Zum 50. Jahrestag der Ermordung von Bischof Enrique Angelelli

Enrique Ángel Angelelli stand an der Seite der verarmten, hungernden und leidenden Bevölkerung in Argentinien. Mutig erhob er das Wort gegen die herrschende Regierung. Dafür bezahlte er mit seinem Leben. Am 4. August jährt sich seine Ermordung zu 50. Mal.

Ein gerahmtes Bild von Enrique Angelelli

Gedenkkapelle Enrique Ángel Angelelli am Todesort bei Punta de los Llanos. Foto: Adveniat/Tina Umlauf

Im Einsatz für die leidende Bevölkerung

Die Diözese La Rioja in Argentinien gedenkt dieser Tage an die Ermordung ihres ehemaligen Bischofs Enrique Angelelli. Vor 50 Jahren, am 4. August 1976, wurde der Geistliche Opfer eines gezielten Gewaltverbrechens. Hintergrund der Tat war die Errichtung einer Militärdiktatur im März des gleichen Jahres, in Folge derer sich die Verfolgung der Kirche in La Rioja verschärfte. Bischof Angelelli wurde geraten, die Gegend zu verlassen, doch er weigerte sich mit der Begründung: „Genau das wollen sie: dass ich gehe, damit die Schafe sich zerstreuen.“

Enrique Angelelli war selbst Argentinier und hatte das Amt des Bischofs von La Rioja am 24. August 1968, im Alter von 45 Jahren, übernommen. In die Provinz im Nordwesten Argentiniens sei er gekommen, „um den Armen, Hungernden und nach Gerechtigkeit Dürstenden zu dienen“, betonte er in seiner ersten Predigt.

In La Rioja litten breite Schichten der Bevölkerung Not, obwohl sie hart arbeiteten. Angelelli erhob mutig sein Wort, predigte gegen Unterdrückung, Folter, Hunger und Armut. Damit brachte Bischof Angelelli die herrschende politische und wirtschaftliche Elite gegen sich auf.

Gedenktafel von Enrique Ángel Angelelli am Todesort bei Punta de los Llanos.

Gedenktafel von Enrique Ángel Angelelli am Todesort bei Punta de los Llanos: Ein Ohr am Evangelium, das andere am Volk. Foto: Adveniat/Tina Umlauf

In der Folge wurde 1971 die Rundfunkübertragung der Sonntagspredigten des Bischofs von der regionalen Regierung der Provinz Córdoba verboten, kurze Zeit später erfolgte ein Verbot für Veröffentlichungen in der Tageszeitung der Region. Doch Angelelli war nicht der einzige Geistliche, der dem Militär ein Dorn im Auge war. Im Juli 1976 wurden innerhalb weniger Tage zwei Pfarrer und ein der Kirche nahestehender Laie aufgrund ihres christlichen Engagements ermordet.

Bischof Angelelli nahm an einem Gottesdienst für die ermordeten Priester teil und wurde auf dem Rückweg von zwei Fahrzeugen verfolgt und von der Straße gedrängt. Er starb noch am Unfallort. 2019 wurde Bischof Angelelli, gemeinsam mit den drei anderen Märtyrern der argentinischen Militärdiktatur, seliggesprochen.

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