Freiwilligendienst: Zeit in Mexiko hat Moritz Altenburger geprägt

Eine neue Sprache, eine neue Kultur, neue Menschen und das knapp 9.300 Kilometer fern der Heimat. Vor der Abreise 2018 plagten Moritz Altenburger aus Recklinghausen einige Sorgen. „Ich konnte kein Spanisch und war allein in dem Projekt. Doch die anfänglichen Bedenken haben sich nicht bestätigt“, blickt der 21-Jährige auf seinen Freiwilligendienst im mexikanischen Bistum Tula zurück.
 

Moritz Altenburger hat seinen Freiwilligendienst in Mexiko geleistet und viele Erfahrungen gemacht. Er freut sich, wenn das lateinamerikanische Land im Mittelpunkt der Adveniateröffnung in Münster steht. Foto: Bischöfliche Pressestelle/Michaela Kiepe


In dem 600 Einwohner zählenden Dorf Cardonal, dem Gründungsort der Freundschaft zwischen dem Bistum Münster und dem Bistum Tula, hat er die Gemeinde in der Jugendarbeit unterstützt und gemeinsam mit dem Pfarrer und der Haushälterin im Pfarrhaus gelebt. „Das Jahr war für mich in vielerlei Hinsicht prägend. Mexiko ist ein wunderschönes Land und die lateinamerikanische Kultur mitreißend“, blickt er zurück. Er sei mit seinen Aufgaben gewachsen. 15.000 Mitglieder – verteilt über mehrere Dörfer – zähle die Gemeinde. „Ich bin viel gefahren und habe Gruppenstunden angeboten. So hatte ich zahlreiche Kontakte. Das hat mir Spaß gemacht“, berichtet Altenburger, der inzwischen in Münster Volkswirtschaftslehre studiert.

Auch habe er eine neue Perspektive für seinen Glauben aus Mexiko mitgenommen und neue Formen von Gottesdienst und Kirche erlebt. „ich habe kennengelernt, wie Religiosität in den Alltag eingebunden wird und ein gesundes Gottvertrauen in das Leben hineinspielt“, sagt der Student. „Aber ebenso einen anderen Blick auf Gastfreundschaft, Gelassenheit und Selbstbewusstsein erhalten“, ergänzt er. Nach einem kurzen Moment fügt er hinzu: „Sich vor einer Gruppe mit Kindern trotz interkultureller Differenzen zu behaupten, war ebenso eine gute Erfahrung.“ Bis heute hat er zu einigen Menschen aus der Zeit seines Freiwilligendienstes Kontakt. „Wir schreiben uns regelmäßig, ob alles in Ordnung ist“, erzählt er.
 

Für die Unterstützung der Menschen in Mexiko.


Seit seiner Rückkehr engagiert sich Altenburger in dem Verein Animo, der von ehemaligen Mexiko-Freiwilligen gegründet wurde. Die Mitglieder haben sich auf die Fahnen geschrieben, den interkulturellen Austausch zu Mexiko zu fördern und die Bistumspartnerschaft zwischen Tula und Münster zu unterstützen. Aber sie sammeln auch Spenden für Projekte wie beispielsweise für das Migrantenhaus „El Samaritano“. „Es liegt direkt an der Zugstrecke, die durch Mexiko in die USA führt. Viele Menschen versuchen, auf diesem gefährlichen Weg zu fliehen. Im dem Migrantenhaus geht es darum, sie für die Weiterreise zu stärken. Sie werden medizinisch versorgt, erhalten Essen und Kleidung“, informiert Altenburger.

Bewusst hat er sich für das Studium der Volkswirtschaftslehre entschieden, denn er möchte „anderen Menschen, Kreisen und Kulturen weiterhelfen. Alles hängt ökonomisch zusammen. Und wenn sich ein Beruf findet, der sich mit Lateinamerika verbinden lässt, ist es umso besser“. Nach seinem Freiwilligendienst hatte er noch ein Praktikum über die Adenauer-Stiftung in Guatemala angeschlossen. „Es hat mir gezeigt, dass man etwas bewegen kann“, hat ihn die Erfahrung bestärkt.

Wenn in diesem Jahr die bundesweite Adveniatweihnachtsaktion in Münster eröffnet wird, dann sind ehemalige Freiwillige auch beteiligt. „Mexiko ist eines der Schwerpunktländer. Wir planen für die Eröffnungsphase Posadas. Das sind vorweihnachtliche Feiern in Mexiko, bei denen die Menschen durchs Dorf ziehen und die Herbergssuche nachspielen. Sie enden mit einer kleinen Feier am Heiligabend“, sagt Altenburger.

Adveniat rückt mit der Weihnachtsaktion unter dem Titel „ÜberLeben in der Stadt“ die Sorgen und Nöte der armen Stadtbevölkerung in den Blickpunkt. Die Eröffnung der bundesweiten Adveniat-Weihnachtsaktion findet am 1. Advent, 28. November, um 10 Uhr im St.-Paulus-Dom in Münster statt. Der Gottesdienst wird auf www.adveniat.de live übertragen. Die Weihnachtskollekte am 24. und 25. Dezember in allen katholischen Kirchen Deutschlands ist für Adveniat und die Hilfe für die Menschen in Lateinamerika und der Karibik bestimmt.