbischof Luna Tobar Ende der 1990er-Jahre in Ecuador kennengelernt hatte.

Luis Alberto Luna Tobar wurde 1977 zum Bischof geweiht und im September 1981 von Papst Johanes Paul zum Erzbischof von Cuenca ernannt. Tobar prägte die Gemeinden 19 Jahre lange in diesem Amt. Seine beiden Vorgänger galten als konservative Vertreter der katholischen Lehre. Im Gegensatz zu ihnen öffnete Tabor sich den weltlichen Problemen der ansässigen Bevölkerung. Er setzte sich für die Einhaltung der Menschenrechte ein und bekannte sich zur Befreiungstheologie. Ein einschneidendes Erlebnis für den Bischof war die Katstrophe von La Josefina, die im Jahr 1993 durch extrem schwere Regenfälle ausgelöst wurde. Da er vom damaligen Präsidenten an die Spitze der Wiederaufbaukommission gesetzt wurde, begann Tabor, die Politik seiner Region und seines Landes aktiv mit zu gestalten.

Politisches Engagement

Dies wurde auch deutlich, als er sich während er Bankenkrise von 1999 dem Widerstand der Indigenen und der ländlichen Bevölkerung anschloss, ihn schließlich sogar anführte. Der Protest richtete sich gegen die Abschaffung des Sucre und die Einführung des US-Dollars, die der damalige Präsident Jamil Mahuad zur Bewältigung der Krise umsetzte. Im März 2000 gab er das Amt des Erzbischofs von Cuenca aus Altersgründen ab. Politisch blieb er aber auch bis zum Schluss aktiv und wurde von Rafael Correa unter anderem in die Kommission zur Wahrheitsfindung berufen, die sich mit Menschenrechtsverletzungen befasst.

Erzbischof Luna Tabor wird nach Angaben der ecuadorianischen Bischofskonferenz am 14. Februar 2017 beigesetzt und anschließend nach La Cuenca überführt.

Text: Anna-Maria Jeske