Erdbeben in Venezuela: Hilfe der Kirche überlebenswichtig!

Vier Wochen nach den schweren Erdbeben in Venezuela ist die Not weiterhin groß. Über 5.000 Menschen sind ums Leben gekommen, rund 50.000 gelten noch immer als vermisst, etwa 20.000 leben in Notunterkünften. Die Kirche hilft, wo der Staat versagt. Für viele Familien ist die Hilfe der katholischen Kirche eine der wenigen verlässlichen Stützen. Adveniat unterstützt die Versorgung der Betroffenen.

Ein Mann mit einem Schutzhelm übergibt einem anderen Mann einen Sack mit Lebensmitteln

Die Menschen sind dankbar für die Hilfspakete, die sie überreicht bekommen. Foto: Caritas La Guaira

„Wir haben Hilfe von der katholischen Kirche erhalten: Zelte, Lebensmittel zum Selberkochen sowie Fertiggerichte und Medikamente. Vielen, vielen Dank für Ihre Unterstützung“, sagt Ruth López, deren Wohngebäude bei den schweren Erdbeben in Venezuela vollständig eingestürzt ist. Sie lebt seither notdürftig auf der Plaza Las Palmeras im Stadtteil Tanaguarena und empfindet trotz der Not vor allem Dankbarkeit. „Die Betreuung durch die Freiwilligen war hervorragend, sie sind wirklich sehr gut organisiert und behandeln uns mit Herzlichkeit. Sie haben uns wirklich sehr geholfen.“

Hilfe von Adveniat kommt an

In der Diözese La Guaira, die am schwersten betroffene Region des Landes, hilft Adveniat seit vielen Jahren. Insgesamt sechs Gesundheitsposten wurden dank der Hilfe des Lateinamerika-Hilfswerks aufgebaut. Diese ermöglichen der Bevölkerung medizinische Versorgung, die durch wirtschaftliche und politische Krisen seit Jahren stark beeinträchtigt ist. Auch aufgrund dessen ist es nun möglich, die Gesundheitsversorgung der Erdbebenopfer zu gewährleisten. Zudem kann Adveniat dank zahlreicher Spenden die Verteilung von Lebensmitteln und Wasser ermöglichen.

Unermüdliches Engagement

„Ich bin nun seit zwei Wochen als Freiwilliger im Einsatz, und es war eine ziemlich anstrengende Zeit. Obwohl ich an harte Arbeit gewöhnt bin, ist das ständige Be- und Entladen von Lastwagen den ganzen Tag über ziemlich anstrengend, aber ich glaube, dass dies für viele von uns die Art und Weise ist, in dieser schweren Situation, die wir gerade durchleben, zu helfen“, erzählt Diego Rosas, der zurzeit als freiwilliger Helfer im Einsatz ist.

Er sagt weiter: „Das ist meine Art, in der katholischen Kirche zu helfen, da ich nicht direkt vor Ort sein kann, um Menschen aus den Trümmern zu bergen. Ich glaube, dass diese Mitarbeit genauso wichtig ist: Hier zu sein und dabei zu helfen, die Hilfsgüter an die Rettungskräfte und die Betroffenen zu schicken. Danke an all die Menschen guten Willens, die uns unterstützen, damit wir weiterhelfen können.“

 

„Wir haben Lebensmittel und Medikamente verteilt, das hat mich sehr bewegt, denn die Lebensumstände, unter denen die Menschen dort leben, sind nicht einfach. Ich fühle mich eingeschränkt, aber ich gebe hier alles, was ich kann: meine Anwesenheit, meine Hilfe und meine Unterstützung.“

Schwester Aura Arévalo, Missionarin der Consolata-Mission

Eine Schwester spricht in die Kamera

„In den letzten Tagen war ich hier damit beschäftigt, die Hilfsgüter zu sortieren und zu organisieren, denn die Unterstützung war sehr positiv. Es sind viele Dinge angekommen, es wurde viel mitgeholfen, und das erfüllt mich mit Zufriedenheit, denn was man mit einer Hand gibt, nehmen sie mit beiden Händen entgegen, die sie haben. In dieser Zeit habe ich ein wenig Stille und zugleich viel Gelassenheit gefunden“, erzählt Schwester Aura Arévalo weiter.

unzählige Menschen stehen in einer Schlange neben einer Straße

Der Bedarf an Hilfspaketen ist groß. Bei der Verteilung müssen die Menschen viel Geduld mitbringen. Foto: Caritas La Guaira

Yajaira Suaje aus La Guaira, eine Betroffene des Erdbebens, berichtet: „Zu sehen, wie die Straßen verschüttet waren, herumzulaufen und festzustellen, dass alle Gebäude eingestürzt waren und dort Menschen lagen, denen man einfach nicht helfen konnte – das war sehr erschütternd.  Ehrlich gesagt, mir fehlen die Worte. Doch dank der Unterstützung der Helfer haben wir Lebensmittel, Hygieneartikel und Medikamente für unsere Versorgung erhalten. Vielen Dank an alle, die das möglich machen, und an die katholische Kirche, die sich stets um uns kümmert.“