Zehn Jahre Papst Franziskus
„Politisch, mit Kompass für die Armen“

„Franziskus ist ein politischer Papst mit einem klaren Kompass für die Armen.“ So lautet das Fazit des Hauptgeschäftsführers des Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat, Pater Martin Maier, nach zehn Jahren Papst Franziskus. Der Argentinier und Jesuit Jorge Mario Bergoglio wurde am 13. März 2013 „vom Ende der Welt“ kommend, wie er selbst sagte, zum Papst gewählt. Die Bilanz nach zehn Jahren sei beeindruckend.

Ein Mann überreicht dem Papst, der in einem weißen Gewand sitzt, eine Auszeichnung oder eine Plakette, während andere zuschauen und ein Fotograf im Hintergrund Bilder macht.

Adveniat Hauptgeschäftsführer Pater Martin Maier stellt Papst Franziskus die Weihnachtsaktion 2022 „Gesundsein Fördern“ vor.
Foto: © Vatican Media

Papst Franziskus bei der Amazonas-Synode mit dem damaligen Adveniat-Hauptgeschäftsführer Pater Michael Heinz. Beide halten je ein Ende eines grün-buntes Tuches indigener Herkunft

Der ehemalige Adveniat Hauptgeschäftsführer Pater Michael Heinz mit Papst Franziskus auf der Amazonas Synode, die im Oktober 2019 in Rom stattfand.
Foto: Adveniat

Drei ältere Männer, zwei in schwarzer klerikaler Kleidung und einer in weißer päpstlicher Robe, begrüßen sich herzlich in einem Haus. Der Mann in Weiß, der eine Schädeldecke trägt, schüttelt einem der anderen die Hand, während sie alle lächeln.

Die beiden ehemaligen Hauptgeschäftsführer Pater Michael Heinz (links) und Prälat Bernd Klaschka (Mitte) zur Privataudienz bei Papst Franziskus in Rom
Foto: Vatikan

Eine Frau in einem grauen Anzug schüttelt die Hände und lächelt dem Papst zu, der ein weißes päpstliches Gewand und eine Schädeldecke trägt. Andere formell gekleidete Menschen stehen in der Nähe in einem warm beleuchteten Raum.

Die Bereichsleiterin der Adveniat Projektabteilung, Margit Wichelmann,
hatte 2015 die Ehre Papst Franziskus bei einer Audienz im Vatikan persönlich kennen zu lernen.
Foto: Vatikan

Vier Männer stehen und lächeln für ein Foto in einem formellen Raum mit weißen Vorhängen und einem verschnörkelten Teppich. Der Mann in der Mitte, der ein weißes religiöses Gewand trägt, hält die Hand eines anderen Mannes, der eine grüne Mappe in der Hand hält. Hinter ihnen hängt ein religiöses Gemälde.

Im September 2017 trafen der damalige Adveniat Hauptgeschäftsführer Pater Michael Heinz, Geschäftsführer Stephan Jentgens und dem ehemaligen Hauptgeschäftsführer, Prälat Bernd Klaschka, Papst Franziskus im Rahmen
einer Privataudienz.
Foto: Adveniat

Zwei ältere Männer, der eine in schwarzer klerikaler Kleidung, der andere in weißer päpstlicher Robe, lächeln sich herzlich an und schütteln sich in einem reich verzierten Raum die Hände. Im Hintergrund sind Menschen zu sehen.

Der ehemalige Adveniat Hauptgeschäftsführer, Prälat Bernd Klaschka, im Gespräch mit Papst Franziskus.
Foto: Adveniat

„Papst Franziskus hat die Kirche zu einem weltweit geschätzten und vielbeachteten Global Player in der sozialen und der ökologischen Frage gemacht“, erklärt Pater Maier. Seine Sozialenzyklika „Laudato si‘“ über die Sorge für unser gemeinsames Haus habe in Politik und Wissenschaft für Furore gesorgt. Genauso bei den Menschen, die – insbesondere in den südlichen Weltgegenden – am meisten unter den Folgen des menschengemachten Klimawandels leiden.

Seine zahlreichen Treffen mit Migranten etwa an der Grenze zwischen Mexiko und den USA, auf Lesbos, Malta und Zypern, in Italien, Bulgarien oder dem Südsudan rütteln die politisch und wirtschaftlich Mächtigen ebenso auf wie seine Reden gegen Ungleichheit und Ausbeutung und für soziale Gerechtigkeit vor der UN-Vollversammlung, dem US-Kongress und dem EU-Parlament.

„Für uns als Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat, das seit mehr als 60 Jahren mit seinen Projektpartnerinnen und Projektpartnern vor Ort den Teufelskreis von Hunger, Armut, mangelnder Bildung und Gesundheitsversorgung durchbricht, ist dieser politische Papst Franziskus Bestätigung und Rückenwind“, sagt Pater Maier. So habe die Amazonas-Synode den Fokus auf den Schutz der Regenwälder und der dort lebenden indigenen Völker gerichtet, für die sich Adveniat seit Jahrzehnten einsetzt.

„Wie bereits meine Vorgänger hatte ich auch die Möglichkeit, persönlich mit Papst Franziskus zu sprechen und konnte ihm im vergangenen Jahr die Adveniat-Weihnachtsaktion vorstellen“, berichtet Pater Maier. Adveniat habe das offene Ohr des Papstes und mit ihm ein gemeinsames Projekt: pastoral und politisch Kirche an der Seite der Armen zu sein.

„Franziskus hat das Papstamt geerdet.”

„Papst Franziskus ist unangepasst, unbequem, ungeduldig, aber manches Mal auch unbedacht und uneindeutig“, so Pater Maier. Insbesondere die jüngsten Äußerungen zum Synodalen Weg in Deutschland seien wenig hilfreich. „Auf den Spruch, dass es in Deutschland keine zwei evangelischen Kirchen brauche, hätte ich verzichten können“, kritisiert Pater Maier. Aber „Franziskus hat das Papstamt geerdet. Und das ist gut so. Denn wir brauchen eine arme Kirche für die Armen, die sich mit Haut und Haar auf die Menschen und ihr reales Leben einlässt.“

Papst Franziskus lebe den im Evangelium begründeten Auftrag Jesu, allen Menschen ein Leben in Würde zu ermöglichen. „Er macht damit Ernst, indem er sich kompromisslos für Flüchtlinge einsetzt, Gefangenen die Füße wäscht, auf Kranke zugeht und strukturell die Option für die Armen in den Mittelpunkt kirchlichen Handelns stellt“, sagt Adveniat-Hauptgeschäftsführer Maier. „Der politische Papst Franziskus ist ein Glücksfall für die Armen und damit für die Welt und die Kirche.“

Ein Mann mittleren Alters mit Brille und Bart lächelt, während er in einem Korridor mit steinernen Bögen und gedämpfter Beleuchtung steht. Er trägt eine Anzugsjacke über einem weißen Hemd und ein Schlüsselband um den Hals.

Pater Martin Maier ist Hauptgeschäftsführer des Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat.
Foto: Achim Pohl/Adveniat