Drei Schritte zurück ins Leben

Mit den Franziskanern der Provinz Guadalupe setzen sich die Psychologinnen Paola Cassaigne und Andrea Zardoya seit 2019 in Mexiko-Stadt dafür ein, dass neue Lebensentwürfe entstehen können und schaffen Räume, in denen Heilung und neue Gemeinschaft wachsen.

Frau umarmt ihren Sohn

Yairy Morales hat auf der Flucht mit ihrem Sohn Fabian Schreckliches erlebt. Foto: Adveniat/Florian Kopp

Wenn das Leben Frauen die Stimme nimmt

Viele Frauen in Lateinamerika und der Karibik erleben Demütigung, Kontrolle, wirtschaftliche Abhängigkeit, sexualisierte Übergriffe oder staatliche Gleichgültigkeit. Die Folgen greifen tief. Dauerstress hält den Körper in Alarmbereitschaft, Angst und Scham untergraben das Selbstwertgefühl. Kraft und Zuversicht gehen verloren. So geraten Beziehungen aus dem Gleichgewicht: Misstrauen wächst und Konflikte eskalieren.

Gemeinsam mit der Partnerorganisation „Movimiento Raíz“ begleitet Adveniat Frauen, die Gewalt, Armut und Ausgrenzung erlebt haben, in drei Schritten zurück ins Leben: durch sichere Ernährung, stärkende Traumatherapie und tragende Gemeinschaft. So entstehen Stabilität, neues Selbstvertrauen und Netzwerke, die auch Familien verändern.

Gruppe von Frauen in einem Stuhlkreis

In den Therapien mit den Psychologinnen Andrea Zardoya und Paola Cassaigne finden die Teilnehmerinnen auch ihre Lebensfreude wieder.

Schritt 1 – Sicherheit geben durch Ernährung

Wer nicht weiß, wie er morgen seine Kinder ernähren soll, kann sich nicht auf eine Therapie einlassen. Deshalb beginnt das Projekt mit dem, was Leben sichert: verlässlicher Nahrung. Gemeinsam mit lokalen Organisationen und Pfarrgemeinden werden gespendete Lebensmittel eingesammelt und dorthin gebracht, wo sie gebraucht werden. So bleiben die Frauen im Blick, und die Helferinnen und Helfer vor Ort geben Rückmeldung, wenn Unterstützung nötig ist. Für viele bedeutet das mehr als eine Mahlzeit: Entlastung, einen Moment des Aufatmens – und die Gewissheit, dass ihre Kinder satt sind.

„Damit Frauen den Kopf frei haben für eine Therapie und sich nicht ständig sorgen müssen, was sie ihrer Familie auftischen können, braucht es verlässliche Nahrung.”
Paola Cassaigne, Mitgründerin von Movimiento Raíz
Eine Frau hört zu

Schritt 2 – Wunden heilen in der Traumatherapie

Ein Trauma verschwindet nicht von selbst. Es bleibt im Körper als Anspannung, im Herzen als Angst, im Alltag als Wut oder Rückzug. Wird es nicht verarbeitet, wirkt es weiter. Deshalb warten die beiden Psychologinnen nicht, bis Frauen Hilfe suchen. In Migrantenunterkünften, Kindergärten und Gemeindezentren schaffen sie geschützte Räume, in denen ausgesprochen werden darf, was lange verschwiegen wurde. Viele Teilnehmerinnen berichten, dass sie geduldiger mit ihren Kindern sind, Konflikte nun lösen und wieder Nähe zulassen können.

 

„Durch die Therapie ist das Trauma aus meiner Familie verheilt – und jetzt mache ich anderen Frauen Mut.“
Judith Vega, heute Köchin im Projekt
Frau mit roten Strähnchen schaut in die Kamera

Schritt 3 – Gemeinschaft stärken durch Netzwerke

Was eine Frau in der Therapie für sich entdeckt, trägt sie weiter: in ihre Familie, in ihr Arbeitsumfeld, in ihr Viertel. Wenn die Menschen Gefühle ausdrücken können und Konflikte anders lösen, dann verändert sich das Zusammenleben. Kinder erleben mehr Sicherheit, Beziehungen werden respektvoller. So entsteht Schritt für Schritt eine Kultur der Fürsorge, die ganze Gesellschaften stärkt.

 

„Es tut mir gut zu wissen, dass ich nicht alleine, sondern Teil einer Gemeinschaft bin.“
Yairy Morales, Teilnehmerin
Eine Frau lacht strahlend in die Kamera

Schenken Sie Sicherheit, Heilung und Gemeinschaft – mit Ihrer Spende

Helfen Sie mit Ihrer Spende, damit aus Angst wieder Vertrauen wachsen kann. Gemeinsam können wir dazu beitragen, dass Heilung möglich wird.

Für weitere Informationen, wie Sie die Menschen in Lateinamerika und der Karibik mit einer Spende unterstützen können, wenden Sie sich gerne an:

Carmen Martínez
Spenderkommunikation
Telefon 0201 1756-209
E-Mail: carmen.martinez@adveniat.de