Ein sicherer Ort für die Jugend – Fotoprojekt von Jugendlichen aus Tumaco
Das Centro Afro ist der einzige Ort, an dem Kinder und Jugendliche in Nuevo Milenio ein bisschen frei sein und sich sicher fühlen dürfen. Eine absolute Ausnahme in dem kolumbianischen Vorort der Stadt Tumaco. Denn zwischen FARC, Drogenkrieg und ausgeprägter häuslicher Gewalt gibt es vor allem für Kinder und Jugendliche kaum einen sicheren Ort. Das Centro jedoch wird von den Banden so weit respektiert, dass seine Türen geöffnet bleiben können. Weil es Kirche ist und weil es sich diesen Respekt über Jahre erarbeitet hat. Ein Adveniat-Fotoprojekt mit den Jugendlichen bringt ihre persönliche Perspektive ins Bild.

Foto: Adveniat/Mareille Landau
Ein Grundanliegen von Adveniat ist es, den Menschen in Lateinamerika und vor allem auch der Jugend eine Stimme zu geben. In einem Fotoprojekt hatten vier Jugendliche aus dem Centro die Möglichkeit ihren Alltag in Fotos festzuhalten und damit einen Ausschnitt ihrer eigenen Perspektive ins Bild zu bringen. Das Projekt bricht die typische eindimensionale Perspektive der Fotografen auf und führt hin zu einer multiperspektivischen Wahrnehmung der Realität der Jugendlichen in Tumaco.

Foto: Adveniat/Mareille Landau
Olguer Fabricio Velazque Borja
Olguer wohnt mit seinen Eltern und seinen beiden Schwestern zusammen.
Er möchte Agrarwirtschaft studieren und am liebsten mit Kakaoanbau und -produktion Geld verdienen. „Die beste Schokolade komme aus Tumaco“, sagt Olguer stolz.
„Im Centro Afro kann ich mich ablenken. Hier muss ich nicht an all das Schlimme denken, was vor dem Centro abgeht. Darum komme ich auch jeden Tag hierhin, seit drei Jahren. Früher hab ich nicht über die Zukunft nachgedacht, ich hab einfach nur von Tag zu Tag gelebt. Durch das Centro Afro habe ich mir Gedanken gemacht und habe nun Träume, die ich erreichen möchte.“

Fotos: Adveniat/ Olguer Fabricio Velazque Borja

Foto: Adveniat/ Mareille Landau
Maite Thaliana Palacias Arroyo
Maite lebt zusammen mit ihrer Großmutter und ihren zwei Brüdern.
Ihr großer Wunsch ist es, klassische Ballettänzerin zu werden.
„Das Centro Afro ist mein zweites Zuhause, meine zweite Familie, wo wir Dinge lernen, die man sonst nirgendwo lernt.“

Fotos: Adveniat/ Maite Thaliana Palacias Arroyo

Foto: Adveniat/Mareille Landau
Junior Estevien Mejía Ordónez
Junior lebt zusammen mit zwei von seinen Brüdern.
Er träumt davon, professioneller Tänzer und Ingenieur zu werden.
„Das Centro Afro ist mir sehr wichtig. Dank ihm lerne ich, eine gute Führungspersönlichkeit zu entwickeln. Ich habe mich als Mensch und als Künstler sehr weiter entwickelt.“

Fotos: Adveniat/Junior Estevien Mejía Ordónez

Foto: Adveniat/Mareille Landau
Jhordinho Palacios Arroyo
Sein Traum wäre es, sich drei Jahre einem Zirkus anzuschließen und danach ein Studium zu beginnen. Welches, weiß er noch nicht.
„Das Centro Afro bedeutet mir sehr viel. Es ist mehr als eine Familie. Es ist ein Ort, an dem ich meine Zweifel ausräumen und vor allem meine Fähigkeiten entdecken kann.“

Foto: Adveniat/Jhordinho Palacios Arroyo

