Mit Bildung den Weg aus der Armut bahnen

Wir sind in Bolivien, auf dem Land. Valeria hütet Schafe – sie ist schwanger. Auf einmal stolpert die 18-Jährige, stürzt, die Wehen setzen ein. 12 Wochen zu früh erblickt die kleine Gladis das Licht der Welt. Doch statt Freude zu empfinden, ist Valeria voller Sorge: Ihr Körper ist nach der Frühgeburt so schwach, dass sie keine Milch zum Stillen hat.

Verzweifelt bat Valeria nach der Frühgeburt die Ärzte im staatlichen Krankenhaus um Hilfe. Doch die wiesen die arme Hirtentochter ab. Sie sollte sich selbst um Nahrung für ihr Baby kümmern. Foto: Adveniat

In der armen, ländlichen Region, in der Valeria mit ihrer Familie lebt, stehen die Überlebenschancen für Frühgeborene schlecht. Doch Valeria fand in ihrer Gemeinde Rat: Eine Nachbarin schickte sie zu den „Trierer Schwestern vom Heiligen Josef“, die sich seit 1964 in der nahegelegenen Stadt Sucre an der Seite der Armen engagieren.

Anfangs führten die Schwestern dort eine Krankenstation – doch mit der Zeit wurde die Zahl der Kinder, die aus Not zu ihnen gebracht wurden, immer größer. Also richteten die Schwestern ein Heim für sie ein. Hier wurde Valeria mit ihrer kleinen Tochter Gladis liebevoll aufgenommen. Innerhalb weniger Tage fanden die Ordensfrauen eine nahrhafte Ersatzmilch für das kleine Mädchen. Valeria ist überglücklich. Sie sagt: „Ich danke Gott dafür, dass es diese Schwestern gibt.“

 

Seit mehr als 50 Jahren nehmen die Ordensfrauen Findelkinder, Waisen und Kinder mittelloser Familien auf. Viele leiden unter schwerer Unterernährung. 

„Ich glaube, Schwester Rita ist wie eine echte Mama“, erzählt die 7-jährige Evelin. „Sie ist lieb, aber auch manchmal streng. Man darf nicht alles machen und wenn man sie anlügt, das kann sie gar nicht leiden. Aber ich habe sie sehr lieb.“

Im Internat wird fleißig gelernt und die Schwestern bestärken die jungen Frauen in ihrem Wissensdurst.

 

Behütet aufwachsen und einander Familie sein.

Mit Hingabe und Liebe stellen sich die Schwestern in den Dienst der Mädchen und Jungen. Sie lehren sie alle Grundlagen für ein gesundes Leben und eröffnen ihnen damit eine bessere Zukunft. Zu Beginn ihrer Schulzeit gehen die Jungen eigene Wege – sie wechseln in ein befreundetes Wohnheim für junge Männer. Die Mädchen ziehen ins Internat der Schwestern und lernen, ihre Talente und ihre Persönlichkeit mit Bildung für Kopf und Herz zu entfalten. So werden aus kleinen Kindern selbstbewusste junge Menschen.

Weil jedes Kind die Chance auf Schule bekommen soll, haben die Schwestern auf dem Land, in Sopachuy, einen Hort für diejenigen gebaut, die täglich mehrere Stunden unterwegs sind, um die Grundschule zu erreichen. 120 Schülerinnen und Schüler bekommen dort Hausaufgabenhilfe und ein warmes Mittagessen – oft ihre einzige vollwertige Mahlzeit am Tag.

 

„Wir setzen auf die Spiritualität des Handelns: Wir gehen einfach mit gutem Beispiel voran und hoffen, dass wir alle gemeinsam etwas zu einer besseren Welt im Sinne Jesu beitragen.“

Schwester Veronica Mendoza

 

So wie die Josefsschwestern in Bolivien leben die Projektpartner von Adveniat auf vielfältige Weise die Aufforderung von Papst Franziskus: „Liebt nicht mit Worten, sondern in Taten.“
Ihre Weihnachtsgabe sorgt dafür, dass Adveniat dieses Engagement weiterhin fördern kann.

Für weitere Informationen, wie Sie die Armen in Lateinamerika und der Karibik mit einer Spende unterstützen können, wenden Sie sich gerne an:

Carmen Martínez
Abteilung Spenderkommunikation, Referat Besondere Spenden
Telefon 0201 1756-209, E-Mail: carmen.martinez(at)adveniat(dot)de