Amazonasgebiet:
Mütter- und Kindersterblichkeit senken

Die Hausgeburt ist bei indigenen Frauen im ecuadorianischen Amazonasgebiet eine jahrtausendealte Tradition. Doch einige traditionelle Praktiken haben sich als gefährlich erwiesen und führten in manchen Fällen zum Tod des Neugeborenen. Bei einer einwöchigen von Adveniat unterstützten Ausbildung wird über indigenes Wissen und moderne Medizin diskutiert und beides miteinander verbunden.

Eine lächelnde Frau in Nonnenkutte und weißem Hemd hält ein in eine hellblaue Decke eingewickeltes Baby. Sie steht in einem Haus und eine weitere Person ist teilweise im Vordergrund zu sehen.

Eine Hebamme und zwei Ärzte besprechen in dem einwöchigen Kurs zur Geburtshelferin mit den Teilnehmerinnen alles rund um Schwangerschaft und Geburt. Foto: Steffen/Adveniat

Einziges Krankenhaus im Umkreis von 300 Kilometern

Stolz hält Berta Arimuya Guatatoca ihr Zertifikat in der Hand. Nach einer anstrengenden Anreise per Boot über den Río Napo und dem einwöchigen Kurs im Hospital „Franklin Tello“ ist sie nun zertifizierte Geburtshelferin.

Das 1965 gegründete Hospital in Nuevo Rocafuerte liegt im ecuadorianischen Amazonasgebiet an der Grenze zu Peru. Es ist das einzige Krankenhaus auf einer Strecke von knapp 300 Kilometern flussauf- und abwärts des Río Napo.

Indigene Hebammen haben zumeist keine Ausbildung, sondern übernehmen das Wissen ihrer Mütter. In den Kursen des Hospitals können sie ihre Kenntnisse über Schwangerschaft und Geburt erweitern, verschiedene Methoden der Geburtshilfe diskutieren und ausprobieren.

Eine Frau in einem rosa Hemd hält ein kleines Kind im Arm, während sie ein Dokument von einer Person entgegennimmt, deren Arm zu sehen ist. Andere Personen sitzen an Tischen im Hintergrund in einem Klassenzimmer.

Teilnehmerin des Geburtshelferinnenkurses mit ihrem Zertifikat. Foto: Projektpartner

Einwöchiger Praxiskurs für Geburtshelferinnen

Gemeinsam mit elf anderen Frauen und einem Mann hat Berta Arimuya Guatatoca den Kurs absolviert. Zwei Ärzte und eine Hebamme, die für den Träger des Krankenhauses, das Apostolische Vikariat von Aguarico, arbeiten, haben mit ihnen alles rund um Schwangerschaft und Geburt besprochen. Jede Teilnehmerin durfte einmal dem Baby aus Kunststoff auf die Welt helfen und die Nabelschnur durchtrennen.

Drei Personen üben einen medizinischen Eingriff an einer Säuglingspuppe, die auf einem Schreibtisch mit Notizbüchern steht; eine hält ein blaues Röhrchen, eine andere benutzt eine Schere, und die dritte assistiert von der Seite.

Anhand praktischer Übungen spielen die Teilnehmerinnen des Kurses Etappen der Schwangerschaft und Geburt durch…

Eine Gruppe von Menschen beobachtet aufmerksam, wie ein Mann in lila Kitteln in einem Klassenzimmer mit Postern und einem roten Schild an der Wand einen medizinischen Eingriff an einer Schaufensterpuppe demonstriert.

… reflektieren ihre eigenen Erfahrungen und Traditionen …

Eine Frau in geblümter Kleidung kniet und massiert die Beine einer anderen Frau, die in einem Stuhl sitzt, während im Hintergrund eines hell erleuchteten Raums Menschen an Tischen sitzen.

… und erhalten die Möglichkeit, die Erkenntnisse der modernen Medizin …

Eine Frau liegt auf dem Rücken, während zwei Personen, eine in einem lila Hemd und eine andere mit Brille und gemustertem Oberteil, sie genau beobachten. Mehrere andere beobachten sie von den Tischen im Hintergrund eines Klassenzimmers aus.

… mit ihrer indigenen Tradition zusammenzubringen, um die Kindersterblichkeit bei den Hausgeburten zu vermindern.

Fachwissen hilft Kindersterblichkeit in den Dörfern zu senken

In der einwöchigen, von Adveniat unterstützten Ausbildung wird indigenes Wissen mit moderner Medizin verbunden. Die Teilnehmerin und ihre späteren Patientinnen erfahren so große Wertschätzung gegenüber ihrer Lebensweise und können ihre traditionellen Methoden durch die neuen Kenntnisse der modernen Medizin ausbauen.

Zurück in ihrem entlegenen Dorf wird Berta Arimuya Guatatoca künftig mit fundiertem Fachwissen und Praxiserfahrung jungen Frauen bei der Geburt ihrer Kinder helfen und dazu beitragen, die Mütter- und Kindersterblichkeit im Amazonasgebiet zu senken.

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Carmen Martínez
Abteilung Spenderkommunikation
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