Padre Lucas Gabriel Galante - Solarzellen für Licht und Hoffnung

In argentinischen Andendörfern errichtet er Solaranlagen und bringt den Bauern den Umgang mit der Technik bei, um ihnen eine bessere Zukunft zu ermöglichen. Padre Lucas Gabriel Galante ist Priester und Techniker, Freund und Lehrer.

Padre Lucas Gabriel Galante bringt mit Solaranlagen Licht und Hoffnung in entlegene Andendörfer Argentiniens.

Padre Lucas Gabriel Galante bringt mit Solaranlagen Licht und Hoffnung in entlegene Andendörfer Argentiniens. Foto: Jürgen Escher

„Die Menschen wollen ihre Heimat nicht verlassen, sie wünschen sich nur ein wenig mehr Lebensqualität“, sagt Padre Lucas Gabriel Galante. Als er zum ersten Mal in die karge Region im Norden Argentiniens kam und die Dörfer in den hochgelegenen Tälern am Osthang der Anden besuchte, wunderte er sich, warum es hier keinen Strom gab – bei rund 340 Sonnentagen im Jahr. Der Priester stammt aus einer Mechanikerfamilie und hatte schnell eine Idee: 24 Stunden am Tag genug Strom für Licht, Kühlschränke und Werkzeuge durch Solarenergie. „Es ist eine Photovoltaik-Inselanlage mit Energiespeicher, die die umliegenden Häuser mit Strom versorgt und unabhängig vom öffentlichen Stromnetz ist“, erklärt er nicht ohne Stolz. Drei Dörfer werden mittlerweile so mit Solarstrom versorgt. Das Projekt wird seit Beginn vom Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat unterstützt. 

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Die Augen von Padre Lucas leuchten, wenn er von Watt und Volt spricht, wenn er Kabel überprüft und Maschinen repariert – und vor allem: wenn er sein Wissen weitergeben kann. „Dies ist kein rein technisches Projekt, es ist in erster Linie sozial und die Basis von allem ist der Glaube“, erklärt Padre Lucas. „Die Menschen erhalten nicht nur Strom und Licht, sondern Hoffnung, Selbstbewusstsein und die Möglichkeit, in ihrer Heimat zu bleiben. Es eröffnen sich ganz neue Perspektiven.“ So können die Tante-Emma-Läden nun die Lebensmittel länger lagern und damit mehr Waren anbieten, auch handwerkliche Tätigkeiten wie Schreinern, Schweißen und Backen sind mit dem Strom aus der Sonne einfacher umsetzbar und ermöglichen neue Jobs. Das ist enorm wichtig in einem Land, in dem nach einem Bericht der nationalen Katholischen Universität (UCA) rund 41 Prozent der Bevölkerung in Armut leben, 10 Prozent davon sogar in extremer Armut. Die Menschen organisieren sich selbst in einer Kommission, verwalten das durch die Stromgebühren erwirtschaftete Geld und kümmern sich um die Instandhaltung der Solaranlage. Sie sind zufrieden, denn die Kosten sind gering, sie zahlen nur, was sie verbrauchen, und das Geld kommt dem Projekt zugute. In den einfachen Häusern entstehen nun Träume von eigenen Werkstätten und Bäckereien – von einer Zukunft auf dem Land.

Text: Christina Weise