2. Advent - Zeit des Schenkens

Eine etwas andere Nikolausgeschichte

Anderen etwas Gutes zu tun gelingt im Großen und im Kleinen. Indira Berroterán setzt sich wie viele andere Menschen in Lateinamerika für menschenwürdige Arbeits- und Lebensbedingungen ein. Sie ist in diesem Jahr Gast der Adveniat-Weihnachtsaktion zum Thema „Faire Arbeit. Würde. Helfen.“

Das Wohnheim Yolia steht mitten in Mexiko-Stadt. Hier leben Mädchen im Teenager-Alter. Alle haben eine schwierige Kindheit hinter sich, sind Waisen, Missbrauchsopfer oder wurden von ihren Eltern verlassen. Andere sind Migrantinnen aus Mittelamerika, die in Mexiko von der Polizei aufgegriffen wurden, oder sie lebten auf der Straße, vom Verkauf von Süßigkeiten und sonstigem Allerlei. Manche sind aufmüpfig, andere verschlossen. Wenn diese Mädchen bei Yolia keine Aufnahme gefunden hätten, wäre ihr Leben nichts mehr wert gewesen.

Inmitten dieser bunten Schar bewegt sich eine energische Frau: Indira Berrotarán. Die 36-jährige Venezolanerin verliebte sich nach einem Praktikum bei Yolia so sehr in die Mädchen, dass sie ihre Heimat verließ, um den jungen Frauen Ersatzmutter und Stütze zu sein. Indira lehrte in Venezuela als Ordensfrau an der Universität.

Indira Berroterán

Als sie aber die Mädchen bei Yolia kennenlernte, wusste sie, dass sie hierhin gehört: „Nach ein paar Wochen hatte ich mich unsterblich in das Projekt und die Mädchen verliebt. Ich hatte das Gefühl, dass ich hier viel bewegen, dass ich junge Menschen, die sonst keine Chance bekommen, auf ihrem Weg ins Leben begleiten kann.“ Indira teilt ihr Leben mit den Mädchen, bringt frischen Wind ins Projekt, verschenkt sich und ihre Zeit. Dadurch eröffnen sich neue Möglichkeiten und Chancen für junge Frauen, die keine Zukunft gehabt hätten.

Sie können Indira und andere Adveniat-Partner beschenken, indem Sie Adveniat mit einer Spende unterstützen. Und vielleicht können wir noch heute jemandem in unserem persönlichen Umfeld eine kleine Freude bereiten, um zu sagen: „Du bist mir heute ganz besonders wichtig!“

Indira gibt ihnen ihre Würde zurück, so wie es Bischof Nikolaus vor etwa 1700 Jahren in der Hafenstadt Myra in der heutigen Türkei getan hat. Der Legende zufolge wollten die drei Töchter eines verarmten Kaufmanns heiraten. Da es üblich war, etwas Geld in die Ehe einzubringen, schien die Heirat nicht möglich zu sein. In seiner Verzweiflung sah sich der Kaufmann gezwungen, seine Töchter zu verkaufen. Dies wiederum rief Bischof Nikolaus auf den Plan. Er sorgte dafür, dass es dazu nicht kommen musste: er ließ dem Kaufmann das Geld der Aussteuer zukommen, wodurch die Töchter heiraten konnten.

Indira und der hl. Nikolaus stehen in ihrem liebevollen Einsatz für das Leben und die Würde des Menschen ein, in diesem besonderen Fall für die Würde der Frau.

„Höchste Zeit für wahre Werte!“, fordern die Adveniat-Adventsfiguren: Sie setzen sich dafür ein, dass die Vorweihnachtszeit nicht allein von Geschenkewahn und Hektik bestimmt wird. Doch gerade in dieser Zeit brauchen die Figürchen eine laute Stimme, denn im Trubel von Einkaufshektik und Weihnachtsmarkt gerät der Advent als Zeit der Erwartung immer mehr ins Hintertreffen.

Aber was steckt hinter diesen wahren Werten? Das erfahren Sie hier an den vier Adventssonntagen. Jede Woche tritt eine Figur aus dem Demonstrationszug heraus und erklärt, was ihr im Advent besonders wichtig ist.