Illegale Holzfäller töten mindestens sechs Indigene in Nicaragua

In Nicaragua sind laut einem Medienbericht bei einem bewaffneten Angriff mutmaßlich illegaler Holzfäller mindestens sechs Indigene getötet worden. Zehn weitere Angehörige des Volks würden vermisst, teilte die Interamerikanische Menschenrechtskommission (CIDH) am Donnerstag mit.

Vulkanlandschaft bei Estelí, Nicaragua. Foto: Escher/Adveniat

Der Überfall ereignete sich demnach in einer Umweltschutzzone an der Karibikküste. Betroffen sei die indigene Gemeinde der Mayangna.

Die Umweltschutzorganisation "Fundacion del Rio" teilte mit, bewaffnete Gruppen hätten die indigene Gemeinde mit dem Ziel angegriffen das Land in Besitz zu zunehmen. Bei dem Überfall seien auch Unterkünfte der Bewohner niedergebrannt worden. Die Attacke zeige die fortgesetzte Tatenlosigkeit des Staates gegenüber den Versuchen, die Territorien der Indigenen illegal in ihren Besitz zu bringen, kritisierte Erika Guevara Rosas, Amerika-Direktorin von Amnesty International, auf Twitter. Die im Nordosten lebende indigene Bevölkerung berichte bereits seit über zehn Jahren von Angriffen auf ihr Land. Ziel sei es, an das Holz der Wälder zu gelangen.

Für den Lebensraum der indigenen Völker in Lateinamerika.

"Die Indigenen stehen diesen Invasionen und Massakern gegenüber, die das Leben dieser Gemeinden in Gefahr bringen", sagte Amaru Ruiz von "Fundacion del Rio". Die CIDH rief die linksgerichtete Regierung des sandinistischen Präsidenten Daniel Ortega auf, den Schutz der indigenen Gemeinden sicherzustellen: "Der Staat erfüllt seine internationalen Verpflichtungen nicht, die Integrität, das Leben und die Territorien der Indigenen zu schützen, wenn er diese Vorfälle nicht verhindert und bestraft."

Die Mayangna sind an der Ostküste von Nicaragua und Honduras beheimatet. 2010 lebten rund 27.000 Mayangna in Nicaragua. (kna)