"Achtsamkeit auf die Opfer der Globalisierung"
Adveniat-Weihnachtsaktion im Bistum Würzburg eröffnet

Unter dem Motto „ÜberLeben auf dem Land“ hat das Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat die bundesweite Weihnachtsaktion 2020 im Bistum Würzburg eröffnet. „Achtsamkeit auf die Opfer der Globalisierung“, forderte Adveniat-Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck. Und Bischof Dr. Franz Jung sagte: "Wer Amazonien zerstört, der zerstört die Welt.“

„Weltweite Gerechtigkeit, vor allem für die Menschen in Lateinamerika, denen das Land als Lebensgrundlage durch Enteignung oder Raubbau genommen wird“, hat Bischof Dr. Franz Jung im feierlichen Gottesdienst zum bundesweiten Auftakt der Adveniat-Weihnachtsaktion am ersten Advent, dem 29. November 2020, in der Pfarrkirche Sankt Johannes der Täufer in Hofheim gefordert. Es sei höchste Zeit, den Weckruf Jesu zu hören, damit die Menschen auch weiterhin das gemeinsame Haus bewohnen könnten. „Denn wer Amazonien zerstört, der zerstört die Welt“, betonte der Bischof von Würzburg. Die im Einklang mit der Schöpfung lebende Landbevölkerung „sichert im Letzten auch unser Überleben im Blick auf das Amazonasgebiet und seine unersetzliche Funktion für das weltweite Klima“, sagte Bischof Jung. Getreu dem Aktionsmotto „ÜberLeben auf dem Land“ fand die bundesweite Eröffnung der Weihnachtsaktion der katholischen Kirche in diesem Jahr erstmals dezentral in den ländlichen Regionen des Bistums Würzburg statt: in Biebelried, Hammelburg, Hofheim und Stockstadt. 

Für die Menschen auf dem Land in Lateinamerika.

Adveniat-Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck rief in seiner Predigt zur „Achtsamkeit auf die Opfer der Globalisierung“ auf. Zu ihnen gehörten die Menschen auf dem Land in Lateinamerika. „Sie mahnen uns, auf die Schöpfung achtsam zu sein, die Gesetze der Natur und des Menschen in ihrer Ursprünglichkeit zu achten“, sagte Overbeck in der Pfarrkirche Maria Rosenkranzkönigin in Stockstadt am Main. „Die ländliche Bevölkerung und die Rhythmen des Lebens auf dem Land sind gerade wegen ihrer Achtsamkeit der beste Lehrplan für unsere Zivilisation“, betonte der Adveniat-Bischof. 

Das Dank- und Segenswort im Eröffnungsgottesdienst kam von Bischof Johannes Bahlmann von Óbidos. Der Adveniat-Partner im brasilianischen Amazonasgebiet wollte ursprünglich die bundesweite Weihnachtsaktion in Würzburg eröffenen. Doch dann kam Corona. 

„In Lateinamerika sind die Folgen der Corona-Pandemie verheerend“, sagte Adveniat-Hauptgeschäftsführer Pater Michael Heinz in der Pfarrkirche Sankt Johannes der Täufer in Hammelburg. Keine der Regierungen habe ein brauchbares Gesundheitssystem aufgebaut, ganz zu schweigen von einer sozialen Absicherung wie in Deutschland. „Die Menschen haben eigentlich nur die Wahl: entweder arbeiten und sich womöglich an Corona anstecken oder eben kein Geld, um damit Lebensmittel für die verarmte Familie nach Hause zu bringen“, sagte Pater Heinz. Die Kirche sei oft die einzige Einrichtung, die an der Basis, auch in den kleinsten Dörfern auf dem Land präsent ist. „Katecheten und Gemeindehelfer stehen ihre Frau und ihren Mann, um der Not entgegen zu treten. Sie sind da für die Kranken und Alten, für die allein Gelassenen und behinderten Menschen.“ Der Adveniat-Chef rief in seiner Predigt dazu auf: „Werden wir durch unsere Solidarität zu Hoffnungsträgern für andere.“

Hoffnungsträgerin war an diesem Wochenende auch Monika Krämer vom Katholischen Frauenbund. Vor dem Szenario des düsteren Tagesevangeliums wie auch der Corona-Pandemie könnten Angst und Weltuntergangsstimmung aufkommen, sagte die Wortgottesdienstleiterin in Biebelried. Aber das Evangelium besage nicht, dass das Ende der Welt vor der Tür stehe, sondern Jesus Christis selbst. „Diese Botschaft erfüllt uns mit Freude und Zuversicht“, hob Monika Krämer hervor. „Denn Jesus Christus kommt – auch in unseren Schwestern und Brüdern in Biebelried, in Würzburg und in Lateinamerika.“

Eröffnungsgottesdienst der Adveniat-Weihnachtaktion in St. Johannes in Hammelburg

