Reyna Cachi Salamanca

Dem gefährlichen Leben auf der Straße setzt sie einen Ort der Ruhe entgegen: Reyna Cachi Salamanca betreut Kinder und Jugendliche, die in einer der ärmsten Städte der Welt Opfer von Gewalt geworden sind.

„Die Straße ist ein Kriegsgebiet. Dort bist du immer in Gefahr, kommst nie zur Ruhe. Du fühlst dich einfach nur schlecht“, sagt Reyna Cachi Salamanca. Seit acht Jahren betreut sie Mädchen, die obdachlos und Opfer von sexueller Ausbeutung oder Menschenhandel geworden sind. Die Psychologin arbeitet im Mädchenhaus der Stiftung Munasim Kullakita im bolivianischen El Alto, das von dem Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat unterstützt wird.

Zwölf Mädchen zwischen zehn und 18 Jahren leben in dem Heim, alle haben Schlimmes erlebt. „Unser Ziel ist es, die Mädchen zu stärken und wieder in die Gesellschaft zu integrieren“, erklärt Reyna. Das Haus ist für die Jugendlichen ein sicherer Ort, sie werden aufgefangen und gefördert, damit sie zu selbstbewussten jungen Frauen heranwachsen. „Für mich ist das Schwierigste, alles so anzunehmen, wie es ist. Jeden Tag trifft mich eine Geschichte zutiefst, jeden Tag sorge ich mich um etwas anderes.“

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Wie viele Kinder und Jugendliche auf den Straßen von El Alto leben, der Millionenstadt oberhalb von La Paz, ist unklar, offizielle Zahlen gibt es nicht. Schätzungen reichen von 500 bis 1.500. Sie sind hochgradig gefährdet und jeder Form des Missbrauchs ausgesetzt. Regelmäßig geht Reyna mit den Streetworkern raus. „Wir sprechen mit ihnen über die Risiken, denen sie sich auf der Straße aussetzen, über ihre Rechte, über die Hilfe, die wir ihnen anbieten können, und laden sie in das Zentrum von Munasim Kullakita ein“, sagt sie. Dort können die Kinder und Jugendlichen kochen, waschen, an Aktivitäten teilnehmen und ihnen werden Wege von der Straße aufgezeigt, wie das Mädchenhaus. „Hier kommen die Mädchen endlich zur Ruhe“, sagt Reyna, für die genau das bedeutet, in Frieden zu leben.

Text: Christina Weise