So hilft Adveniat
im Amazonasgebiet

Mit mehr als drei Millionen Euro fördert Adveniat jährlich Projekte im Amazonasgebiet. „Das Leben der indigenen Völker ist in Gefahr. Die Zerstörung ihrer Lebenswelt durch den rücksichtslosen Abbau von Rohstoffen, Abholzungen oder durch Staudammprojekte kommt einer schleichenden Ausrottung dieser Völker gleich“, begründet Adveniat-Hauptgeschäftsführer Pater Martin Maier den Schwerpunkt der Projektarbeit.

Luftaufnahme eines gewundenen Flusses, der sich durch dichten grünen Regenwald schlängelt, mit vereinzelten weißen Wolken, die Schatten auf die üppige Landschaft darunter werfen.

Das Amazonasgebiet steht für eine große Artenvielfalt, es ist Heimat für indigene Völker, Regulator für das Weltklima – doch an vielen Stellen wird sein Gleichgewicht massiv gestört. Foto: Thomas Milz/Adveniat

Nirgendwo ist der Raubbau an der Schöpfung so offensichtlich wie im Amazonas-Gebiet: Eine Fläche von der Größe Frankreichs ist bereits unwiederbringlich zerstört. Partner an der Seite Adveniats im Einsatz für die Rechte der indigenen Völker ist das länderübergreifende kirchliche Netzwerk Repam (Red Eclesial PanAmazónica). Es versteht sich als kirchliche Antwort auf die fortschreitende Zerstörung der Natur und als seelsorgerische Begleitung der Menschen in der Region. Gegründet wurde es 2014 von Bischöfen, Priestern, Ordensleuten und Laien aus dem Amazonasgebiet.

Repam unterstützt betroffene Gemeinden vor Ort, fördert Initiativen zum Schutz der Lebensräume und zur Bewusstseinsbildung. Indigene mit ihren jahrhundertealten Erfahrungen sollen nicht nur gehört werden und mitbestimmen, sondern zu Gestaltern ihrer eigenen Zukunft werden. Dass auch Papst Franziskus das Thema in den Fokus rückt, ist für Mauricio López, den Generalsekretät von Repam, ein Glücksfall: „Die Enzyklika Laudato si‘ bestärkt uns in unserem Weg!“.

Vier Arbeiter in weißen Schutzanzügen und orangefarbenen Helmen säubern einen Ölteppich in einem schlammigen, verschmutzten Gewässer, wobei sie saugfähige Matten und Geräte in der Nähe von Rohren und öligem Wasser verwenden.

Mit Hunderten von Arbeitern versucht die Firma Pedroperu die Schäden in der Region Chriaco durch das Pipeline-Leck zu beseitigen. Foto: Adveniat/Escher

Ein Mann, der eine Mütze und ein dunkles T-Shirt trägt, begrüßt eine ältere Frau im Freien, in der Nähe eines Holzhauses, das von üppigen grünen und roten tropischen Pflanzen umgeben ist, herzlich an der Hand.

Mauricio López Oropeza im Gespräch mit einer Dorfbewohnerin. Foto: Adveniat/Pohl

Eine Frau und ein Kind fahren in einem hölzernen Kanu auf einem Fluss, der von dichtem grünen Laub umgeben ist. Die Frau steht und steuert mit einer langen Stange, während das Kind vorne sitzt und nach vorne schaut.

Der Rio Bobonaza ist die Lebensquelle der Indigenen in Ecuador. Foto: Adveniat/Pohl

Das ecuadorianische Dorf Sarayaku ist eines der wenigen Beispiele, in denen es einem indigenen Volk gelungen ist, die Erdölbohrungen auf seinem staatlich garantierten Schutzgebiet zu verhindern. Das Beispiel des rebellischen Dorfes soll im Amazonasgebiet Schule machen. Deshalb bildet Repam mit finanzieller Unterstützung von Adveniat Angehörige indigener Völker und kirchliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus, gegen Menschenrechtsverletzung vorzugehen und die Rechte der Indigenen einzuklagen.

Zahlreiche Bildungs- und Ausbildungsprojekte von Repam in den Amazonas-Staaten unterstützen indigene Völker dabei, sich innerhalb der westlich geprägten Mehrheitskultur zurechtzufinden und gleichzeitig die eigene Identität und Kultur selbstbewusst zu leben. „Wir sind Teil des panamazonischen Netzwerks Repam, weil wir viel von der Kultur und der Weisheit indigener Völker lernen können“, ist Pater Martin Maier überzeugt. „Denn in einer Welt, die vom menschengemachten Klimawandel existentiell bedroht ist, sind die Indigenen mit ihrer Art zu leben die wahren Umweltschützer.“