Eröffnung der Weihnachtsaktion an vier Orten auf dem Land: In der Pfarrkirche St. Johannes in Hammelburg feierten Pfarrer Thomas Eschenbacher und Adveniat-Hauptgeschäftsführer Pater Michael. Foto: Stephan Neumann

Das Altartuch mit dem Logo der Amazonas-Synode wurde feierlich in die Pfarrkirche St. Johannes der Täufer in Hofheim getragen

Das Altartuch mit dem Logo der Amazonas-Synode wurde feierlich in die Pfarrkirche St. Johannes der Täufer in Hofheim getragen. Dem Gottesdienst stand Bischof Dr. Franz Jung von Würzburg vor. Foto: Daniel Peter

Eröffnungsgottesdienst der Adveniat-Weihnachtsaktion in Biebelried

Monika Krämer vom Katholischen Frauenbung in der Wort-Gottesfeier in Biebelried, an der auch Ordensschwester Deca Amaral aus dem brasilianischen Partnerbistum Óbidos mitwirkte. Foto: Kerstin Schmeiser-Weiß

Eröffnung der Adveniat-Weihnachtsaktion 2020 in Stockstadt

Und in der Pfarrkirche Maria Rosenkranzkönigin in Stockstadt am Main forderte Adveniat-Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck "Achtsamkeit auf die Opfer der Globalisierung" ein. Foto: Burkhard Vogt.

Weihnachtskollekte in besonderen Zeiten

Zu den schönsten Bräuchen des Weihnachtsfests zählt das Geben. Millionen Christen ermöglichen Jahr für Jahr mit ihrer Weihnachtskollekte die wichtige Arbeit von Adveniat. Damit das auch in Corona-Zeiten so geschehen kann, bietet das Lateinamerika-Hilfswerk einen neuen Weg an, die Solidarität mit den Armen in Lateinamerika und der Karibik zum Ausdruck zu bringen: die digitale Weihnachtskollekte. „Gerade in diesem Jahr dürfen wir all jene Menschen nicht vergessen, die unsere Hilfe am dringendsten benötigen: die Armen weltweit, die den Folgen der Pandemie kaum etwas entgegenzusetzen haben“, betont Pater Michael Heinz. Online-Spenden ist mit wenigen Klicks möglich unter www.adveniat.de/spenden. 

Weihnachten feiern in Corona-Zeiten

Aber auch in Deutschland werden Familien mit Kindern, Großeltern und Enkel, Ehepaare und Singles Weihnachten in Corona-Zeiten ganz anders feiern. Angesichts der Abstand- und Hygieneregeln werden weniger Menschen einen Weihnachtsgottesdienst besuchen können. Deshalb bietet das Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat einen Mitmachgottesdienst mit Krippenspiel an Heiligabend, 24. Dezember 2020, ab 15 Uhr an: www.adveniat.de/gottesdienst.
Im Advent öffnet sich jeden Tag ein Türchen des digitalen Adventskalenders. Prominente teilen in kurzen Videos ihre Lieblings-Weihnachtsgeschichten, Musiker ihre Lieder und Familien ihre Bastel- und Backtipps: www.adveniat.de/adventskalender. Und am dritten Adventssonntag, dem 13. Dezember 2020, lädt der Liedermacher Reinhard Horn ab 10 Uhr zum online Mitsingkonzert ein. Kinder und alle Jung-Gebliebenen können von zuhause aus mitsingen unter: www.adveniat.de/mitsingkonzert

Adveniat-Weihnachtsaktion 2020: ÜberLeben auf dem Land
Jeder Fünfte in Lateinamerika und der Karibik lebt auf dem Land. Das bedeutet häufig auch, abgehängt und ausgeschlossen zu sein. Und jetzt auch noch Corona. Das Virus trifft mit der Landbevölkerung auf eine besonders verletzliche Gruppe. Deshalb rückt das Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat mit seiner diesjährigen Weihnachtsaktion unter dem Motto „ÜberLeben auf dem Land“ die Sorgen und Nöte der armen Landbevölkerung in den Blickpunkt. Die Weihnachtskollekte am 24. und 25. Dezember in allen katholischen Kirchen Deutschlands ist für Adveniat und die Hilfe für die Menschen in Lateinamerika und der Karibik bestimmt. Spendenkonto bei der Bank im Bistum Essen, IBAN: DE03 3606 0295 0000 0173 45 oder unter www.adveniat.de/spenden

"Teile dein Weihnachten"

In diesem Jahr hat Adveniat die Online-Kampagne "Teile dein Weihnachten" gestartet. Denn dieses Jahr wird Weihnachten ganz anders. Aufgrund der Corona-Pandemie werden Krippenfeiern und Christmetten nicht wie gewohnt stattfinden. Manche Familien werden möglicherweise nicht zusammen feiern können. Wir von Adveniat tun etwas dagegen. Wir teilen Advent und Weihnachten mit den Menschen: www.teile-dein-weihnachten.de

Plakate zur Bewerbung der Aktionen rund um "Teile dein Weihnachten" können Sie hier kostenfrei bestellen