„Nur mit Bildung können wir Hunger und Armut bekämpfen.“

Padre Rafael García, Direktor von Fe y Alegría in Bolivien, weiß, dass Bildung nur mit Mühen, Ausdauer und den nötigen finanziellen Mitteln zu erreichen ist. „Deshalb sind wir dankbar für die Hilfe der Spender von Adveniat, die es ermöglichen, armen Kindern Bildung zu schenken.“

Die von Jesuitenpater José María Vélaz im Jahr 1955 gegründete Bewegung Fe y Alegría gibt es heute in 17 Ländern Lateinamerikas. Sie ermöglicht Kindern und Erwachsenen in den ärmsten Regionen eine gute Bildung und Ausbildung – insgesamt fast 1,5 Mio. Menschen. Adveniat unterstützt diese einzigartige Bildungseinrichtung seit über 40 Jahren.

„Unser Motto heißt: Glaube und Freude.“

Aufgeräumt und sauber wirkt die Schule „Fernando Bravo“. Lehrer, Eltern und Schüler sorgen gemeinsam für Ordnung und Instandhaltung.

Die Schule „Fernando Bravo“ liegt mitten in El Alto, der zweitgrößten
Stadt Boliviens. Wie alle Kinder, Eltern und Lehrer hat die 8-jährige Carola Catari das Credo der Schule bereits verinnerlicht: „Fe y Alegría heißt, wir sollen mit viel Freude an den lieben Gott und an uns selbst glauben.“

Kein Kind wird zurückgelassen, die Lehrer gehen individuell auf ihre Schützlinge ein. Das gilt auch für Kinder mit Behinderungen, die ebenfalls bei Fe y Alegría unterrichtet und betreut werden. Wann immer möglich, wird der Unterricht mit der Lebenswelt der Kinder verknüpft: vom Musikunterricht bis zur persönlichen Hygiene und Ernährung.

Carola geht in die 3. Klasse der „Fernando Bravo“. Ihr besonderer Fleiß gilt der Schönschrift. „Papa sagt, ich kann schon schöner schreiben als meine Mama“, jubelt sie und man sieht, wie viel Freude so ein Erfolgserlebnis bringt.

Nimio Ajata hat durch Fe y Alegría seine Berufung als Lehrer wiedergefunden. Er lebt mit seiner Familie ebenfalls im Armenviertel. Deshalb akzeptieren die Eltern Nimio und schätzen seinen Rat.

„Am besten ist, man geht mit gutem Beispiel voran.“

Gemeinsamkeit wird in der Klasse großgeschrieben.

Nimio Ajata, 39 Jahre, ist Carolas Klassenlehrer. Er hat als Lehrer an einer schlecht ausgestatteten staatlichen Schule begonnen und ist froh, heute bei Fe y Alegría unterrichten zu dürfen: „In den dreieinhalb Jahren bei Fe y Alegría habe ich mich verändert. Mir macht das Lehren wieder Spaß, denn hier werden die Kinder nicht einfach durchgeschleust, sondern gefördert! Wir Lehrer gehen mit gutem Beispiel voran: Wir machen regelmäßig Weiterbildungen, es gibt einen genauen Lehrplan und die Schüler erleben, dass Lernen auch für uns wichtig ist. Und damit alle an einem Strang ziehen, binden wir auch die Eltern ein.“

Freude am Lernen vereint Eltern und Kinder.

Für die Zukunft ihrer Töchter drücken die Eltern Catari gern noch einmal die Schulbank bei Fe y Alegría. Das Angebot reicht von Alphabetisierung über gesunde Ernährung bis zur Gesundheitsvorsorge.

Carolas Zuhause ist ein aus Lehmziegeln gebautes Häuschen. Obwohl Vater Fredy und Mutter Adela fleißig arbeiten, reicht das Einkommen nicht, um der Armut zu entkommen. Beide können, wenn auch etwas holprig, lesen und schreiben. Doch sie wissen: Um die Armut zu besiegen, braucht es eine umfassende Bildung. Deshalb wünschen sie sich für ihre Töchter eine gute Ausbildung als Schlüssel zu einem besseren Leben. Dafür engagieren sie sich auch persönlich: Nach Feierabend besuchen sie Elternkurse bei Fe y Alegría, um ihre Kinder gezielt fördern zu können. Mutter Adela ist Elternrätin in den Klassen der beiden Mädchen und erzählt stolz: „Ich bringe meine Töchter jeden Tag zur Schule. Sie freuen sich darauf, zu lernen, und ich freue mich, dass sie auf diese Schule gehen und gute Noten nach Hause bringen.“